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Bayer: Neues Glyphosat-Urteil setzt Aktie stark zu ++ Allianz: Gelungener Jahresstart ++ Nordex: Größerer Verlust erschreckt Anleger

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Bayer: Neues Glyphosat-Urteil setzt Aktie stark zu ++ Allianz: Gelungener Jahresstart ++ Nordex: Größerer Verlust erschreckt Anleger

Obwohl die Leverkusener die Monsanto-Übernahme immer noch rechtfertigen, entwickelt sie sich immer mehr zu einem Milliarden-Grab. Auch der dritte Prozess in den USA endet mit einem Schadensersatzanspruch der Kläger. Diesmal geht es allerdings nicht um einen hohen Millionenbetrag, sondern um Milliarden. Die Jury sprach dem klagenden Ehepaar über 2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1,8 Milliarden Euro) zu. Die Höhe des Schadensersatzes lässt die Anleger heute mehr als vorsichtig werden. Die Aktie liegt deutlich im Minus.

Die Einzelheiten zu der Entscheidung können Sie hier noch einmal nachlesen

Nachdem die Messer im Handelsstreit gewetzt sind, warten die Anleger jetzt gespannt wie es weitergeht. Gibt es für die USA und China noch eine Rückkehr an den Verhandlungstisch oder sprechen jetzt die Strafzölle für sich. Donald Trump sagte Montag-Abend, dass er in drei bis vier Wochen wisse, ob die Handelsgespräche erfolgreich sind. In diesem Zeitraum dürften die Anleger sehr wachsam sein und keine Fehler verzeihen. Die Ansicht, dass die Handelsgespräche ein poitives Ende finden, hat mittlerweile tiefe Risse.

Hierzulande dürften das die Autobauer zu spüren bekommen und in den USA die Tech-Werte, die im Reich der Mitte produzieren lassen. Ein prominentes Beispiel dafür ist Apple. Die Aktie musste zum Wochenstart einen Verlust von fast 6 Prozent verkraften.

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Dax startet kleine Erholung

Die Eskalation im Handelsstreit ist den Anlegern kräftig auf den Magen geschlagen. Zu Wochenbeginn verlor der deutsche Leitindex etwas mehr al 1,5 Prozent. Heute wagt sich der Dax wieder ein Stück aus seinem Bau. Das Börsenbarometer legt um 0,36 Prozent auf 11.919,59 Punkte zu. Die Anleger müssen heute neben dem Bayer-Urteil auch eine Vielzahl an Quartalzahlen verarbeiten.

Aus dem Leitindex lassen sich heute die Allianz, Thyssenkrupp und Merck in die Bilanz-Karten blicken. In den hinteren Reihen stehen mit Quartalzahlen die Aktien von Nordex, K+S und Ströer im Fokus der Anleger.

Allianz: Boeing und Vale verhageln die Zahlen nicht

Geringere Schäden durch Stürme und andere Naturkatastrophen haben Europas größtem Versicherer Allianz zum Jahresauftakt einen überraschend starken Gewinnschub beschert. Im ersten Quartal erreichte der Dax-Konzern einen operativen Gewinn von 2,96 Milliarden Euro und damit 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie er am Dienstag in München mitteilte. Das war mehr als von  Analysten im Schnitt erwartet. Vorstandschef Oliver Bäte sieht die Allianz damit auf gutem Weg, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 11 bis 12 Milliarden Euro zu erzielen.

Unter dem Strich stieg der Überschuss wegen geringerer Kapitalerträge lediglich um zwei Prozent auf 1,97 Milliarden Euro. Als wichtigster Gewinnbringer erwies sich die größte Sparte des Konzerns, die Schaden- und Unfallversicherung. Sie profitierte davon, dass sich die Schäden durch Naturkatastrophen im Jahresvergleich mehr als halbierten. Der Absturz eines Boeing-Jets von Ethiopian Airlines, das darauf folgende Flugverbot für die Maschinen des Typs und der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien schlugen bei der Allianz zusammen mit rund 100 Millionen Euro zu Buche.

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Thyssenkrupp: Industriekonzern rutscht in die roten Zahlen

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp bekommt die konjunkturelle Abkühlung zu spüren und hat ein schwaches zweites Quartal verzeichnet. Eine schwächere Nachfrage im Komponentengeschäft und in der Stahlsparte sowie steigende Verluste im Anlagenbau ließen das operative Ergebnis in den Monaten Januar bis März sinken, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Unter dem Strich stand ein Verlust – auch wegen höherer Rückstellungen für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlbereich.

