Bayer: Droht neue Prozesswelle? ++ VW: Coronavirus verzögert Produktion in China ++ Wirecard: Neue Unsicherheit setzt Aktie weiter unter Druck

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Bayer: Droht neue Prozesswelle? ++ VW: Coronavirus verzögert Produktion in China ++ Wirecard: Neue Unsicherheit setzt Aktie weiter unter Druck

Das Coronavirus bleibt weiterhin das markt- und medienbestimmende Thema. Nachdem schon die Luxusgüterhersteller und Fluglinien von einer großen Belastung gesprochen haben, sind jetzt die Autobauer die nächste Branche die warnend die Finger hebt. VW teilt heute mit, dass es Probleme bei den Lieferketten gibt und das einige Werke die Produktion später als ursprünglich geplant aufnehmen werden. Zudem greift die People‘s Bank of China erneut in den Markt ein.

Chinesische Notenbank reagiert weiter auf Coronavirus

Die chinesische Notenbank geht weiter gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise vor. Dazu gab sie am Montag neues Zentralbankgeld zu einem niedrigeren Zinssatz an die Banken aus. Wie die Notenbank in Peking mitteilte, wurden Kredite für 200 Milliarden Yuan (rund 26 Milliarden Euro) mit einer Laufzeit von einem Jahr an die Geldhäuser ausgereicht. Der Zins wurde um 0,1 Prozentpunkte auf 3,15 Prozent gesenkt. Darüber hinaus vergab die Notenbank Liquidität für sieben Tage über 100 Milliarden Yuan.

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Die Geldspritzen der Zentralbank sind nicht die ersten ihrer Art. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Währungshüter Extraliquidität an die Banken ausgereicht. Allerdings hält die Notenbank an ihrem vorsichtigen Kurs fest, wie das moderate Volumen der Liquiditätszufuhr zeigt. Zieht man am Montag fällig werdende Geldspritzen ab, ergibt sich sogar ein Liqudititätsentzug von 700 Milliarden Yuan.

Der vorsichtige Kurs der chinesischen Notenbank ist Folge gegensätzlicher Wirtschaftsrisiken. Zum einen versucht sie, die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs klein zu halten. Zum anderen will sie die Folgen ihrer lockeren Geldpolitik wie Vermögenspreisblasen nicht zu groß werden lassen.

Dax bleibt weiter gut gelaunt

Der deutsche Leitindex lässt sich heute aber nicht von den weiteren schlechten Neuigkeiten rund um das Coronavirus aus der Ruhe bringen. Das Börsenbarometer startet mit 13.765,12 Punkten in den Handelstag - ein Plus von 0,15 Prozent in die neue Woche und markiert direkt nach Handelsstart ein neue Allzeithoch.

Bayer: Jury verdonnern Leverkusener und BASF zu einer hohen Strafe

Eine US-Jury hat den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer sowie den Chemiekonzern BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba zu millionenschweren Schadenersatz verurteilt. Insgesamt sollen die beiden Unternehmen dem Pfirsichbauern Bill Bader aus Missouri 265 Millionen US-Dollar zahlen. Dies teilt sich in 15 Millionen Schadenersatz sowie zusätzlich 250 Millionen Dollar Strafschadenersatz auf. Die Entscheidung der Jury fiel am Samstag.

Bader beschuldigt Bayer und BASF, dass er durch den Einsatz von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe, da Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden sein sollen. Den Schaden bezifferte er auf 21 Millionen Dollar. Dicamba wurde von Monsanto entwickelt, der US-Konzern sieht sich wegen des Mittels seit 2015 Klagen ausgesetzt; Bayer hatte Monsanto 2018 übernommen. Die Leverkusener sehen sich bereits wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Glyphosat tausenden Klagen in den USA ausgesetzt. BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln.

