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Bilanzsaison lenkt Anleger von Syrien-Konflikt etwas ab

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die in den USA Fahrt aufnehmende Bilanzsaison hat zu Wochenbeginn den Syrien-Konflikt an Europas Börsen etwas in den Hintergrund treten lassen.

Bilanzsaison lenkt Anleger von Syrien-Konflikt etwas ab

"So schnell werden die geopolitischen Risiken zwar nicht verschwinden", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Broker AxiTrader. Der Reigen der Quartalszahlen lasse aber hoffen, dass sich der Fokus wieder mehr auf Fundamentaldaten richte. Händler warnten jedoch, es sei zu früh, um Entwarnung zu geben. Die Unsicherheit über neue Sanktionen der USA gegen Russland und der weiter schwelende Handelsstreit belasteten den Dax denn auch. Er schloss am Montag bei geringem Umsatz mit 12.391 Punkten 0,4 Prozent niedriger. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls leicht nach.

In New York zogen die Kurse bis zum Handelsschluss in Europa an. Der Dow Jones lag mit 24.558 Punkten 0,8 Prozent im Plus. Dabei stützten einige Konjunkturzahlen die Kurse. So waren die Einzelhandelsumsätze im März erstmals seit drei Monaten wieder gestiegen. Der US-Währungshüter William Dudley sagte zudem, die aktuellen Börsenbewertungen seien nicht unangemessen.

Die Luftschläge der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf das syrische Militär vom Wochenende schienen eine einmalige Sache gewesen zu sein, sagten mehrere Analysten. Zwar wollen die EU-Staaten den Streit mit dem syrischen Verbündeten Russland vorerst nicht durch neue Sanktionen anheizen und sich laut Diplomaten nicht den von den USA angekündigten neuen Strafmaßnahmen anschließen. Doch schob die Aussicht auf neue US-Sanktionen am Rohstoffmarkt den Preis für Aluminium weiter an.

Das vor allem im Auto- und Flugzeugbau benötigte Metall verteuerte sich um 4,8 Prozent auf ein 6-1/2-Jahres-Hoch von 2395,50 Dollar je Tonne. Da der russische Aluminium-Riese Rusal von US-Sanktionen betroffen wäre, entstünde am Aluminiummarkt eine brisante Lage, warnten Analysten. Es könne zu Lieferengpässen kommen, warnte auch der norwegische Aluminiumkonzern Norsk Hydro.

Erleichterung dagegen am Ölmarkt: Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 71,48 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Spannungen im Syrien-Konflikt hatten in der vergangenen Woche den Preis um rund acht Prozent in die Höhe getrieben.

MÖGLICHE ÜBERNAHME VON ALITALIA GIBT LUFTHANSA RÜCKENWIND

Im Dax führten Lufthansa mit einem Kursplus von 1,6 die Favoritenliste an. Dem italienischen Industrieminister Carlo Calenda zufolge hat die deutsche Fluggesellschaft beste Chancen, den angeschlagenen Konkurrenten Alitalia zu übernehmen. Im Rückwärtsgang waren dagegen die Aktien von VW unterwegs. Nachdem die Anleger in der vorigen Woche den Wechsel an der Konzernspitze mit einem Kursplusplus von über sieben Prozent honoriert hatten, machten einige Anleger nun Kasse. Die Lkw-Sparte der Wolfsburger wollte sich trotz der laufenden Vorbereitungen für einen Börsengang nicht darauf festlegen. Die Titel verloren 2,9 Prozent.

An der Wall Street gaben Bank of America trotz der Vorlage eines Rekord-Quartalsgewinns etwa ein Prozent nach.

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Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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