Dax geht tiefrot aus dem Handel – Coronavirus versetzt Aktienmärkte in Aufruhr – Konkurrenzangst bei Wirecard

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Aus Sorge vor der rasanten Verbreitung des Coronavirus sind die Anleger am Montag aus dem deutschen Aktienmarkt geflüchtet. Überraschend schwache Konjunkturdaten beschleunigten die Talfahrt. Der Dax rutschte zeitweise unter 13.200 Punkte auf den tiefsten Stand seit fast drei Wochen.

Dax geht tiefrot aus dem Handel – Coronavirus versetzt Aktienmärkte in Aufruhr – Konkurrenzangst bei Wirecard

Aus dem Handel ging er mit minus 2,74 Prozent auf 13.204,77 Zähler. Damit entfernte er sich wieder von seiner Rekordmarke bei 13.640 Punkten aus der vergangenen Woche. Seit Jahresanfang steht der Leitindex nun mit 0,3 Prozent im Minus. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel zu Wochenbeginn um 2,32 Prozent auf 28.133,89 Punkte.

In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit und die bestätigten Infektionen weiter gestiegen. Dies hatte am Morgen in Asien bereits auf den Kursen gelastet, wenngleich in China der Handel wegen des Neujahrsfestes noch einige Tage pausiert.

Investoren fürchteten sich vor einer weltweiten Ausbreitung des Virus mit negativen Effekten für das Wirtschaftswachstum, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Nach einem starken Jahresauftakt erlebe die Börse damit ihre erste ausgewachsene Korrektur im Jahr 2020.

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Ifo-Geschäftsklima mit negativer Überraschung

Schuld daran war am Montag nicht nur das neue Virus, sondern auch ein überraschend schlecht gefallener Ifo-Geschäftsklimaindex. „Er holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück“, schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der Rückgang im Januar zeige die Skepsis in den deutschen Chefetagen. Neben dem Strukturwandel in der Autoindustrie und den Verhandlungen mit Großbritannien über den Brexit verwies der Experte auf den Coronavirus als temporären Belastungsfaktor. Die konjunkturelle Talsohle sei noch nicht durchschritten.

Lufthansa bekommt Virus-Angst zu spüren, Wirecard muss Korrektur hinnehmen

Die Aktien der Lufthansa litten am Montag gemeinsam mit anderen Werten aus der Reise- und Freizeitbranche unter der Furcht vor dem Coronavirus. Für die Papiere der Fluggesellschaft ging es um 4,33 Prozent bergab. Schwächer im Dax waren nur noch Wirecard mit minus 5,23 Prozent. Sie zollten ihrer jüngsten Rally Tribut. Händler verwiesen am Montag darauf, dass mit dem Heidelberger Zahlungsdienstleister Heidelpay ein Konkurrent sein Wachstum mit Übernahmen vorantreiben wolle und künftig an die Börse streben könnte.

„Der Markt war nie reifer“, sagte Firmenchef Mirko Hüllemann in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Zenit ist noch ganz, ganz lange nicht erreicht.“ Wachsen will der Bezahldienstleister, an dem der Finanzinvestor KKR seit August 2019 die Mehrheit hält, auch durch Übernahmen. „In Europa haben wir ein Potenzial von 300 bis 400 Firmen, die man kaufen könnte. Davon sind bestimmt 20 bis 30 für uns interessant.“ Denkbar seien Akquisitionen in einer Größenordnung von zwei Millionen bis 500 Millionen Euro. Auch ein Gang aufs Parkett könnte in ein paar Jahren zur Debatte stehen. „Ein Börsengang ist natürlich immer eine Option für frisches Kapital“, erläutert Hüllemann. „Aber jetzt haben wir gerade erst KKR ins Boot geholt und haben ein paar Jahre Wachstum vor uns.“ Einen konkreten Zeithorizont wollte er nicht nennen. In der Regel suchen Finanzinvestoren nach drei bis fünf Jahren eine Ausstiegsstrategie. Der bisherige Heidelpay-Investor, die Private-Equity-Gesellschaft Anacap, war nur rund zwei Jahre beteiligt. KKR hatte für 60 Prozent an Heidelpay Insidern zufolge rund 600 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Das bewertet Heidelpay mit knapp einer Milliarde Euro. Hüllemann selbst hält noch mehr als 30 Prozent.

Auch bei allen anderen Dax-Werten gab es Minus-Vorzeichen. Die als wenig konjunkturabhängig geltenden Papiere des Versorgers RWE schlugen sich dabei mit einem Abschlag von 1 Prozent noch am besten.

Infineon, Siltronic und Dialog Semiconductor stark unter Druck

Die Aktien der europäischen Chipbranche gerieten im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus in Asien ebenfalls unter Druck. Neben dem Dax-Wert Infineon mit einem Abschlag von 3,5 Prozent büßten Dialog Semiconductor im MDax fast 4 Prozent ein und die Anteilscheine des Waferherstellers Siltronic sackten um mehr als 5 Prozent ab. Die Halbleiterbranche gilt wegen des Stellenwerts von Asien im Rahmen der Wertschöpfungsketten als besonders sensibel.

Varta weiter auf Talfahrt

Hinten im MDax waren mit minus 5,47 Prozent die Anteile des Batterieherstellers Varta, die bereits seit Tagen unter der Furcht vor steigendem Wettbewerb leiden. Die Papiere des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer waren der einzige Gewinner mit plus 0,21 Prozent.

Europaweit gingen die Börsenindizes auf Tauchstation. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone verlor 2,68 Prozent auf 3677,84 Punkte. Für den französischen Cac 40 und den britischen FTSE 100 ging es ähnlich kräftig bergab. Der New Yorker Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsschluss gut eineinhalb Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,33 Prozent am Freitag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 144,62 Punkte. Der Bund Future legte um 0,42 Prozent auf 174,18 Zähler zu.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,1021 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1025 (Freitag: 1,1035) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9070 (0,9062) Euro gekostet.

(onvista/dpa-AFX/reuters)

Titelfoto: H-AB Photography / Shutterstock

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