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Dax: Hoffnung im Handelsstreit wird kleiner - Daimler und VW belasten Leitindex zusätzlich, Adidas wird gelobt und Qiagen ist begehrt

dpa-AFX
Dax: Hoffnung im Handelsstreit wird kleiner - Daimler und VW belasten Leitindex zusätzlich, Adidas wird gelobt und Qiagen ist begehrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Montag seiner Anfang Oktober gestarteten Rally Tribut gezollt. Nachdem der deutsche Leitindex in der Vorwoche bei 13 300 Punkten den höchsten Stand seit Anfang 2018 erreicht hatte, gab er zu Wochenbeginn um 0,26 Prozent auf 13 207,01 Punkte nach. Er konnte sich aber vom Tagestief bei knapp 13 138 Zählern schon wieder ein gutes Stück erholen.

Belastet wurde der Dax vor allem von einem Kursrutsch bei Autowerten. Der MDax , wo diese Werte weniger stark ins Gewicht fallen, schloss dagegen 0,15 Prozent höher bei 27 239,14 Punkten.

Am Aktienmarkt ließ Händlern zufolge auch die Hoffnung auf Fortschritte im Zollstreit wegen vager Berichte wieder nach, denen zufolge China für eine Entscheidung womöglich doch noch die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr oder Klarheit über ein drohendes Amtsenthebungsverfahren für den US-Präsidenten Donald Trump abwarten könnte.

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Laut Marktbeobachter Milan Cutkovic von AxiTrader reagieren die Anleger auf solche Meldungen sehr sensibel, da die Kursgewinne der vergangenen Wochen vor allem auf der Erwartung eines Deals zwischen den beiden Wirtschaftsmächten basierten. Seit Anfang Oktober hat die Hoffnung darauf den Dax in der Spitze um etwa 12 Prozent hochgetrieben.

Im Dax rückten vor allem die Aktien von Volkswagen wegen gesenkter Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2020 ins Blickfeld. Die Aktien waren mit einem Kursrutsch um 4,1 Prozent das Dax-Schlusslicht und prägten so europaweit das Bild im abrutschenden Autosektor. Im Dax gehörten auch Daimler , Continental und BMW mit bis zu 1,8 Prozent zu den größten Verlierern.

Die gekappten VW-Ziele trugen laut Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank zu Umschichtungen der Anleger von zyklischen und defensive Branchen bei. Vor diesem Hintergrund wurden RWE im Dax mit einem Anstieg um 3,7 Prozent zum Spitzenreiter. Sie erholten sich damit von ihrer jüngsten Kursflaute, die sie in der Vorwoche auf den tiefsten Stand seit August geführt hatte.

Die Papiere von Adidas profitierten unter den Dax-Gewinnern mit plus 1,3 Prozent von einer Kaufempfehlung von Societe Generale . Die französische Bank rechnet ab dem kommenden Jahr wieder mit einem kräftigeren Wachstum des Sportartikelherstellers.

Übernahmefantasie hielt bei Qiagen das jüngste Kursfeuerwerk am brennen. Die Aktien rückten in der Spitze nochmals prozentual zweistellig auf den höchsten Stand seit 2001 vor, weil der Gendiagnostik- und Biotechkonzern eigenen Angaben zufolge gleich mehrere Interessenbekundungen für eine vollständige Übernahme erhalten hat. Am Ende betrug das Plus an der MDax-Spitze noch 8,3 Prozent.

Ähnlich hohe Kursgewinne strichen mit 7,5 Prozent die Anleger von Morphosys wegen eines vermeldeten Zwischenerfolgs mit einer Studie zum Wirkstoffkandidaten Tafasitamab ein. Drittgrößter Gewinner im MDax waren Deutsche Wohnen mit plus 3,3 Prozent. Dabei lenkte eine neue Debatte darüber, ob der geplante Berliner Mietendeckel Verfassungswidrig ist, das Interesse der Anleger wieder auf die Immobilienaktie.

Auf gesamteuropäischer Bühne folgte der EuroStoxx dem Dax etwas nach unten. Der Leitindex der Eurozone ging 0,18 Prozent tiefer bei 3704,92 Punkten aus dem Handel. Negativ waren auch die Vorzeichen beim französischen Cac 40 , während der Londoner FTSE 100 knapp im Plus über die Ziellinie ging. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial tendierte zum europäischen Handelsschluss kaum verändert.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,35 Prozent am Freitag auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 144,40 Punkte. Der Bund-Future lag zuletzt prozentual unverändert bei 170,83 Punkten.

Der Eurokurs legte weiter zu. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1080 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1061 (Freitag: 1,1034) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9041 (0,9063) Euro gekostet./tih/he


Von Timo Hausdorf, dpa-AFX

H-AB/Shutterstock.com

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