Das bereinigte Ergebnis sank um knapp 30 Prozent auf 353 Millionen Euro. Unter den Thyssenkrupp-Geschäften erreichte die Werftensparte nach einem leichten Verlust im Vorjahresquartal eine schwarze Null. Die Aufzugsparte verzeichnete einen leichten Ergebnisrückgang. Im Anlagenbau weitete sich der Verlust jedoch aus – hier wirkten sich niedrigere Margen bei Projekten negativ aus. Deutliche Rückgänge verzeichnete das Komponentengeschäft, dass unter der konjunkturellen Eintrübung litt, sowie die Stahlsparte, die unter anderem eine geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie verzeichnete.

Der Nettoverlust belief sich auf 99 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 240 Millionen Euro im Vorjahr. Negativ wirkten sich dabei auch die Erhöhung der Rückstellung für eine erwartete Kartellstrafe im Stahlgeschäft auf etwas mehr als 100 Millionen Euro aus. Der Umsatz nahm leicht um 2 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang um 1 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro. Die Stahlsparte wird dabei für das zweite Quartal weiterhin als „nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert – trotz des geplatzten Zusammenschlusses mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel. Der Bereich soll zum dritten Quartal wieder eingegliedert werden. Dann würden auch die derzeit ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen auf die Sparte wieder auf der Konzernebene wirksam, erläuterte Thyssenkrupp. Diese würden sowohl das Ergebnis im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres als auch den Vorjahreszeitraum nachträglich belasten.

Merck: Gewinn bricht um 40 Prozent ein

Vor allem das anhaltend brummende Laborgeschäft hat den Darmstädter Merck-Konzern zum Jahresstart angetrieben. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 7,5 Prozent auf rund 3,75 Milliarden Euro, wie das im Dax notierte Pharma- und Spezialchemieunternehmen am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging allerdings um 4 Prozent auf 929 Millionen Euro zurück, weil im Vorjahr positive Einmaleffekte für eine hohe Vergleichsbasis gesorgt hatten. Zudem belasteten den Konzern Währungseffekte und Veränderungen im Portfolio. Analysten hatten mit einem besseren operativen Ergebnis gerechnet.

Unter dem Strich brach der Gewinn um mehr als 40 Prozent auf 189 Millionen Euro ein. Bereits im vergangenen Jahr hatte Merck nach Problemen im Flüssigkristallgeschäft eine Ergebnisdelle verkraften müssen. Trotz des Rückgangs im ersten Quartal sind für 2019 unverändert Umsatz- und Ergebnisverbesserungen angepeilt.

Der Vorstand bestätigte seine organischen Wachstumsprognosen für Umsatz und Gewinn und konkretisierte – wie traditionell zum Jahresauftakt üblich – die Finanzziele. Der Umsatz soll demnach auf 15,3 bis 15,9 Milliarden Euro anziehen. Das bereinigte Ebitda soll noch stärker auf 4,15 bis 4,35 Milliarden Euro anwachsen.

Kurz & knapp:

Nordex: Der Windanlagenbauer Nordex ist im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzernverlust weitete sich von 19,4 Millionen auf 35 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank von 20 Millionen Euro auf 3,3 Millionen. Dabei belasteten niedrigere Installationszahlen das Unternehmen, der Umsatz ging um gut 18 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro zurück, was unter den Erwartungen der Analysten lag.

In den ersten drei Monaten 2019 installierte Nordex insgesamt 84 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 260,9 Megawatt (Vorjahr: 522,9 MW). Nordex erwartet erheblich höhere Umsätze in der zweiten Jahreshälfte und bestätigte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

K+S: Eine stärkere Düngernachfrage von Landwirten und gestiegene Verkaufsmengen von Auftausalz in Nordamerika haben K+S zum Start ins Jahr 2019 angetrieben. Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, wie der Kali-Spezialist am Dienstag in Kassel mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um etwa 14 Prozent auf 270 Millionen Euro zu. Beide Werte liegen leicht über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Dabei standen höheren Absatzpreisen etwa für Kalidünger sowie für Salze teils höhere Frachtkosten gegenüber.

Ströer: Der Werbevermarkter Ströer ist im ersten Quartal auch dank eines starken Digitalgeschäfts deutlich gewachsen. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 374 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Köln mitteilte.

Neben dem Kerngeschäft mit Außenwerbung konnte auch die Sparte der digitalen Werbung und Inhalte zulegen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um neun Prozent auf 118 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis zog um acht Prozent auf 34 Millionen Euro an.

Von Markus Weingran

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Foto: ricochet64 / Shutterstock.com

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