Dax fällt mit 4 Prozent Minus unter 15.000 Punkte Marke – Russische Börse mit größtem Kursrutsch seit 2020

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Der erste Handelstag der neuen Woche gestaltet sich gut eine Stunde vor Handelsschluss als immer desaströser. Eine üble Mischung aus den anhaltenden Zinssorgen und der wachsenden Besorgnis vor einem ausgewachsenen Krieg zwischen der Ukraine und Russland hält die Anleger im Griff.

Das Resultat: Der Dax ist mit einem Minus von knapp 4 Prozent zum ersten Mal seit März 2021 wieder unter die Marke von 15.000 Punkten gerutscht. Auch M- und SDax müssen mit einem Minus von 4,6 bzw. über 6 Prozent ordentlich bluten.

Auch an der Wall Street ging es vorbörslich abwärts. „Der Risiko-Mix aus geopolitischen Spannungen, einem steigenden Ölpreis und damit der Aussicht auf weiter hohe Inflationsraten und höhere Zinsen sorgt dafür, dass Anleger gerade einen weiten Bogen um Aktien machen“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um bis zu 21 Prozent.

Börsianern rechneten zwar damit, dass die US-Notenbank am Mittwoch für März eine Zinserhöhung in Aussicht stellen werde, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. „Nur wie hoch dieser Zinsschritt ausfallen und wie viele ihm im Jahresverlauf folgen, darüber rätselt der Markt.“ Unklar sei außerdem, wie schnell die Fed ihre Wertpapierbestände abschmelzen werde.

Russische Börse mit größtem Kursrutsch seit 2020

Aus Furcht vor westlichen Sanktionen als Reaktion auf die Spannungen mit dem Nachbarland Ukraine flohen Anleger aus russischen Aktien. Der Moskauer Leitindex fiel um mehr als acht Prozent – der größte Kursrutsch seit dem Corona-bedingten Börsen-Crash vom März 2020. Die russische Währung geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug notierte der Dollarmit 78,64 Rubel so hoch wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Ungeachtet der diplomatischen Bemühungen verschärfen sich die Spannungen zwischen Russland und dem Westen weiter. Russland warf der Regierung in Kiew am Montag vor, einen militärischen Konflikt zu provozieren. Die Kriegsgefahr sei noch nie so groß gewesen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Krypto leidet ebenfalls, Gold leicht im Plus

Kryptowährungen flogen ebenfalls aus den Depots. Bitcoin und Ethereum rutschten um bis zu 15 Prozent ab und notierten mit 33.584 und 2220 Dollar auf dem Niveau von vor einem halben Jahr. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1843 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Bundesanleihen waren ebenfalls gefragt, wodurch die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,102 Prozent fiel.

onvista/reuters

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