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Axel Springer: Zuckerbrot und Peitsche – Anleger stellen Übernahmeangebot in den Vordergrund

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Axel Springer: Zuckerbrot und Peitsche – Anleger stellen Übernahmeangebot in den Vordergrund

Besser kann eine Umsatz- und Gewinnwarnung wohl nicht verpackt werden. Bevor der Medienkonzern seinen eingetrübten Ausblick veröffentlichte gab es für die Investoren das Übernahmeangebot durch den Finanzinvestor KKR. Der Plan ist voll aufgegangen: Die Prognosekürzungen werden nicht beachtet. Dass Übernahmeangebot steht im Vordergrund und lässt die Aktie zweistellig in die Höhe springen.

63 Euro je Aktie

Der Medienkonzern Axel Springer will sich wie erwartet den US-Finanzinvestor KKR an Bord holen. Die Amerikaner legten ein Übernahmeangebot vor und wollen zusammen mit der Großaktionärin Friede Springer und dem Vorstandschef Mathias Döpfner die Gesellschaft kontrollieren, wie die Parteien am Mittwoch in Berlin und Luxemburg mitteilten. Zudem senkte das Medienhaus seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Als Gründe dafür gab das Unternehmen eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und die Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich an.

Mit seiner Offerte bietet KKR 63 Euro je Springer-Aktie in bar, am Vorabend schloss die Aktie bei einem Kurs von 56 Euro. Dass KKR über einen Einstieg bei dem Konzern verhandelt, war bereits bekannt. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an.

Unter Anlegern sorgte die Nachricht für gute Stimmung. Die Papiere stiegen kurz nach dem Handelsstart um 12,86 Prozent auf 63,20 Euro.

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Neue Wachstumschance

Springer-Chef Mathias Döpfner betonte die Entwicklungsperspektiven. „Durch die strategische Partnerschaft mit KKR könnten wir erhebliche Wachstumschancen ergreifen, da wir uns zusätzliche finanzielle Ressourcen erschließen und uns zugleich von der reinen Fokussierung auf kurzfristige Finanzziele lösen“, sagte er laut Mitteilung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte beim Bekanntwerden der Gespräche mit KKR unter Berufung auf Kreise berichtet, Ziel des Vorhabens insgesamt sei es auch, den Konzern von der Börse zu nehmen.

Döpfner hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer stärker auf die Veränderungen durch die Digitalisierung eingestellt. Axel Springer wolle „ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und digitalen Rubrikenangeboten werden“, hieß es. Neben den Onlineangeboten von „Welt plus“ und „Bild plus“ verfügt das Unternehmen über eine Reihe an digitalen Anzeigenplattformen, wie etwa das Jobportal Stepstone oder die Immobilienplattformen immowelt.de, immonet.de und immoweb.de.

Der unter dem Spartennamen Classifieds Media zusammengefasste Unternehmensbereich soll weiter ausgebaut werden. Zuletzt wurde etwa über ein Interesse Springers am Kleinanzeigengeschäft von Ebay spekuliert. Solche teuren Investitionen könnten mit dem Einstieg von KKR erleichtert werden, worauf Analysten bereits hingewiesen hatten.

Das Medienhaus sieht sich daneben aber weiterhin dem unabhängigen Journalismus verpflichtet. „Unsere journalistischen Prinzipien und unsere Unternehmenskultur bleiben Grundlage, auf die wir bauen und in die wir vertrauen“, sagte die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer. Die Parteien seien sich darüber einig, dass Springer „über sämtliche Kanäle hinweg, national wie international, eine führende Stimme für unabhängigen Journalismus sein wird.“

Die Familie des „Bild“- und „Welt“-Gründers Axel Springer hält eine Mehrheit an dem im MDax börsennotierten Unternehmen. Friede Springer kontrolliert den Medienkonzern, sie hält 37,5 Prozent über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik. Dazu kommt ein direkt gehaltener Anteil von 5,1 Prozent. Ihr Vertrauter Mathias Döpfner selbst hält 2,8 Prozent. Zusammen sind Friede Springer und Döpfner mit 45,4 Prozent beteiligt. Die Enkelkinder des Verlagsgründers Axel Springer, Axel Sven und Ariane Melanie, halten zusammen 9,8 Prozent.

Ausblick hat sich eingetrübt

Der Konzern passte zudem seine Umsatz- und Ergebnisprognose an. Springer will trotz einer schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an seinen geplanten Investitionen festhalten. Dies werde dazu führen, dass vor allem der Umsatz bei den Jobportalen schwächer ausfällt. Daneben begründete das Medienhaus seine Prognosesenkung mit der Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich.

Beim Jahresumsatz geht der Konzern nun von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus, nachdem zuvor ein Erlös auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt wurde. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nun im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken statt auf Vorjahresniveau zu bleiben. Zudem werde die Wachstumsstrategie 2020 zu einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber dem laufenden Jahr führen, erst in den Jahren danach erwartet das Management Besserung.

Im Onlinerubrikengeschäft Classifieds Media will Springer dieses Jahr beim Umsatz im günstigen Fall nur noch im niedrigen statt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das operative Ergebnis dürfte im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken statt stabil zu bleiben.

onvista/dpa-AFX

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Foto: 360b/Shutterstock.com

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