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Bayer: Endlich Licht am Ende des Tunnels?

Deutsche Bank
 

Christian Hendrik Knappe

Bei Bayer dreht sich auch weiterhin fast alles um die Gerichtsprozesse in den USA gegen die Tochtergesellschaft Monsato und die mutmaßlichen Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup. Wie groß das Problem inzwischen ist, zeigte sich am 30. Juli, als die Leverkusener ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2019 vorstellten. Demnach seien im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat bis zum 11. Juli 2019 in den USA Klagen von etwa 18.400 Klägern zugestellt worden.
 
Zwar ist das Unternehmen weiterhin überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigt, sich in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen, allerdings zeigt der seit nun schon etwas mehr als zwei Jahren anhaltende Kursverfall der Bayer-Aktie, dass Anleger offenbar der Ansicht sind, dass die vonseiten des DAX-Konzerns gezeigte Gegenwehr keine allzu großen Früchte tragen sollte. Zuletzt machten sich jedoch Hoffnungen breit, wonach das Problem doch noch aus der Welt geschafft werden könnte.
 
So hatte die Wirtschaftswoche am 7. August berichtet, dass der für den 19. August angesetzte nächste US-Prozess um mögliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter offenbar verschoben wird. Konkret geht es um einen Prozess in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri, der Heimatstadt Monsantos. Auch ein für September geplantes Verfahren solle vertagt werden. Diese Nachricht kam am Markt gut an und stützte den Kurs der Bayer-Aktie. Noch mehr Freude herrschte auf Anlegerseite, als Bloomberg am 9. August von einem möglichen Glyphosat-Vergleich berichtet hatte.
 
Demnach wolle sich der Agrarchemie- und Pharmakonzern auf einen Vergleich im Zusammenhang mit den vielen Glyphosat-Klagen in den USA einlassen und eine Summe von rund 8 Mrd. US-Dollar zur Klärung der mehr als 18.000 Rechtsfälle zahlen. Eine solche Summe würde deutlich unter den bisher gehandelten möglichen Zahlungen liegen. Im gleichen Bloomberg-Bericht war davon die Rede, dass die Anwälte, die gegen Bayer vorgehen, eine Summe von mindestens 10 Mrd. US-Dollar verlangen würden, um die Klagen fallen zu lassen. Allerdings kehrte auch schnell wieder Ernüchterung ein. Noch am gleichen Tag berichtete das Handelsblatt, dass Kenneth Feinberg, US-Anwalt und oberster Vermittler im Glyphosat-Streit in den USA, dementiert habe, dass Bayer ein entsprechendes Angebot unterbreitet hätte.
 
Während die Hängepartie rund um die Glyphosat-Klagen die Märkte weiterhin beschäftigen wird, versucht Bayer mit anderen Nachrichten aufzutrumpfen. So sah sich der Konzern zuletzt operativ weiter auf Kurs. Im zweiten Quartal wurden die Umsatzerlöse währungs- und portfoliobereinigt um 0,9 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro gesteigert, während das EBITDA vor Sondereinflüssen um 24,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro verbessert wurde. Zwar konnte die Gesamtjahresprognose bestätigt werden, allerdings nannte das Management den Konzernausblick angesichts des schwierigen Umfeldes für das Agrarchemie-Geschäft zunehmend ambitioniert.
 
Auch deshalb ist es wichtig, dass das Unternehmen andere Bereiche stärkt. So wurde am 8. August die Komplettübernahme des US-Biotechnologieunternehmens BlueRock Therapeutics bekannt gegeben. An diesem hielt Bayer bis vor kurzem nur einen Anteil von 40,8 Prozent. Darüber hinaus fließt dank des Verkaufs der Bayer-Anteile am Chemiepark-Betreiber Currenta frisches Geld in die Kassen. Geld, das Bayer auch für einen möglichen Glyphosat-Vergleich gut gebrauchen könnte.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DS63AW) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,14, die Barriere bei 51,60 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DS63B6, aktueller Hebel 3,96, Barriere bei 77,55 Euro) auf fallende Kurse der Bayer-Aktie setzen.
 
Stand: 13.08.2019

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