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Daimler bremst Gewinnerwartung ++ Wirecard startet neues Projekt ++ Comcast legt wohl nach

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Daimler bremst Gewinnerwartung ++ Wirecard startet neues Projekt ++ Comcast legt wohl nach

Daimler sieht sich als erstes Opfer der Zollstreitigkeiten. Der Stuttgarter Autobauer hat wegen des US-chinesischen Handelsstreits eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr herausgegeben. Die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos könnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, erklärte der Konzern am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung. Zudem werde man wegen der Abgaben wohl weniger Geländewagen in der Volksrepublik als erwartet verkaufen.

Als weitere Gründe nannte der Autobauer neue Standards für Abgastests, den Rückruf von Dieselautos und eine schwächere Nachfrage nach Bussen in Lateinamerika. Der Betriebsgewinn (Ebit) des Konzerns werde wegen dieser Entwicklungen voraussichtlich leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

Die USA haben Zölle für zahlreiche chinesische Produkte erlassen, worauf die Führung in Peking mit höheren Abgaben auf amerikanische Waren reagiert hat. Zudem hat US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen auf chinesische Waren mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar gedroht. China hat für diesen Fall Vergeltung angekündigt.

Davon betroffen wären möglicherweise SUVs, die aus dem Daimler-Werk in Alabama in die Volksrepublik geliefert werden. Allein im vergangenen Jahr wurden in dem US-Bundesstaat mehr als 286.000 Fahrzeuge gebaut, die nach Unternehmensangaben in mehr als 135 Märkte exportiert werden.

Der Schuss ging dann wohl etwas nach hinten los. Erst 2017 hatte Daimler berichtet eine Milliarde Dollar in das Werk in Alabama zu investieren und 600 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Donald Trump hat es gefreut. Als Dankeschön dafür fängt der US-Präsident einen Handelsstreit mit China an und Dieter Zetsche muss zurückrudern.

Viel Mitleid haben die Anleger heute mit dem Damler-Chef nicht. Die Aktie liegt deutlich im Minus. Gewinnwarnung schmecken dem Markt halt nicht, egal welche Gründe der Auslöser sind.

Der DAX hingegen lässt sich von Daimler nicht aus der Ruhe bringen und startet mit einem leichten Plus in den Tag. Im Fokus der Anleger steht auch die Aktie von ThyssenKrupp. Die Essener sollen angeblich einen höheren Teil am Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel bekommen.

Wirecard und Visa legen los

Der Finanzdienstleister gibt ein neues Fleet-Card-Programm bekannt, das Verbrauchern, Unternehmen, Banken und Mineralölgesellschaften die erste vollständig digitale Open-Loop Fleet-Card-Lösung bietet. Das Produkt wurde zusammen mit Visa, dem globalen Marktführer im Zahlungsverkehr, entwickelt und ist eine Erweiterung der kürzlich unterzeichneten strategischen Partnerschaft zwischen Wirecard und Visa.

Die Flottenlösung kombiniert hochentwickelte Flottenmanagement-, Tracking- und Reporting-Tools mit der Möglichkeit, Leistungen zu autorisieren, zu verwalten und sicher zu bezahlen – wie etwa Beträge für Flottenwartungen, Kraftstoff, Unterkunft und Verpflegung. Da die gesamte Lösung auf Visas Open-Loop-Karten basiert, kann das Produkt im gesamten Visa-Netzwerk eingesetzt werden – ohne die technischen Einschränkungen geschlossener und privater Netzwerke. Die Lösung wird zunächst in den Ländern Mittel- und Osteuropas, des Nahen Ostens und Afrikas (CEMEA) eingeführt.

Die Anleger nehmen die Nachricht heute freundlich auf. Die Aktie liegt über ein Prozent im Plus.

Bietergefecht um 21st Century Fox ist wohl noch nicht beendet

Im aktuellen Kampf um große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium schreckt das aufgestockte Angebot von Medienkonzern Walt Disney den Bieterrivalen Comcast offenbar noch nicht ab. Comcast-Chef Brian Roberts habe in privatem Kreis seine Bereitschaft signalisiert, auch die Offerte des US-Kabelkonzerns aufzustocken, berichtete die „Financial Times“ heute unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Eine offizielle Stellungnahme lehnte das Unternehmen ab.

