Bundesbank: Deutsche Institute in Krisentests robust

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Banken haben in den Stresstest von EBA und EZB nach Ansicht der Bundesbank ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. "Die deutschen Institute haben sich auch unter großem Stress als robust erwiesen. Sie würden die hohen Kapitalanforderungen selbst in einer schweren Wirtschaftskrise durchgehend erfüllen", bilanzierte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Freitagabend. "Selbst im harten Krisenszenario des Stresstests halten die meisten deutschen Institute mehr Kapital als die Aufsicht verlangt."

Den Stresstests der europäischen Bankenaufsicht EBA und der Europäischen Zentralbank (EZB) musste sich insgesamt 16 Banken aus Deutschland stellen. Im Krisenszenario des EBA-Test wurde unterstellt, dass sich die Corona-Krise zuspitzt und die Rückschläge infolge der Pandemie länger anhalten. Die Wirtschaft in der Europäischen Union würde in diesem Szenario in den drei Jahren bis einschließlich 2023 kumuliert um 3,6 Prozent schrumpfen. Zugleich wurde angenommen, dass die Arbeitslosenquote steigt und die Immobilienpreise kräftig einbrechen.

"Wegen der hohen Exporte der deutschen Volkswirtschaft und der starken Abhängigkeit deutscher Banken vom Zinsgeschäft ist der Kapitalverzehr bei den deutschen Banken leicht höher als im EU-Durchschnitt", sagte Wuermeling. "Das ist kein Grund zur Beunruhigung und auch keine Schwäche, sondern spiegelt nur die höhere Verwundbarkeit der deutschen Volkswirtschaft in einer weltweiten Rezession wider."

Zu berücksichtigen sei zudem, dass der Stresstest auf der Bilanz des Krisenjahres 2020 aufgesetzt habe, das mache ihn "schon extrem hart für die Banken". Geldhäuser mit schlechteren Stresstestergebnisse müssen aber damit rechnen, dass ihnen die Aufseher auftragen, Kapitalpuffer zu verstärken. "Hoher Kapitalverzehr im Stresstest führt zu höheren aufsichtlichen Kapitalanforderungen bei den Banken", betonte Wuermeling./ben/stw/he

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