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Autozulieferer Hella vergrault Anleger mit trüben Aussichten

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Der erfolgsverwöhnte Scheinwerferspezialist Hella rechnet für die Automobilindustrie mit einer weiteren Konjunktureintrübung und hält erstmals seit mehr als zehn Jahren Umsatzeinbußen für möglich.

"Wir sehen keine Markterholung", sagte Firmenchef Rolf Breidenbach am Freitag in Düsseldorf. Er rechne weltweit in der Branche mit einem Absatzrückgang zwischen fünf und sechs Prozent. China falle als Wachstumsmotor weiter aus und werde auch sicher mittelfristig nicht mehr wie früher im hohen zweistelligen Bereich zulegen. Daher werde Hella in dem seit Juni laufenden Bilanzjahr 2019/20 weniger verdienen und möglicherweise einen Umsatzrückgang verbuchen.

Die Anleger reagierten verschnupft: Die im MDax notierten Hella-Aktien notierten mit 39,38 Euro knapp fünf Prozent im Minus und haben damit in den vergangenen zwölf Monaten ein Drittel an Wert eingebüßt.

ZUKÄUFE NICHT UM JEDEN PREIS

Mit der Entwicklung neuer Technologien etwa für autonomes Fahren oder Digitalisierung will Breidenbach gegensteuern und sieht sich auch nach Zukäufen um. Vor allem für den margenstarken Bereich "Special Applications" mit seinen Licht- und Elektronikprodukten für Baumaschinen und Bootshersteller wie auch für Kommunen und Energieversorger sei Hella auf der Suche. Doch bislang habe der Preis nicht gestimmt. "Wir schauen uns jeden Tag Unternehmen an, doch bis Ende des vergangenen Jahres waren die Preise extrem hoch. Und wenn sich das nicht rechnet, dann machen wir das auch nicht."

Hella peilt in dem seit Juni laufenden Bilanzjahr 2019/20 einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von 6,5 bis 7,0 (2018/19: 6,8) Milliarden Euro an. Die um Restrukturierungsmaßnahmen und Portfolioeffekte bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll zwischen 6,5 bis 7,5 (8,4) Prozent liegen. Handelskonflikte zwischen den USA und China, die Dieselkrise und die Umstellung auf die neue Abgastestverfahren WLTP machen der Autobranche seit längerem zu schaffen.

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