Comcast hat sich laut Zeitung aber bereits mit seinen Banken Wells Fargo und Bank of America beraten, wie der Konzern noch mehr Geld zusammenbekomme, ohne seine gute Kreditwürdigkeit bei den Rating-Agenturen zu verlieren. Die Rating-Agentur Moody’s hatte Comcast bereits vor einer möglichen Herabsetzung der Bonität gewarnt.

Auch beim umworbenen Medienkonzern Fox gehe man derzeit davon aus, dass Comcast mit einem höheren Angebot zurückkomme, berichtete das Blatt unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld der Murdoch-Familie weiter. Allerdings sehe Murdoch Disney wegen geringerer regulatorischer Hürden weiterhin als den geeigneteren Käufer an.

Der Unterhaltungsriese Disney hatte am Mittwoch seine Offerte für Fox angehoben und ist nun bereit, fast 20 Milliarden Dollar mehr auszugeben. Das Angebot wurde von 28 auf 38 Dollar je Aktie aufgestockt, damit ergibt sich nun eine Gesamtbewertung von 71,3 Milliarden Dollar, nach 52,4 Milliarden im Dezember. Die jüngste Offerte von Comcast lag bei 65 Milliarden Dollar. Disney bot zudem an, einen Teil des Kaufpreises bar zu bezahlen und nicht in eigenen Aktien.

Kurz & Knapp:

MüRü: Der Rückversicherer spricht laut einem Pressebericht mit Guggenheim Partners über den Verkauf seiner Vermögensverwaltung. Der DAX-Konzern erhielte im Gegenzug einen Minderheitsanteil an der Investmentgesellschaft, wie das „Wall Street Journal“  am Mittwochabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Die Gespäche seien noch in einem frühen Stadium und der Vollzug ungewiss. Ein Sprecher der Munich Re sagte, derartige Gerüchte würden nicht kommentiert.

Novo Nordisk: Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk baut nach positiven Studiendaten weiter auf seinen Diabetes-Hoffnungsträger Semaglutid (Ozempic). Das oral eingenommene Mittel habe sich in zwei Phase-III-Studie bei der Behandlung von Typ 2-Diabetes bei Erwachsenen in puncto Gewichtsreduktion und einem Blutzuckerlangzeitwert gegenüber Victoza als statistisch überlegen erwiesen, wie der Konzern am Mittwochabend in Bagsvaerd mitteilte. Die am US-Aktienmarkt gehandelten Hinterlegungsscheine der Dänen (ADRs) legten daraufhin um mehr als 2 Prozent zu.

Novo Nordisk hatte Ozempic erst im Februar auf den US-Markt gebracht und darüber hinaus die Zulassung für Europa und Japan erhalten. Auch Victoza ist ein Medikament der Dänen zur Behandlung von Diabetes und wird injiziert.

Öl: Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 74,24 US-Dollar. Das waren 50 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 27 Cent auf 65,44 Dollar.

Vor dem Treffen des Ölkartells Opec und anderen wichtigen Förderländer wie Russland an diesem Freitag haben sich die Einigungschancen offenbar verbessert. Vor allem das mächtige Opec-Land Saudi-Arabien will zusammen mit Russland eine höhere Förderung durchsetzen. Die Opec-Länder Iran, Irak, und Venezuela sperrten sich zuletzt dagegen. Der iranische Energieminister Bijan Namdar Zanganeh sagte am Mittwoch jedoch, er sei optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen könne. Zuvor hatte er noch mit einem Veto gedroht.

Derzeit werde eine Anhebung der Fördermenge von 300 000 bis 1,5 Millionen Barrel täglich diskutiert, erklärt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. „Ein Anstieg um mehr als eine Million wäre aber völlig unrealistisch.“

Hintergrund des Treffens ist die seit Anfang 2017 eingerichtete Fördergrenze durch das sogenannte „Opec+“-Bündnis. Dieses besteht aus den Opec-Ländern und weiteren großen Ölproduzenten wie Russland. Offenbar gibt es Bestrebungen, das eigentlich auf Zeit angelegte Bündnis zu einem dauerhaften Bund umzuwandeln.

Von Markus Weingran

Foto: Taina Sohlman / Shutterstock.com

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