Dax gefangen zwischen Impfstoff-Hoffnungen und Pandemie-Sorgen – Krisen-Profiteure erneut oben auf, Bayer an der Dax-Spitze, Bitcoin-Rally hält an

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An den Börsen hält sich die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff und das Bangen vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie momentan die Waage.

Dax gefangen zwischen Impfstoff-Hoffnungen und Pandemie-Sorgen – Krisen-Profiteure erneut oben auf, Bayer an der Dax-Spitze, Bitcoin-Rally hält an

Zum Wochenschluss legte der Dax dank eines festeren Energiesektors 0,4 Prozent auf 13.137 Punkte zu, auch der EuroSToxx50 ging nach einem schwunglosen Tag ein knappes halbes Prozent höher aus dem Handel. An den US-Börsen ging es hingegen abwärts. „Von Euphorie kann im Augenblick wahrhaftig nicht die Rede sein“, sagte Christian Henke, Marktanalyst beim Brokerhaus IG. Die Pandemie sei das zentrale Thema auf den Börsenparketts, die Zahl der Neuinfektionen steige weiter an. „Bis zu einer Impfung mit einem entsprechenden Medikament kann es noch eine Weile dauern. Die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen ist wieder groß.“

Auf Wochensicht fuhr der deutsche Leitindex am Freitagnachmittag ein mageres Plus von 0,5 Prozent ein. In den beiden vorangegangenen Wochen hatte er noch knapp fünf und acht Prozent zugelegt, als die Meldungen über die ersten wirksamen Impfstoffe gegen das Virus eingegangen waren. Das Mainzer Biotechunternehmen BioNTech und der US-Pharmakonzern Pfizer reichten am Freitag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ihren erwarteten Antrag auf eine Notfallgenehmigung für ihren Impfstoff gegen das Coronavirus ein. Bei grünem Licht könne ab Mitte oder Ende Dezember damit begonnen werden, Hochrisikogruppen in den USA zu impfen.[FWN2I60GY] „Die Impfstoff-Hoffnungen stellen zwar eine gute Unterstützung für den Aktienmarkt dar“, sagte Milan Cutkovic, Analyst beim Handelshaus Axi. „Für eine Jahresendrally aber werden frische Impulse benötigt. Die Investoren hoffen daher, dass weitere Konjunkturmaßnahmen der Regierungen nicht lange auf sich warten lassen.“

Bitcoin-Rally hält an

Knock-Outs zum DAX

Kurserwartung
DAX-Index wird steigen
DAX-Index wird fallen
Höhe des Hebels
510152030
510152030
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Am Rohstoffmarkt behielten die Optimisten knapp die Überhand. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent stieg um 0,3 Prozent auf 44,35 Dollar je Barrel (159 Liter). „Nachfragesorgen, die die Preise seit dem Frühjahr belastet haben, weichen nun Konjunkturhoffnungen“, sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Allerdings könnte die Förderdisziplin bröckeln. Das könnte zu einer Überversorgung am Ölmarkt führen.

Weiter rasant aufwärts ging es auch bei Bitcoin: Die älteste und wichtigste Cyberdevise der Welt verteuerte sich um bis zu 4,9 Prozent auf 18.830,50 Dollar. Das Rekordhoch könne bald fallen, sagte Timo Emden von Emden Research. „Spätestens dann rechne ich verstärkt mit Gewinnmitnahmen.“ Ende 2017 war Bitcoin nach einer rund 2000-prozentigen Kursexplosion an der Schwelle von 20.000 Dollar knapp gescheitert.

Essenslieferdienste und Paketdienstleister gefragt

Zudem waren Papiere gefragt, die von Ausgangsbeschränkungen profitieren. Die Aktien des Essens-Lieferdienstes Delivery Hero gewannen im Dax 1,6 Prozent, im MDax gehörten die HelloFresh-Titel mit plus 5,1 Prozent zu den stärkeren Werten. Deutsche Post gewannen 1,9 Prozent. Ebenfalls fester notierten europaweit Energie-Titel. RWE stiegen um 2,7 Prozent an.

Die Aktien von Thyssenkrupp und CTS Eventim erholten sich von ihren Vortagesverlusten und gehörten mit Anstiegen von jeweils mehr als vier Prozent zu den stärksten MDax-Werten. Beim Industriekonzern Thyssenkrupp rückt nun verstärkt die Zukunft der höchst defizitären Stahlsparte in den Mittelpunkt, für die der britische Konzern Liberty Steel Kaufinteresse angemeldet hat.

Im Dax eroberten die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer nach einem starken Endspurt die Spitze mit plus 3,23 Prozent. Schlusslicht waren die Anteile des Kunststoffkonzerns Covestro mit einem Abschlag von 0,89 Prozent.

In Italien beflügelten Fusionsphantasien die Bankaktien. Einem Zeitungsbericht zufolge bezeichnete der Hauptaktionär die Idee eines Zusammenschlusses der BPER Banca mit der rivalisierenden Banco BPM als „faszinierend“. Die Papiere der beiden Institute gewannen bis zu 4,1 Prozent.

Mit einem Minus von 13,3 Prozent verbuchten die Aktien des britischen Softwareunternehmens Sage ihren größten Tagesverlust seit März 2001. Der operative Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte aufgrund von Investitionen ins Cloud-Geschäft und aus der Pandemie entstandenen Kosten.

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onvista/dpa-AFX/reuters

Titelfoto: Imagentle / Shutterstock.com

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