Corona-Krise drückt Arbeitszeit und Monatsverdienste in Deutschland

Reuters

Berlin (Reuters) - Die Bruttomonatsverdienste der Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind wegen der Corona-Krise im Frühjahr so stark gesunken wie seit Jahren nicht mehr.

Sie fielen durchschnittlich um 2,2 Prozent zum zweiten Quartal 2019, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie hatte negative Effekte auf die Höhe und Entwicklung der Bruttomonatsverdienste sowie der Arbeitszeit." Zugleich habe das Kurzarbeitergeld die Einkommensverluste für die Beschäftigten zum Großteil abgefedert. Die bezahlte Wochenarbeitszeit der Beschäftigten fiel im Durchschnitt um 4,7 Prozent. "Die Bruttostundenverdienste wurden hingegen nicht durch die Kurzarbeit beeinflusst", betonten die Statistiker. Sie stiegen binnen Jahresfrist um durchschnittlich 2,6 Prozent.

Die Bruttoverdienste sind nur die vom Arbeitgeber gezahlten Verdienste und umfassen keine Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder Kurzarbeitergeld. Im Juli war nach Berechnungen des Ifo-Instituts die Zahl der Kurzarbeiter auf 5,6 Millionen gesunken, nach rund sieben Millionen im Mai. Die Kurzarbeit sowie die Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen wegen der Corona-Pandemie trafen die einzelnen Branchen im zweiten Quartal 2020 unterschiedlich stark. Die größten Rückgänge der Bruttomonatsverdienste gab es in den Wirtschaftszweigen Beherbergung mit -18 Prozent, Herstellung von Kraftwagen mit -17 Prozent sowie im Bereich der Reisebüros beziehungsweise Reiseveranstalter mit -15 Prozent.

Grund dafür ist vor allem der Rückgang der Arbeitszeit, der bei minus 20 Prozent (Beherbergung, Herstellung von Kraftwagen) beziehungsweise -18 Prozent (Reisebranche) lag. Ebenfalls stark von einer negativen Bruttolohnentwicklung betroffene Wirtschaftsbereiche sind die Luftfahrt, die Gastronomie und auch der Einzelhandel.

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