Baubranche mit Rekord-Aufträgen - Ampel-Pläne sorgen für Zuversicht

Reuters

Berlin (Reuters) - Die Aufträge in der deutschen Baubranche haben einen Rekord erreicht.

Baubranche mit Rekord-Aufträgen - Ampel-Pläne sorgen für Zuversicht

Die Betriebe im Bauhauptgewerbe sammelten im September Bestellungen von rund 9,1 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekanntgab. "Wegen der sehr stark gestiegenen Baupreise waren das nominal 19,6 Prozent mehr als im September 2020 und damit der höchste jemals gemessene Wert in einem September in Deutschland." Um die Inflation bereinigt lagen die Aufträge real 6,2 Prozent über August und 8,6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Für das gesamte dritte Quartal verzeichneten die Statistiker einen Anstieg der Bauinvestitionen binnen Jahresfrist von zwei Prozent. "Insbesondere in Wohnbauten wurde deutlich mehr investiert."

Die Branche leidet unter Lieferengpässen und deshalb auch unter steigenden Preisen. "Die Bauunternehmen wurden auch im September durch den anhaltenden Materialmangel in ihrer Produktion gebremst", erklärte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller vom Verband der Bauindustrie. Die Betriebe hätten real ein Umsatzminus von 4,5 Prozent gemeldet. Für das vierte Quartal zeichne sich aber Entspannung bei einigen Baumaterialien in puncto Preise ab. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sprach von deutlich anziehender Nachfrage. So habe das Neugeschäft im Wirtschaftshochbau mit 37 Prozent und im Wirtschaftstiefbau mit 26 Prozent im September zum Vorjahr kräftig zugelegt. Wegen einiger Großprojekte sei dies jedoch regional sehr unterschiedlich.

Die Stimmung am Bau hat sich einer Ifo-Umfrage zufolge im November leicht verschlechtert. "Die Erwartungen fielen nach dem kontinuierlichen Aufschwung der letzten Monate pessimistischer aus", führte der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, aus. Die aktuelle Lage hingegen werde etwas besser beurteilt. Eine ZDB-Umfrage zeigt ähnliche Ergebnisse. Dennoch gibt sich die Branche auf lange Sicht optimistisch - auch weil die künftige Regierung von SPD, Grünen und FDP die Abschreibungsregeln verbessern will. "Der gestern vorgestellte Koalitionsvertrag der Ampel lässt uns aufgrund vieler investiver Impulse positiv auf die kommenden Jahre blicken", erläuterte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. "Die Verstetigung der Investitionen in der Verkehrsinfrastruktur sowie die Erhöhung der linearen AfA von zwei auf drei Prozent werden wichtige Impulse setzen."

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