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Daimler legt Ausbau des Mercedes-Werks in Ungarn auf Eis

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Daimler vertagt die milliardenschwere Erweiterung des Mercedes-Pkw-Werks im ungarischen Kecskemet.

Daimler legt Ausbau des Mercedes-Werks in Ungarn auf Eis

"Auf Grundlage der ständigen Optimierung unseres Produktionsnetzwerks verschieben wir den weiteren Ausbau der Fabrik", erklärte eine Sprecherin am Mittwoch. Doch die langfristige Strategie sehe die Expansion weiterhin vor. Das "Handelsblatt" hatte in dieser Woche mit Verweis auf Konzernkreise berichtet, es sei mindestens eine Verschiebung um ein Jahr geplant. Grund sei die geringere Absatzerwartung in Europa.

Ursprünglich sollte die zweite Fabrik am Standort Kecskemet Ende dieses Jahrzehnts den Betrieb aufnehmen. Die Investition dafür belief sich auf eine Milliarde Euro, mehr als 2500 Arbeitsplätze sollten geschaffen werden. Im Juni 2018 war die Grundsteinlegung. Damals erklärte Produktionschef Markus Schäfer, das Werk werde so flexibel ausgelegt, dass verschiedene Fahrzeugarchitekturen und die unterschiedlichen Antriebsformen einschließlich E-Autos auf einem Band gefertigt werden könnten. Im vergangenen Jahr habe das Kompaktwagenwerk Kecskemet mit rund 4700 Beschäftigten mehr als 190.000 Fahrzeuge produziert. Seit 2018 läuft dort die neue A-Klasse vom Band. Exklusiv in Ungarn produziert werden zwei Varianten des CLA. Auch die B-Klasse wird in Ungarn gebaut.

Daimler äußerte sich zu den Gründen des Bremsmanövers nicht. Die Marktstrategie werde den Wachstumsaussichten angepasst, die Produktionskapazitäten prüfe Mercedes ständig, hieß es. Derzeit seien die Werke weltweit hoch ausgelastet. Ende April hatte der Konzern bekräftigt, den Pkw-Absatz im Gesamtjahr leicht zu steigern, auch wenn die Automärkte nach Einschätzung von Daimler in Europa seitwärts und in den USA und China abwärts gehen. Von Januar bis April verkaufte die Marke mit dem Stern mit knapp 743.000 Fahrzeugen fünfeinhalb Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal war das Betriebsergebnis der Hauptsparte Pkw wegen der schwachen Autokonjunktur und Produktionsproblemen in den USA und Mexiko um mehr als ein Drittel auf knapp 1,3 Milliarden Euro eingebrochen.

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