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Dax: Auftrieb dank erster veröffentlichter Powell-Aussagen – Auch die US-Märkte schöpfen vorbörslich Hoffnung

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Dax: Auftrieb dank erster veröffentlichter Powell-Aussagen – Auch die US-Märkte schöpfen vorbörslich Hoffnung

Der Dax hat am Mittwochnachmittag sein Minus verringert. Auslöser dafür war das vorab veröffentlichte Manuskript einer mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses. Er verwies auf die unsicheren Wirtschaftsaussichten und auf Risiken resultierend aus der geringen Inflation. Investoren beruhigte das ein wenig – waren nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche doch Zweifel aufgekommen, ob die Fed wirklich schon wieder die Zinswende einleitet und Billiggeld in die Märkte pumpt.

Der Dax notierte zuletzt noch 0,03 Prozent tiefer bei 12432,93 Punkten. Der MDax gewann 0,24 Prozent auf 25884,08 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,2 Prozent aufwärts. Auch An der Wall Street hat das Manuskript vorbörslich bereits Wirkung gezeigt, so taxierte der Broker IG den US-Leitindex Dow Jones Industrial rund eine dreiviertel Stunde vor dem Börsenstart bei 26827 Punkten – das war ein Plus von 0,14 Prozent.

Levi Strauss und Comcast im Fokus der US-Märkte

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Unter den US-Einzelwerten stehen die Aktien von Levi Strauss (Levi’s) im Fokus. Für den traditionsreichen Jeans-Hersteller lief es im zweiten Quartal nicht so rund wie erwartet. Wegen hoher Kosten für den Börsengang brach der Gewinn im Jahresvergleich überraschend deutlich ein, und der Umsatzanstieg enttäuschte ebenfalls. Im vorbörslichen US-Handel sackten die Papiere zuletzt um rund 7 Prozent ab.

Die Anteilsscheine von Comcast hingegen gewannen vorbörslich gut 2 Prozent. Die Bank Goldman Sachs hatte die Papiere des Kabelkonzerns zum Kauf empfohlen und zudem auf eine Auswahlliste gesetzt. Analyst Brett Feldman verwies auf die soliden Fundamentaldaten sowie die finanzielle Flexibilität des Unternehmens und die attraktive Bewertung der Aktien.

Deutsche und CoBa beide im Plus

Aus Branchensicht waren am deutschen Markt Bankenwerte gefragt. Spitzenreiter im entsprechenden europäischen Branchenindex waren die Anteilsscheine der Commerzbank mit einem Plus von 3,8 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank stoppten ihren Abwärtstrend der vergangenen beiden Tage zunächst und gewannen zuletzt 1,9 Prozent.

Dagegen gerieten Immobilienwerte unter Druck. Entsprechend büßten die Papiere von Vonovia am Dax-Ende 0,9 Prozent ein. Die Aktien von LEG Immobilien, Deutsche Wohnen und TAG Immobilien verzeichneten Abgaben zwischen 1,0 und 1,7 Prozent.

Leoni-Aktie legt wilden Ritt hin

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Leoni mit einer rasanten Achterbahnfahrt im Anlegerfokus. In den Köpfen der Aktionäre des kriselnden Autozulieferers Leoni spukt weiterhin das Gespenst einer möglichen Kapitalerhöhung herum. Daran änderte am Mittwoch auch die angekündigte mögliche Trennung von der Sparte für die Produktion von Kabeln und Verbindungslösungen (WCS) nichts. Im frühen Handel waren die Papiere noch um mehr als 8 Prozent gestiegen, dann aber um rund 4 Prozent ins Minus gefallen. Zuletzt lag der Kurs der Anteilsscheine wieder 0,6 Prozent im Plus.

Die Südzucker-Tochter Cropenergies profitierte im ersten Geschäftsquartal von einer Erholung der Ethanolpreise und verdiente deutlich mehr. Vorläufige Zahlen hatten die Kurpfälzer bereits im Juni vorgelegt und dabei die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst. Die Cropenergies-Papiere gewannen 2,7 Prozent, Südzucker-Titel sanken hingegen um 0,2 Prozent.

Deutz muss herbe Verluste einstecken

Der jüngste Kursrutsch der Deutz-Aktien kannte auch am Mittwoch kein Halten: Mit einem weiteren Verlust von gut 4 Prozent beläuft sich das Minus seit dem vorsichtigen Interview von Vorstandschef Frank Hiller vor zwei Tagen nun bereits auf fast 25 Prozent. Hiller hatte gesagt, dass sich die Nachfrage nach Motoren abkühle und der Höhepunkt wohl erreicht sei. Öl ins Feuer goss nun Analystin Charlotte Friedrichs von der Berenberg Bank mit der Streichung ihrer Kaufempfehlung für die Papiere des Motorenbauers. Nach dem guten Lauf der Aktien 2019, die nach zwischenzeitlich plus 76 Prozent bis Mitte Juni wieder zurück auf dem Niveau von März sind, sieht Friedrichs nun zunehmende Risiken.

Die Aktien von Telefonica Deutschland verloren knapp 2 Prozent und kamen ihrem jüngsten Rekordtief bei 2,36 Euro wieder bedrohlich nahe. Analyst Jakob Bluestone von der Credit Suisse hatte sein Kursziel deutlich auf 2,40 Euro gekappt und signalisiert damit kaum Erholungspotenzial. Er rechnet zudem mit einer Dividendenkürzung des Mobilfunkunternehmens.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent auf minus 0,31 Prozent zu. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 144,63 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,62 Prozent auf 172,09 Punkte.

Der Euro stieg zuletzt auf 1,1250 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1205 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8925 Euro gekostet.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Imagentle / Shutterstock.com

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