Coronavirus Update: Mehr als eine halbe Millionen Infizierte weltweit – Keine Trendwende in Italien in Sicht, USA jetzt mit den meisten Fällen

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Coronavirus Update: Mehr als eine halbe Millionen Infizierte weltweit – Keine Trendwende in Italien in Sicht, USA jetzt mit den meisten Fällen

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten bereits mehr als eine halbe Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Bei mehr als 510.000 Menschen rund um den Globus ist eine solche Infektion bestätigt, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervorgeht. Rund 23.000 Menschen starben demnach inzwischen nachweislich an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Das Virus breitete sich zuletzt rasant aus: Die Zahl der weltweit bekannten Infektionen hatte nach Angaben der US-Universität erst am Samstag die Marke von 300.000 durchbrochen, am Dienstag dann die Marke von 400.000.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In Italien noch keine Trendwende in Sicht

Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes „gutes Signal“, dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe.

Die Lage in den sechs Krankenhäusern der Provinz Bergamo sei weiter „sehr kritisch“, sagte Tersalvi. Die Kliniken seien voll mit Intensivpatienten und „am Limit“. Etwas Entlastung verschaffe die hausärztliche Versorgung. Viele weniger schwer Erkrankte würden zu Hause behandelt. „Das hilft“, sagte Tersalvi, der die Zusammenarbeit aller Kliniken in der Provinz steuert.

Welche Fehler in Norditalien zu Beginn der Corona-Krise gemacht wurden, sei noch nicht abschließend zu bewerten. „Das kann man jetzt nur schwer sagen. Wir sind noch zu sehr im Notfallmodus“, sagte Tersalvi. Die medizinische Aufnahmekapazitäten seien verdoppelt worden. Man hätte aber schneller mit Ausgangssperren reagieren können.

Die italienische Bevölkerung sei sehr alt, und die Lungenkrankheit Covid-19 betreffe vor allem Alte, sagte Tersalvi. Das habe für „sehr große Probleme und sehr viele Todesfälle gesorgt“. Die Versorgung der vielen kleinen Dörfer sei ausgesprochen schwierig; vielen älteren Menschen mache das Angst.

Die Schutzmaßnahmen in Deutschland hält Tersalvi indes für angemessen. Wenn man – wie in der Provinz Bergamo – jeden Tag 100 bis 120 Tote zähle, dann seien die in Deutschland verhängten Restriktionen „nicht übertrieben“.

USA nun mit den meisten Infizierten weltweit

Die USA haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. In den Vereinigten Staaten gab es bis Freitagfrüh mehr als 85.900 bekannte Infektionen, in China mehr als 81.700 und in Italien mehr als 80.500, wie aus einer Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervorgeht. US-Präsident Donald Trump telefonierte nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und hob die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervor.

„China ist schon weit vorangekommen und hat ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Großer Respekt!“, schrieb Trump auf Twitter. In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neue Virus Sars-CoV-2 Ende vorigen Jahres zuerst aufgetreten. Inzwischen gibt es in China laut offiziellen Angaben kaum noch Neuerkrankungen. In den USA hat deren Zahl zuletzt dagegen dramatisch zugenommen – bis zum Freitagmorgen wurden 1296 Tote gemeldet – die meisten in New York.

Auch Xi Jinping rief in dem Gespräch zum gemeinsamen Kampf gegen das Virus aus. „Nur wenn die internationale Gemeinschaft zusammen reagiert, kann es besiegt werden“, sagte der Staatschef dem chinesischen Staatssender CCTV zufolge. Auch bot Xi Jinping den USA Unterstützung an. „China versteht die derzeit schwierige Situation der Vereinigten Staaten und ist bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten Unterstützung zu leisten“, sagte er.

Das Telefonat zwischen Trump und Xi Jinping folgte auf zwei außerordentliche Konferenzen der G20- und G7-Staatengruppen in den vergangenen Tagen, in denen über die Pandemie beraten wurde.

Die G7-Außenminister konnten sich am Mittwoch nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen, nachdem die USA schon in den Vorgesprächen darauf bestanden hatten, in einer möglichen Abschlusserklärung die chinesische Herkunft des Virus zu betonen. Der US-Chefdiplomat Mike Pompeo hatte bei seinem Auftritt wiederholt vom „Wuhan-Virus“ gesprochen und betonte, die Pandemie habe in der chinesischen Stadt Wuhan begonnen. Auch Trump hatte zuvor immer wieder den Begriff „chinesisches Virus“ benutzt, was ihm Kritik einbrachte.

Weitere 55 importierte Fälle in China

Unterdessen kündigte China am Donnerstag an, die Einreise von Ausländern auszusetzen, um die Zahl der importierten Coronavirus-Fälle einzudämmen. Peking kündigte auch an, dass es sowohl ausgehende als auch eingehende internationale Flüge stark einschränken werde.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, wurden 55 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits knapp 600 solcher Fälle.

Wie aus den offiziellen Zahlen der Gesundheitskommission vom Freitag hervorging, gab es erneut keine lokalen Erkrankungen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten, starben jedoch weitere fünf Menschen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: creativeneko / Shutterstock.com

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