Coronavirus: Whatever it takes

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Rückblick auf die vergangene Woche 

Whatever it takes. Man mag sich nicht ausmalen, wie oft Markus Söder mit ernster Miene schon vor dem Spiegel geübt hat, diesen Satz in einer Pressekonferenz zu sagen. In der vergangenen Woche endlich durfte er ran. Und er hat die Aussage auf Deutsch gleich mehrere Male wiederholt. Die Bundesregierung werde alles Nötige tun, um die Coronavirus-Krise zu meistern. Egal, was es kostet.

Krisenzeiten sind gute Zeiten für Politiker. Da können sie Handlungsstärke zeigen und das verängstigte Volk hinter sich scharen. Söder wusste die Chance zu nutzen, sich als Staatsmann zu präsentieren. Man wartete förmlich auf den Satz: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche. Wie auch immer: Deutschland ist in der Tat handlungsfähig genug, diese Krise zu meistern. Der Staat kann sich derzeit über beide Ohren verschulden, ohne Zinsen dafür zahlen zu müssen. Im Gegenteil: Er bekommt sogar noch welches dafür. Das ist derzeit ein Glück im Unglück. An der Börse wurde das sofort honoriert.

Wie sehr Hoffnung und Angst das Börsengeschehen beherrschen, ließ sich am Freitag, den 13. März, beobachten. Der DAX schoss bis 13:30 Uhr auf fast 10.000 Punkte nach oben. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Österreich machte seine Grenzen dicht, die spanische Regierung verhängte den Alarmzustand und die Schweiz stellte alle touristischen Orte unter Quarantäne - also quasi das ganze Land. Und so hingen wohl viele Börsenhändler in der Mittagspause einsam und schwer grübelnd über ihrer Suppe, weil sie der Aufforderung des Gesundheitsministers gefolgt waren, soziale Kontakte zu meiden. Und sie entschieden sich, der Panik doch noch einmal freien Lauf zu lassen und Wertpapiere zu verkaufen. So blieb von der anfänglichen Begeisterung für deutsche Aktienwerte am Ende des Tages nicht mehr viel übrig. Ein Plus von 0,77 Prozent. Immerhin.

Es ist ein Anfang. In Zeiten, in denen es kein anderes Thema mehr zu geben scheint als ein zugegebenermaßen gefährliches Virus, ist man schon dankbar für kleine positive Signale. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen, die sich nun aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, ihre Zeit zu Hause jetzt nicht nur damit füllen, auf Netflix und Amazon Prime Serien zu schauen oder den zahlreichen im Netz umherschwirrenden Verschwörungstheorien zum Coronavirus nachzuhängen, sondern auch mal innezuhalten und über den Lauf der Welt nachzudenken. Vielleicht kommt der Eine oder Andere dabei ja auch zu der Erkenntnis, dass sich das Virus zwar im Moment sehr schnell ausbreitet, aber irgendwann Geschichte sein wird. Zwangsläufig. Der genaue Zeitpunkt und die Zahl an Opfern stehen zwar noch nicht fest. Doch es wird selbst im schlimmsten Fall kein Jahr dauern, bis eine kritische Menge an Menschen infiziert und in der Folge Antikörper entwickelt haben wird. Die Pandemie wird dann ihr Ende finden. Schon aus mathematischen Gründen.

Man muss kein Rasputin und kein Nostradamus sein, um vorherzusagen, dass auf das Jammertal der Virus-Krise ein erleichtertes Freudenfest folgen wird. In den Tanz- und Theatersälen, in den Shopping Malls und auch wieder an den Börsen. Denn der aktuelle Crash ist nicht aus einer Systemkrise heraus entstanden. Die Unternehmen sind gesund, und es ist so viel Geld da wie nie zuvor. Es ist nur nicht mehr so viel in Umlauf, wenn die Menschen dazu angehalten werden, zu Hause zu bleiben. Anleger, die das im Hinterkopf haben, bietet sich in den nächsten Wochen an der Börse die Chance ihres Lebens. Es wird sich lohnen, rechtzeitig zuzugreifen. Whatever it takes.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW die Umfrageergebnisse zur Konjunkturerwartung in Deutschland. Die ZEW Konjunkturerwartungen zeigen die Differenz zwischen optimistischen und pessimistischen institutionellen Anlegern. Spannend wird sein, ob die Stimmen derjenigen, die angesichts der aktuellen Corona-Krise verzweifelt sind, lauter ist als die Stimmen derjenigen, die über den Horizont hinausschauen.

Am Mittwoch veröffentlicht Italiens Nationales Statistik-Institut aktuelle Zahlen zu Aufträgen, zum Umsatz in der Industrie und zur italienischen Handelsbilanz. Man hat sich in Italien schon mal auf lustigere Veranstaltungen gefreut. Aber vielleicht findet die offizielle Pressekonferenz auch gar nicht statt, und die Daten werden den zu Hause arbeitenden italienischen Finanzjournalisten unter den Türschwellen in ihre Wohnungen geschoben. Mit etwas Glück bleiben die Umschläge ja ungeöffnet.

Am Donnerstag verkündet das Bureau of Economic Analysis die Zahlen zur Leistungsbilanz der USA. Die Leistungsbilanz legt alle Ausgaben und Einnahmen der US-Volkswirtschaft offen, darunter auch die Importe und Exporte von Gütern und Dienstleistungen. Die Zahlen werden Donald Trump vermutlich nicht gefallen. Der Schwung der ersten Jahre seiner Amtszeit ist dahin. Die Folgen der Coronavirus-Krise machen es nicht besser.

Am Freitag folgt die EZB mit der Veröffentlichung der Leistungsbilanz der Euroländer. Auch das wird aller Voraussicht nach keine Veranstaltung, für die Vergnügungssteuer erhoben werden könnte. Anders als in den USA werden wohl Pluszeichen vor den Zahlen stehen. Doch von Wachstum redet im Moment Niemand mehr.

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