Britische Immobilienpreise mit stärkstem Anstieg seit 2006

Reuters

London (Reuters) - Die britischen Hauspreise sind so schnell gestiegen wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Von September bis November zogen sie um 3,4 Prozent im Vergleich zu den drei Vormonaten zuvor an, wie der Hypothekenfinanzierer Halifax am Dienstag zu seiner Datenanalyse mitteilte. Das ist das größte Plus seit Ende 2006. Ende November lagen die Preise damit um 8,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. "Die Entwicklung des Marktes wird weiterhin durch einen Mangel an verfügbaren Immobilien, einen starken Arbeitsmarkt und einen scharfen Wettbewerb zwischen den Hypothekenanbietern gestützt, der die Zinssätze in der Nähe historischer Tiefstände hält", erklärte Halifax-Geschäftsführer Russell Galley den Trend. Der durchschnittliche Preis für eine Wohnimmobilie wird mit 272.992 Pfund (321.214 Euro) angegeben - ein Rekordhoch.

Die Bank of England plant derweil, ihre Zinssätze in den kommenden Monaten von ihrem Rekordtief von aktuell 0,1 Prozent anzuheben. Das könnte künftig auch die Immobilienfinanzierung teuer machen. Allerdings könnte die Zentralbank wegen der vom Auftauchen der Omikron-Variante des Coronavirus geschürten Unsicherheit die für kommende Woche erwartete Zinserhöhung verschieben.

Die britischen Hauspreise sind während der Corona-Pandemie, wie in vielen anderen Industriestaaten auch, stark gestiegen. Ein Grund dafür ist auch der Trend zum Home Office, weshalb viele Briten größere Wohnungen suchen. Zudem gab es zeitweise steuerliche Anreize für einen Umzug.

Halifax zufolge gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach größeren, weniger zentral gelegenen Wohnungen nachlässt. So sind die Preise für Wohnungen schneller gestiegen als die für Einfamilienhäuser. "Wir würden nicht erwarten, dass das derzeitige Niveau des Preiswachstums im nächsten Jahr aufrechterhalten werden kann", sagte Galley. Das Verhältnis von Hauspreisen zu Einkommen sei bereits historisch hoch.

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