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Dax: Italien, Brexit, Konjunktur – Fundamentaldaten ersticken die Erholungsrally im Keim – Bayer glänzt einsam im trüben Marktumfeld

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Nach den deutlichen Vortagesgewinnen hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax> notierte gegen Mittag 1,07 Prozent im Minus bei 11718,52 Punkten und damit auf seinem Tagestief.

Dax: Italien, Brexit, Konjunktur – Fundamentaldaten ersticken die Erholungsrally im Keim – Bayer glänzt einsam im trüben Marktumfeld

Das zwischenzeitliche Plus nach einem Medienbericht, wonach der wegen Tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss stehende Bayer-Konzerneinen Vergleich in den USA anstrebt, war damit wieder dahin. Auf Wochensicht zeichnet sich damit für das wichtigste deutsche Börsenbarometer ein Verlust von rund 1,3 Prozent ab.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, sank am Freitag um 0,75 Prozent auf 25 401,43 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte rund 1,1 Prozent ein.

Italien, Brexit und schwache Konjunktur würgen die Erholungsrally ab

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Im Vergleich zu den US-Börsen verlaufe die Erholungsrally im Dax eher enttäuschend, stellte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader fest. „Die Regierungskrise in Italien und die Brexit-Sorgen halten den deutschen Aktienmarkt unter Druck. Selbst für den Fall, dass der Handelsstreit kurzfristig in den Hintergrund treten sollte, sehen sich die Anleger in Europa politischen Risiken auf dem eigenen Kontinent gegenüber“, so Cutkovic.

Der exportorientierten deutschen Wirtschaft schwinden zudem angesichts internationaler Handelskonflikte allmählich die Kräfte. Im Juni brach die Ausfuhr von Waren „Made in Germany“ gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,0 Prozent ein. In den ersten sechs Monaten gab es nur noch ein mageres Plus von 0,5 Prozent auf 666,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. „Die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen zeigen jetzt ihre Auswirkung“, sagte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA am Freitag.

Bayer kämpft sich aus der firmeneigenen Krise

Unter den Einzelwerten standen die Bayer-Aktien im Anlegerfokus. Ein möglicher Vergleich in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat trieb den Aktienkurs in der Spitze um 11 Prozent nach oben. Zuletzt betrug das Plus allerdings nur noch 4,7 Prozent. Kreisen zufolge streben die Leverkusener einen Vergleich an und wollen bis zu 8 Milliarden US-Dollar zahlen, um die Klagen der zuletzt 18 400 Glyphosat-Kläger beizulegen.

Innogy-Papiere sanken um 1 Prozent. Der Ökostromanbieter machte im ersten Halbjahr weniger Gewinn. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das vor einer Übernahme durch den Wettbewerber Eon stehende Unternehmen.

Bechtle unter Druck

Nach deutlichen Kursgewinnen im frühen Handel gerieten die Bechtle-Titel stärker unter Druck und büßten zuletzt 1,3 Prozent ein. Analyst Knut Woller von der Baader Bank verwies darauf, dass der Vorsteuergewinn ohne einen positiven Einmaleffekt die Konsensschätzung etwas verfehlt habe. Alles in allem habe das IT-Systemhaus im zweiten Quartal jedoch solide abgeschnitten.

Die Aktien von Freenet drehten nach vorbörslichen Kursgewinnen ins Minus und notierten zuletzt 0,6 Prozent tiefer. Beim Mobilfunkanbieter habe sich die Zahl der Vertragskunden wie so oft im zweiten Quartal schwach entwickelt, schrieb Ulrich Rathe vom Broker Jefferies. Ähnliches gelte für den Umsatz.

LEG präsentiert ordentliche Zahlen

Die LEG-Aktien reagierten mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent auf die Bekanntgabe aktueller Zahlen. Analyst Jonathan Kownator von Goldman Sachs sah das Zahlenwerk der Immobiliengesellschaft im Rahmen seiner Erwartungen. Die Leerstände seien gesunken und das Mietwachstum habe sich solide entwickelt. Auch die Neubewertung des Immobilienbestands sei erfreulich.

Nach endgültigen Zahlen von Hella für das abgelaufene Geschäftsjahr verloren die Papiere des Autozulieferers 5 Prozent. Am Markt überwögen nach wie vor die Sorgen um die Schwäche des weltweiten Automobilmarktes, sagte ein Händler. Er verwies auf die Kursverluste anderer Zulieferer wie Dürr (-6,2 Prozent) und Leoni (-2,3 Prozent).

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Pavel Ignatov / Shutterstock.com

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