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DAX,Eurostoxx50,DowJones, Nasdaq100 - Positives Umfeld für aktive Händler

Harald Weygand

Nasdaq-100 - WKN: A0AE1X - ISIN: US6311011026 - Kurs: 6.964,37 Pkt (NASDAQ)
Dow Jones Industrial Average - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 24.899,41 $ (NYSE)
DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 12.953,93 Pkt (XETRA)
EURO STOXX 50 - WKN: 965814 - ISIN: EU0009658145 - Kurs: 3.562,01 Pkt (STOXX)

Ein wichtiger Motor des Bullenmarktes der vergangenen Jahre insbesondere in den USA waren Aktienrückkäufe. Viele Unternehmen haben Milliarden Dollar pro Quartal ausgegeben, um ihre eigenen Aktien zu erwerben. Häufig nahmen sie dafür sogar neue Schulden auf, denn angesichts der Niedrigzinsphase erschien es so manchem CEO vorteilhaft, praktisch umsonst Kredite aufnehmen zu können und damit die Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen.

Im aktuellen Jahr werden die Aktienrückkäufe außerdem dadurch befördert, dass US-Konzerne ihre im Ausland angelegten Milliardenbeträge vorübergehend zu günstigen Bedingungen in die USA zurückholen können. Da viele Unternehmen im operativen Geschäft kaum noch lukrative Investitionsmöglichkeiten sehen, stecken sie einen Großteil des in die USA zurückgeholten Geldes lieber in Aktienrückkäufe.

Aktienrückkäufe durch Unternehmen können den Aktienkurs vor allem durch zwei Effekte heben:

Aktienrückkäufe führen kurzfristig zu einer zusätzlichen Nachfrage nach den Aktien. Da sich der Kurs letztlich aus Angebot und Nachfrage ergibt, kann die zusätzliche Nachfrage nach den Aktien den Kurs stützen - jedenfalls, solange das Unternehmen als Aktienrückkäufer am Markt aktiv ist.
Kaufen Unternehmen ihre eigenen Aktien zurück und ziehen diese anschließend ein, so sinkt die Aktienanzahl des Unternehmens. Der Wert des Unternehmens verteilt sich anschließend auf weniger Aktien, wodurch der Wert jeder einzelnen Aktie steigen sollte. Insbesondere entfällt auf jede einzelne Aktie rechnerisch ein höherer Anteil an den Gewinnen des Unternehmens, wodurch der Kurs zumindest theoretisch gestützt werden sollte, und zwar langfristig.

Verschiedene Studien haben ergeben, dass Aktien von Unternehmen, die ihre eigenen Aktien am Markt erwerben, eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt zeigen. Es kann sich also durchaus lohnen, im Rahmen einer Anlagestrategie gezielt auf die Aktien von Unternehmen zu setzen, die ihre eigenen Aktien erwerben - so wie etwa der iPhone-Hersteller Apple, der erst jüngst ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 100 Milliarden Dollar angekündigt hat.

Doch nicht nur Apple kauft derzeit die eigenen Aktien im großen Stil zurück, ganz im Gegenteil. Zahlreiche Unternehmen im S&P 500 haben im ersten Quartal ihre eigenen Aktien am Markt erworben. Insgesamt gaben die Unternehmen im S&P 500 im ersten Quartal ganze 158 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe aus, wie das "Wall Street Journal" ermittelt hat. Da allerdings erst rund 85 Prozent der Unternehmen Zahlen für das erste Quartal vorgelegt haben, könnte sich das Volumen sogar noch erhöhen.

Berücksichtigt man auch die Unternehmen, zu denen es noch keine Informationen zu Aktienrückkäufen im ersten Quartal gibt, dürfte sich das Volumen der Aktienrückkäufe sogar auf 180 Milliarden Dollar summieren. Im Gesamtjahr 2018 könnten sich die Aktienrückkäufe von Unternehmen im S&P 500 damit auf den astronomischen Rekordwert von 650 bis 700 Milliarden Dollar belaufen, schreibt der US-Börsenblogger Wolf Richter in seinem Blog "Wolf Street".