Das jetzt in Missouri gefällte Urteil ist das erste in einer Reihe laufender Verfahren. Ein US-Sprecher für Bayer kündigte an, der Konzern werde Berufung gegen das Urteil einlegen. Dicamba sei für die Ernteverluste nicht verantwortlich. BASF kündigte ebenfalls Rechtsmittel an: „Wir sind überrascht und enttäuscht von der Entscheidung der Jury und planen in Berufung zu gehen“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Anwälte der Unternehmen hatten zuvor argumentiert, die Pfirsich-Felder hätten bereits vor 2015 gelitten und führten Wetterbedingungen wie Hagel und späten Frost für die Schäden an. Beide Unternehmen führten zudem an, dass die aktuelle Formulierung von Dicamba nicht verwehen könne, wenn sie korrekt angewendet werde. Wie der Schadenersatz unter den Unternehmen aufgeteilt wird, blieb zunächst offen.

VW: Coronavirus belastet weiter

Volkswagen bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus in China weiter zu spüren. Es gebe Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion, teilte Volkswagen am Montag in Peking mit. Daher soll die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Bisher war dies für den 17. Februar geplant.

Die anderen Werke, die mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften „in den kommenden Tagen“ alle wieder laufen. Die Produktionsfähigkeit in jedem Werk werde einzeln überprüft, was zu unterschiedlichen Startzeiten führe, heißt es in der Mitteilung. Ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit hätte die Produktion nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen. China ist der wichtigste Markt des Autobauers.

Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, will das Unternehmen etwa beim Marketing den Fokus stärker auf Online-Kanäle legen.

Kurz & knapp:

Wirecard: Neue Unsicherheiten setzen die Aktie des Dax-Konzerns heute weiter unter Druck. Einem Medienbericht zufolge hat der Zahlungsdienstleister eine erste Anhörung im Verfahren gegen die Wirtschaftszeitung „Financial Times“ vor dem Landgericht München angeblich abgesagt. Damit könne die Unsicherheit am Markt hinsichtlich des Verfahrens wieder zunehmen, sagte ein Börsianer, zumal über die Gründe des Rückziehers von Wirecard nichts bekannt sei. Dass sich beide Seiten in dem Verfahren gütlich einigen könnten, sei sehr unwahrscheinlich. Eher könne Wirecard die Bilanzprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG abwarten, um diesen Bericht im Verfahren zu nutzen.

Alstom: Der französische Bahn-Hersteller bestätigt Gespräche über eine Übernahme des Zuggeschäfts seines kriselnden Rivalen Bombardier. Die Verhandlungen mit den Kanadiern liefen noch, und es gebe noch keine endgültige Entscheidung. Bei dem erwogenen Deal geht es den Angaben zufolge um den Kauf der gesamten Sparte Bombardier Transportation. Das „Handelsblatt“ hatte bereits vergangene Woche von dem Vorhaben berichtet. Unter Berufung auf Branchenkreise nannte die Zeitung einen Kaufpreis von sieben Milliarden Euro. Alstom machte dazu keine Angaben. Der hochverschuldete Bombardier-Konzern hatte bei seiner Bilanzvorlage am Donnerstag lediglich bestätigt, weitere Möglichkeiten zum Schuldenabbau zu prüfen. 2019 war der Flugzeug- und Zughersteller auch wegen Problemen im Zuggeschäft tief in die roten Zahlen gesackt.

RTL: Eine Anteilsaufstockung des Medienkonzerns Bertelsmann an RTL hat den Papieren des MDax-Konzerns am Montag Schwung verliehen. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, man habe vor einigen Monaten entschieden, die Anteile aufzustocken, jedoch gebe es keine Pläne, RTL komplett zu übernehmen und von der Börse zu nehmen. Rabe forderte zudem eine Deregulierung des hiesigen TV-Geschäfts. „Es ist außerordentlich wichtig, dass sinnvolle Kooperationen, auch größere Zusammenschlüsse zugelassen werden, um nationale Champions, etwa im Fernsehbereich zu schaffen; wie gegebenenfalls mit RTL und ProSiebenSat.1.“ „Eine hübsche Idee“, kommentierte dies ein Händler am Morgen. Sie könnte das Kaufinteresse an Medienaktien wieder etwas beleben.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: ricochet64 / Shutterstock.com

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