Dax in der Schwebe – Flug- und Touristiksektor unter Druck, Amazon schockt Online-Apothekenmarkt, Versicherungsbranche vorne

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Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Pandemie-Beschränkungen überschattet die Freude über Fortschritte bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs.

Dax in der Schwebe – Flug- und Touristiksektor unter Druck, Amazon schockt Online-Apothekenmarkt, Versicherungsbranche vorne

„Keiner der Kandidaten ist in der Lage, die aktuellen Probleme zu lösen“, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. „Wir stehen vor einem langen dunklen Winter, in dem wir das Virus unter Kontrolle zu halten versuchen, bis das Wetter wieder wärmer wird.“

Vor diesem Hintergrund nutzten einige Anleger die jüngste Rally am Dienstag für Gewinnmitnahmen. Der Dax schloss am Dienstag knapp im Minus bei 13.133,47 Punkten. Der EuroStoxx50 stagnierte bei 3469,18 Zählern, während der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,6 Prozent einbüßte.

Unter Verkaufsdruck gerieten dabei die Favoriten vom Wochenbeginn. So gab der Index für die von der Virus-Krise besonders hart getroffene europäische Luftfahrt- und Touristikbranche gut ein Prozent nach. Auch beim Rohöl änderten die Fortschritte bei der Impfstoff-Entwicklung nichts an den kurzfristig trüben Nachfrage-Aussichten, schrieben die Analysten der ING Bank. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 43,23 Dollar je Barrel (159 Liter).

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Umfrage zeigt – Anleger bleiben insgesamt optimistisch

Insgesamt sei der Optimismus der Anleger ungebrochen, schrieben die Experten der Bank of America. Die Wachstums- und Gewinnerwartungen seien ihrer monatlichen Investoren-Umfrage zufolge auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. „Der Markt geht davon aus, dass das Ende des Tunnels bereits in Sichtweite ist“, sagte Herald van der Linde, Aktienstratege der HSBC Bank.

Kutzers Zwischenruf: Die Prognose-Welle 2021 rollt: Dax peilt 14.000 Punkte an

Am Montag hatte die US-Biotechfirma Moderna bekanntgegeben, dass ihr Corona-Impfstoff in Tests eine Wirksamkeit von fast 95 Prozent zeige. In der vergangenen Woche hatte der Mainzer Konkurrent BioNTech und sein US-Partner Pfizer ähnliche Ergebnisse für ihren Wirkstoff veröffentlicht.

Am Devisenmarkt gab ein Zeitungsbericht, dem zufolge der britische Chef-Unterhändler David Frost eine Einigung mit der EU über die künftigen Beziehungen in Aussicht stellt, dem Pfund Sterling Auftrieb. Es verteuerte sich um jeweils ein knappes halbes Prozent auf 1,3247 Dollar beziehungsweise 1,1165 Euro. „Die Wahrscheinlichkeit eines ‚No Deal‘ ist zwar immer noch da“, sagte Timothy Graf, Chef-Anlagestratege des Vermögensberaters State Street. „Es scheint aber, dass die EU und Großbritannien sich einem Deal annähern.“ Ohne Einigung drohen zum Jahreswechsel gegenseitige Zölle.

Easyjet nach Verlust im Sinkflug – Online-Apotheken zittern vor Amazon

In London büßten Aktien von EasyJet fast zwei Prozent ein, nachdem der Billig-Flieger wegen der Pandemie den ersten Jahresverlust der Firmengeschichte verbucht hatte. Das Unternehmen werde zwar sicher wieder in die Gewinnzone fliegen, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Der Weg dahin werde aber lang. „Die schlimmsten Turbulenzen liegen hinter uns. Es ist aber noch zu früh, die Sicherheitsgurte zu lösen.“

Aus den Depots flogen auch die Papiere von US-Apothekenketten wie Walgreens, CVS, Rite Aid, Cardinal und McKesson. Sie brachen um bis zu 14 Prozent ein. Der Online-Händler Amazon kündigte seinen Einstieg in das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten an. Das bringe frischen Wind in den Markt, schrieben die Analysten des Brokerhauses Evercore ISI. „Bislang sind Verbraucher mit dem Versand verschreibungspflichtiger Medikamente nicht warm geworden, da der Service geringer ist.“ Vor diesem Hintergrund verloren die europäischen Online-Apotheken Shop Apotheke und Zur Rose bis zu acht Prozent.

„Amazon Pharmacy“ startet in den USA - beginnt nun der Siegeszug in einem weiteren großen Online-Segment? - Shop Apotheke und Zur Rose zittern bereits

Der Stromkonzern Eon muss sich einem Pressebericht zufolge nach einem neuen Chef umsehen. Der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen wolle seinen Ende 2021 auslaufenden Vertrag nicht verlängern, berichtete das „Handelsblatt“ am Dienstag unter Berufung auf Unternehmens- und Aufsichtsratskreise. Die Eon-Aktien verloren als Dax-Schlusslicht 2,06 Prozent.

Versicherer waren vorne. Allianz gewannen 1,83 und Munich Re 1,51 Prozent. Auch europaweit war die Branche die beste der Stoxx-600-Übersicht. Im Vergleich mit anderen Sektoren hatten die Versicherer in der Pandemie bislang das Nachsehen und holen nun wieder im Zuge der Sektor-Rotation am Markt auf.

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