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Bitcoin: Was treibt den Preis nach oben? China, Zuckerberg, Short-Squeezes oder doch Markt-Manipulation?

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Bitcoin: Was treibt den Preis nach oben? China, Zuckerberg, Short-Squeezes oder doch Markt-Manipulation?

Die Kryptowährung Bitcoin hat über das Wochenende eine enorme Erholung hingelegt und ist an bestimmten Krypto-Börsen zeitweise wieder über die Marke von 10.000 Dollar gestiegen. Derzeit liegt der Kurs wieder bei etwa 9.400 Dollar. Bis Mittwoch war der Bitcoin noch deutlich unter Druck gestanden – der Kurs fiel bei Bitstamp bis auf 7293 Dollar und damit den tiefsten Stand seit Mai.

Am Freitagnachmittag setzte aber eine heftige Gegenbewegung ein, die den Kurs inzwischen um rund rund 2300 Dollar oder fast ein Drittel nach oben trieb. Wie meistens bei den starken Ausschlägen bei Kryptowährungen gab es keinen klaren Grund.

China als Kurstreiber? Eher unwahrscheinlich

Einige Bitcoin-Expeten wie Timo Emden von Emden Research sahen positive Aussagen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping über die Bedeutung der Blockchain-Technologie und damit der Technik, die dem Bitcoin zugrunde liegt, als Grund für den Stimmungsumschwung. Dies nähre die Hoffnung, dass es für die Kryptowährungen bald mal wieder Rückenwind geben könnte, nachdem es in den vergangenen Jahren eher Gegenwind durch neue Auflagen gegeben hatte.

Gegen dieses Argument spricht jedoch, dass China sich zwar positiv zur Blockchain-Technologie äußert und in diesem Bereich aktiv ist, doch gegenüber dem Bitcoin negativ eingestellt ist. 2017 wurden in China lokale Krypto-Börsen geschlossen und Initial Coin Offerings von chinesischen Anbietern verboten. Die chinesische Regierung arbeitet an einer eigenen Kryptowährung, die nächstes Jahr gestartet werden soll. Ein entsprechendes Gesetz, das den Weg freimachen soll, wurde abgesegnet und soll zum 1. Januar in Kraft treten. Die Notenbank People´s Bank of China (PBOC) plant, die neue Währung unter anderem über Zahlungsplattformen des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba sowie des ebenfalls einheimischen Internetgiganten Tencent zu verbreiten.

Short-Squeezes?

Der starke Anstieg am Freitagabend könnte nach Einschätzung von Emden zudem auf einen sogenannten Short-Squeeze zurückzuführen sein. Es deute vieles darauf hin, dass wegen der Aufwärtsdynamik zahlreiche Leerverkäufer, die mit fallenden Kursen Geld verdienen wollen, zum Glattstellen der eigenen Positionen gedrängt wurden.  Seit man über Derivate auf die Entwicklung von Kryptowährungen wie dem Bitcoin wetten kann, kommt es angeblich immer wieder zu Short-Squeezes. Auch umgekehrt soll die Entstehung und das anschließende Platzen der Blase nach dem letzten parabolischen Anstieg Ende 2017 durch den Handel mit Derivaten ausgelöst worden sein.

Zuckerberg vor US-Kongress in die Mangel genommen

Das Mehrmonatstief am Mittwoch hatten Marktteilnehmer mit einer Anhörung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor einem amerikanischen Kongressausschuss begründet. In dieser ging es um die von Facebook geplante Digitalwährung Libra. Das Vorhaben zieht starke Kritik von Politik, Regulatoren und Zentralbankern auf sich. Einige wichtige Unterstützer wie der Bezahldienst Paypal sind mittlerweile abgesprungen. Ein Argument von Zuckerberg schien die Senatoren jedoch zumindest ein wenig zum Nachdenken gebracht zu haben, denn der Facebook-CEO wies darauf hin, dass selbst wenn Amerika sich gegen die Innovation sträuben würde, andere nicht schlafen würden, wie man am Beispiel Chinas sieht. Aus Sicht von Zuckerberg könnte Libra dafür sorgen, dass die USA ihre führende Stellung in der Finanzbranche verteidigen können.

2019 wieder ein extrem volatiles Jahr für den Bitcoin

Der Bitcoin selbst ist für seine Kurskapriolen bekannt – das disqualifiziert die Digitalwährung in den Augen von Kritikern als Zahlungsmittel. So schwankte der Kurs alleine in diesem Jahr zwischen knapp über 3000 Dollar Anfang des Jahres und fast 14000 Dollar im Juni. Der starke Anstieg im Juni hatte an den Herbst 2017 erinnert, als der Bitcoin eine Tausender-Marke nach der nächsten übersprungen hatte und innerhalb weniger Monate von 2000 bis auf 20.000 Dollar stieg. Ein Argument, welches bei diesen starken Kursschwankungen immer wieder vorgebracht wird, ist die starke Konzentration der Bitcoins auf wenige Wallet-Adressen, sogenannter „Whales“, die mit ihren hohen Mengen an BTC in der Lage sind, den Markt zu beeinflussen - Der Verdacht ist, dass dies in der Vergangenheit auch immer wieder durchgeführt wurde.

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Trotz der jüngsten Kurserholung sind die Kryptowährungen weit entfernt von ihrer Bewertung, die sie noch Ende 2017 und Anfang 2018 hatten. Damals war der Gesamtwert aller Kryptowährungen zeitweise über die Marke von 800 Milliarden Dollar gestiegen. Am Samstagnachmittag lag die Marktkapitalisierung der 3047 bei der Plattform CoinMarketCap erfassten Digitalwährungen bei knapp 250 Milliarden Dollar – davon entfallen alleine auf den Bitcoin rund 170 Milliarden Dollar.

Von Alexander Mayer mit Material von dpa-AFX

Titelfoto: Travis Wolfe / Shutterstock.com

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