Wolf Richter vermutet, dass die Aktienrückkäufe der Unternehmen einen Crash am US-Aktienmarkt verhindern dürften. "Mit dieser Art von Kaufdruck durch die Unternehmen im Markt ist es für die Aktien sehr schwer zu crashen - egal was sonst passiert", schreibt Wolf Richter.

Aber die Aktienrückkäufe können einen Absturz kaum auf Dauer verhindern. Denn früher oder später werden die US-Konzerne ihre Aktienrückkäufe deutlich zurückfahren müssen. Dafür sorgt insbesondere das Ende der Niedrigzinsphase in den USA sowie die Tatsache, dass die bisher im Ausland angelegten Milliardenbeträge irgendwann aufgebraucht sein werden.

Sollten die Kurse wieder nachhaltig sinken, könnten sich die Aktienrückkäufe im Nachhinein doch noch als große Wertvernichtungsmaschine für die Anleger herausstellen. Denn die Unternehmen hätten dann vor allem am Hoch ihre eigenen Aktien gekauft - und müssten dann womöglich in der nächsten Krise zu günstigen Kursen wieder neue Aktien ausgeben, um sich liquide Mittel zu beschaffen. Es gibt aber kaum einen besseren Weg für ein Unternehmen, das Kapital der Anleger zu vernichten, als bei hohen Kursen die eigenen Aktien zu erwerben und bei niedrigen Kursen neue Aktien auszugeben.

DAX und Eurostoxx50 befinden sich in mittelfristigen Aufschwungphasen, der DAX hat einen inversen SKKS Boden, der Eurostoxx50 einen wunderschönen Dreifachboden ausgebildet. Ziele liegen im DAX bei 13.200 und anschließend bis zu 13.600 Punkten. Der Eurostoxx50 hat sein Ziel bei 3.650 Punkten. Im 3.650er Bereich liegt eine mehrjährige Abwärtstrendlinie im Markt die deckelnd wirkt.

DAXEURO STOXX 50-d

DowJones ist gestern an einer charttechnischen Hürde angekommen

Bei 24.985, s. Chartgrafik anbei. An ihr ist er nach unten abgeprallt. An ihr kann er nun durchaus ein paar Stunden, möglicherweise auch einige Handesstage stagnieren. Ein Anstieg über die Hürde bei 24.985 Punkten, würde Aufwärtspotential in Richtung 26.000 Punkte freisetzen.

Ich werde das natürlich genau beobachten, wie er sich nun im Bereich besagter Widerstandsmarke verhält.

Dow Jones Industrial Average

Nasdaq100 erreicht 7.000 Punkte-Zielbereich

Anbei meine Prognoseskizze. Sie ist soweit aufgegangen. Angesichts des starken positiven Momentums der zurückliegenden Handelstage wage ich zu bezweifeln, dass ausgehend vom 7.000 Punktebereich tatsächlich ein relevanter Rücksetzer startet. Ich würde den Index derzeit nicht shorten!

Es ist gut möglich, dass sich der Nasdaq100 bis zu seinem Allzeithoch bei 7.200 Punkten durchschiebt.

Nasdaq-100 (© BörseGo AG 2018 - Autor: Harald Weygand, Head of Trading)

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Harald Weygand Harald Weygand Head of Trading bei GodmodeTrader.de

Harald Weygand entschied sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Medizin, einer weiteren wirklichen Leidenschaft, dem charttechnischen Analysieren der Märkte und dem Trading, nachzugehen.

Nach längerem, intensivem Studium der Theorie ist Weygand als Profi-Trader seit 1998 am Markt aktiv. Im Jahr 2000 war er einer der Gründer der BörseGo AG und des Portals www.GodmodeTrader.de . Dort ist er für das charttechnische Coverage von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Anleihen sowie die fachliche Führung des Traderteams zuständig.

Über die Branche hinaus bekannt ist der Profi-Trader für seine Finanzmarktanalysen sowie aufgrund seiner Live-Analysen auf Anlegerveranstaltungen und Messen. Weygand ist zudem gern gesehener Interviewgast bei N24, n-tv und dem Deutschen Anlegerfernsehen.

GodmodeTrader.de

Kurs zu DAX Index

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24.05.2018, 23:31, BNP Paribas Indikation

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