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Börsen in Europa unter Druck - Keine Brexit-Lösung in Sicht

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Furcht der Anleger vor einem Brexit-Chaos und einer globalen Konjunkturkrise hängt wie ein Damoklesschwert über den Börsen.

Der Dax rutschte am Dienstagvormittag nach einem positiven Handelsauftakt ins Minus und verlor 0,3 Prozent auf 11.316 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte unverändert bei 3299 Zählern. "Es bleiben weiterhin einige Unsicherheiten und auch von Unternehmensseite überwiegen negative Nachrichten. Daher testet der Markt nun erstmal sein Abwärtspotenzial aus", sagte ein Händler.

Vor allem mit Blick auf den EU-Ausstieg Großbritanniens ist wenige Tage vor dem ursprünglichen Austritts-Datum 29. März alles offen. Das britische Parlament rang der Regierung um Premierministerin Theresa May die Kontrolle über den Brexit ab und will am Mittwoch über Alternativen zu dem schon zweimal abgelehnten Austrittsvertrag abstimmen. "Es kann noch je nach Betrachtungsweise entweder zum angestrebten wie auch immer gearteten Brexit, einem politischen GAU oder zum Ende des Schreckens kommen", sagte Analyst Bernd Krampen von der NordLB.

Das Pfund rutschte um 0,3 Prozent auf 1,3162 Dollar ab. Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen warnte vor einem bösen Erwachen für Anleger. "Es besteht durchaus die Gefahr, dass sich das Unterhaus morgen auf keine der Optionen einigen kann, womit ein No-Deal Brexit umso wahrscheinlicher werden würde." Dies würde bedeuten, dass die Briten ohne konkrete Klauseln aus der EU austreten, wodurch etwa der Warenverkehr stark gestört werden könnte. Großbritannien ist einer der wichtigsten Abnehmer von Produkten "Made in Germany".

Angesichts der Unsicherheiten ist die Stimmung unter den deutschen Exporteuren laut dem Münchner Ifo-Institut so schlecht wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Außerdem trübte sich die Stimmung der privaten Verbraucher den zweiten Monat in Folge ein.

FURCHT VOR STRAFEN IN USA DRÜCKEN BAYER ANS DAX-ENDE

Schlusslicht im Dax waren erneut Bayer. Die Titel fielen um bis zu 3,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren. Seit Monatsanfang summiert sich der Abschlag nun auf rund 18 Prozent. Ein Händler führte das auf die unsicheren Aussichten bezüglich der US-Prozesse um den Unkrautvernichter Glyphosat zurück. Bayer drohen hohe Kosten, hunderte Verfahren sind anhängig.

Unter Druck gerieten Aktien von deutschen Medienkonzernen, nachdem Apple einen neuen Streaming-Dienst sowie Spiele- und Nachrichten-Angebote vorgestellt hat. Der Konzern will künftig wie Amazon und Netflix eigene Filme und Serien produzieren. Experten sehen darin eine höhere Konkurrenz für die hiesigen TV-Anbieter. ProSiebenSat.1 verloren 1,1 Prozent, RTL und Axel Springer büßten je rund ein Prozent ein.

In Dänemark ergriffen Anleger von Bang & Olufsen die Flucht, der Aktienkurs brach um bis zu 26,7 Prozent ein. Der Lautsprecher-Hersteller warnte zum zweiten Mal binnen Monaten vor sinkenden Umsätzen und Gewinnen.

An der Londoner Börse rückten die Aktien von Ocado um 5,4 Prozent vor, nachdem die Supermarktkette eine Kooperation mit dem australischen Lebensmittelriesen Coles angekündigt hat. Es ist bereits der fünfte Partnerschafts-Deal mit einem ausländischen Konzern in knapp eineinhalb Jahren.

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