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Bestehende Kryptowährungen von Facebook bedroht!

Stefan Riße

Nun ist es soweit. Erstmals will mit Facebook eines der ganz großen Plattform-Unternehmen seinen Nutzern ermöglichen, auf Basis von Kryptowährungen zu bezahlen. Wie alle bisher bekannten Kryptowährungen wird Libra – so soll die Währung bei Facebook heißen – auf der Blockchain-Technologie basieren. Ist das nun die Nachricht, die der Kryptowährungsmarkt brauchte, um nach dem Rausch zum Ende des Jahres 2017 und dem dann folgenden Absturz endlich den Weg aus dem Tal der Tränen zu finden? Etwas erholt hatten sich die Währungen bereits. Vor allem der Bitcoin konnte sich nach dem Absturz von 20.000 auf nur noch etwas mehr als 3.000 US-Dollar mittlerweile wieder verdreifachen. Die meisten anderen Kryptowährungen konnten sich aber längst nicht so stark verbessern

Libra Ist eine Gefahr und kein Lockruf

Der bisherige Hype um Kryptowährungen war auch deshalb abgeebbt, weil jeglicher praktische Nutzen außerhalb der Kryptowelt bisher nicht erkennbar ist. Abgesehen von ein paar wenigen Unternehmen, die aufgrund der Kryptoaffinität ihrer Gründer oder Geschäftsführer neben der üblichen klassischen Währung auch als symbolischen Akt die wichtigsten Kryptowährungen akzeptierten, wenn man bei ihnen einkauft, haben sich Kryptowährungen bisher überhaupt nicht etabliert. Dabei gibt es durchaus eine Vielzahl von Projekten, bei denen die Blockchain-Technologie genutzt wird und auch Zahlungen auf dieser Basis erfolgen. Doch bei keinem dieser mir bekannten Projekte werden die bekannten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple oder andere eingesetzt. Die Projekte kreieren ihre eigenen Cryptocoins, die dann fast immer ein Äquivalent des im jeweiligen Land gesetzlichen Zahlungsmittels darstellen. Und auch Facebook schafft mit Libra sein eigenes Kryptogeld. Auch dieses soll an einen Korb bestehender Währungen gekoppelt sein. Und das macht ja auch Sinn, denn in diesen Währungen werden wir bezahlt und kalkulieren wir alles, was wir zu bezahlen haben. Damit bleiben die bestehenden und an den einschlägigen Krypto-Börsen gehandelten Coins nach wie vor den Beweis des praktischen Nutzens schuldig. Insofern ist das Projekt von Facebook ein weiterer Beweis dafür, dass es diese Coins nicht braucht und eben kein Weckruf für diese. Der Markt hat dies allerdings noch nicht erkannt.

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Bitcoin könnte überleben

Der Bitcoin eignet sich als Zahlungsmittel schon aufgrund seiner Technologie nicht. Viel zu lange dauern die Transaktionen und viel zu hoch ist der Stromverbrauch, der dabei anfällt. Dennoch könnte der Bitcoin meiner Kenntnis nach als erste und populärste Kryptowährung überleben, allerdings nicht als Zahlungsmittel, sondern als Wertaufbewahrungsmittel. In Zeiten, in denen Notenbanken das Papiergeld unendlich vermehren können, worüber zuletzt ja auch wieder diskutiert wurde, sind nicht unbegrenzt vermehrbare Währungen möglicherweise irgendwann stark gefragt. Dies lässt sich derzeit wieder eindrucksvoll beim Gold beobachten, das auch als sicherer Hafen betrachtet wird. Der Bitcoin hat insofern die Chance, das digitale Gold zu werden. Ob der heutige Preis angemessen ist, muss sich aber noch zeigen. Für ein Wertaufbewahrungsmittel ist die extreme Volatilität derzeit das, was dem entgegensteht. Wenn die Kurse sich aber irgendwann in ruhigeren Bahnen bewegen, wird möglicherweise etwas daraus.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Stefan Riße Stefan Riße Kapitalmartktstratege Acatis Investment

Stefan Riße Jahrgang 1968, aus Bremen ist Börsianer mit Leib und Seele. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit den internationalen Finanzmärkten.

Nach dem Abitur und Praktika bei Banken und Vermögensverwaltern arbeitete er zwei Jahre lang als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte. Er schrieb für Zeitschriften wie Forbes und Focus und ist seit über fünf Jahren ständiger Kolumnist für Focus Money.

Bekannt wurde Stefan Riße aber vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Börsenkorrespondent für "n-tv", wo von 2001 bis 2005 seine Berichte live vom Frankfurter Börsenparkett gesendet wurden. Von 2006 bis 2011 war er Chief Market Strategist der Deutschlandniederlassung von CMC Markets – dem ersten CFD- Market-Maker in Deutschland.

Seit Mai 2018 ist er Kapitalmarktstratege bei Acatis Investment und als dieser nach wie vor gefragter Interviewgast u. a. auch bei "n-tv" wo er regelmäßig auftritt.

Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er den im September 1999 verstorbenen Börsenaltmeister André Kostolany kennen, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft verband.

Sein bisher letztes Buch „Die Inflation kommt!“ war eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher im Jahr 2010 und erreichte Platz 1 der Handelsblatt-Bestsellerliste.

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