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Börsenerfolg durch künstliche Intelligenz?

Stefan Riße

Künstliche Intelligenz ist das große Thema derzeit. Nicht mehr der Computer, der vom Menschen gefüttert wird und das ausführt, was der Mensch von ihm erwartet, sondern der Computer und Roboter, der selber lernt und sich dadurch immer weiter optimiert. Vielen macht das Angst. Übernehmen die Computer bald die „Weltherrschaft“, so das apokalyptische Szenario. Doch die Angst ist unbegründet. In vielen Bereichen ist das menschliche Gehirn dem Computer noch immer weit überlegen. So braucht ein Computer Millionen von Katzenbildern, um dann mit über 90prozentiger Sicherheit Katzen zu erkennen. Ein dreijähriges Kind braucht nur ein paar Bilder und weiß dann zu 100 Prozent, was eine Katze ist. Diese Transferleistung ist für den Computer unglaublich schwer.

Verarbeitung von Zahlen und Mustererkennung

Wo die Angaben aber konkret sind, also klare Zahlen geliefert werden, da ist der Computer dem menschlichen Gehirn in Geschwindigkeit und Genauigkeit deutlich überlegen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Portfoliomanagement eine große Chance bietet. Hunderttausende Kennzahlen können so verarbeitet und Muster erkannt werden, die sich in der Kursentwicklung widerspiegeln. Denn es ist klar, dass die fundamentalen Kennzahlen vor allem langfristig in einem Verhältnis zu den Kursen einer Aktiengesellschaft stehen. Hier Muster zwischen einer Veränderung gewisser Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz und allen zur Verfügung stehenden Daten und der Wertentwicklung zu erkennen, erlaubt Prognosen, die vorher so nicht möglich waren.

Buzz-Wörter als Vorbote künftiger Trends

Eine andere Einsatzmöglichkeit ist die Auswertung gewisser Schlüsselwörter, die in Zusammenhang mit der Analyse beziehungsweise Besprechung einzelner Aktien vorkommen. Steigt die Anzahl positiv belegter Besprechungen eines Unternehmens, entsteht eine Stimmungslage, die geeignet ist, eine Eigendynamik zu entfalten und so zu einer Outperformance der entsprechenden Aktie führt. Die Firma BUZZ Indexes Inc hat hierzu in Bezug auf den US-Aktienmarkt einen Index entwickelt, der die 75 Aktien mit dem besten Sentiment, also den besten Urteilen erfasst. Früh wird erkannt, wann ein Wert zunehmend positive Besprechungen erhält. Ist dies der Fall, wird die Aktie in den Index aufgenommen. So soll gegenüber dem S&P 500 eine Outperformance erzielt werden.

Erster Fonds auf Buzz-Wörter

Acatis Investment hat nun in Deutschland den ersten Fonds „ACATIS AI BUZZ US Equities“ auf diesen Index aufgelegt, in den entsprechend investiert wird. Das ist bereits der vierte Fonds aus dem Hause Acatis, bei dem die Aktienauswahl mit Hilfe künstlicher Intelligenz gesteuert wird. Die bereits vorhandenen Fonds werten systematisch Geschäftszahlen aus und selektieren so das Portfolio.

Eines ist klar, im Portfoliomanagement wird künstliche Intelligenz zukünftig nicht mehr wegzudenken sein.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Stefan Riße Stefan Riße Kapitalmartktstratege Acatis Investment

Stefan Riße Jahrgang 1968, aus Bremen ist Börsianer mit Leib und Seele. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit den internationalen Finanzmärkten.

Nach dem Abitur und Praktika bei Banken und Vermögensverwaltern arbeitete er zwei Jahre lang als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte. Er schrieb für Zeitschriften wie Forbes und Focus und ist seit über fünf Jahren ständiger Kolumnist für Focus Money.

Bekannt wurde Stefan Riße aber vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Börsenkorrespondent für "n-tv", wo von 2001 bis 2005 seine Berichte live vom Frankfurter Börsenparkett gesendet wurden. Von 2006 bis 2011 war er Chief Market Strategist der Deutschlandniederlassung von CMC Markets – dem ersten CFD- Market-Maker in Deutschland.

Seit Mai 2018 ist er Kapitalmarktstratege bei Acatis Investment und als dieser nach wie vor gefragter Interviewgast u. a. auch bei "n-tv" wo er regelmäßig auftritt.

Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er den im September 1999 verstorbenen Börsenaltmeister André Kostolany kennen, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft verband.

Sein bisher letztes Buch „Die Inflation kommt!“ war eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher im Jahr 2010 und erreichte Platz 1 der Handelsblatt-Bestsellerliste.

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