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Dax leidet erneut unter „schizophrenen Zügen“ im Handelsstreit – Trump spielt US-Kursverluste als „Peanuts“ herunter – MTU stärkster Dax-Wert

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Dax leidet erneut unter „schizophrenen Zügen“ im Handelsstreit – Trump spielt US-Kursverluste als „Peanuts“ herunter – MTU stärkster Dax-Wert

Weitere Zollandrohungen aus den USA haben am Dienstag den Erholungsversuch am deutschen Aktienmarkt ausgebremst. Der Dax kämpfte mit der Marke von 13.000 Punkten. Letztlich beendete der deutsche Leitindex den Handel mit einem kleinen Plus von 0,19 Prozent auf 12.989,29 Punkte. Der MDax für mittelgroße Werte gab um 0,49 Prozent auf 26.897,14 Punkte nach.

Anleger blicken widersprüchlichen Aussagen entgegen

Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sprach von „schizophrenen Zügen“ im Handelsstreit. Dabei verwies er darauf, dass sich die Anleger unentwegt mit widersprüchlichen Aussagen zum Zollkonflikt zwischen den USA und China auseinandersetzen müssen – auch an diesem Dienstag wieder. Da ließ US-Präsident Donald Trump unter anderem verlautbaren, dass es vielleicht besser sei, jegliche Unterzeichnung von Abkommen auf die Zeit nach den US-Wahlen zu verschieben, die Anfang November 2020 anstehen.

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„In gewisser Weise gefällt mir die Idee, bis nach den Wahlen auf den China-Deal zu warten, aber sie wollen jetzt einen Deal abschließen und wir werden sehen, ob der Deal richtig sein wird oder nicht“, sagte Trump am Dienstag gegenüber Reportern. Auf die Frage, ob er eine Einigungsfrist sehen würde, fügte er hinzu: „Ich habe keine Frist, nein … In gewisser Hinsicht halte ich es für besser, bis nach der Wahl zu warten, wenn Sie die Wahrheit erfahren möchten.“

Zudem betitelte Trump die Kursverluste an den Börsen als „Peanuts“, verglichen mit der wirtschaftlichen Bedeutung eines günstigen Handelsabkommens mit China und den Gewinnen des Marktes seit seiner Wahl. Der Dow Jones Industrial Average „lag bei 16.000 oder 15.000 und jetzt bei fast 30.000 Punkten“, sagte Trump auf dem NATO-Gipfel in London. „Er wird bis auf 30.000 hoch gehen.“

Auch der US-Handelsminister Wilbur Ross äußerte sich entsprechend, dass neue Zölle für chinesische Waren, die für den 15. Dezember vorgesehen sind, angewendet werden, es sei denn, es gibt einen wirklichen Grund, sie zu verschieben, wie zum Beispiel „substantielle Fortschritte bei den Gesprächen“. Er merkte an, dass die USA glauben, China wolle einen Deal machen, und dass immer die Möglichkeit eines Durchbruchs bestehe, der sich auf die Zölle am 15. Dezember auswirken könnte.

Zusätzlich wurde außerdem Frankreich von Trump mit Zollandrohungen attackiert. Im Tagesverlauf gab es dann wieder versöhnliche Töne, und Frankreich setzt nun im Streit mit den USA um eine Digitalsteuer auf eine gemeinsame Lösung.

Europäische Aktienmärkte im Sinkflug

Europaweit reagierten die Aktienmärkte auf diese neuen Aussagen deutlich negativer: Der EuroStoxx 50 verlor weitere 0,43 Prozent auf 3610,99 Punkte, nachdem er – wie auch der Dax – am Montag bereits um gut zwei Prozent abgesackt war. Verluste wurden zudem an den Börsen in Paris und London verzeichnet. In den USA sank der Dow Jones Industrial  zum europäischen Börsenschluss um 1,5 Prozent.

MTU stark

Unter den Einzelwerten im Dax waren die Aktien von MTU Favorit mit plus 3,6 Prozent. Nach dem Kapitalmarkttag des Triebwerksherstellers am Donnerstag gab es zahlreiche Analystenkommentare, darunter aktuell auch einen der Bank of America. Sie rät nun zum Kauf der Papiere. Der Konzern aus München will 2020 weiter vom Wachstum der zivilen Luftfahrt profitieren und sein operatives Ergebnis spürbar steigern. Zudem soll gemeinsam mit dem französischen Technologiekonzern Safran bis Ende 2021 ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Ziel ist die Entwicklung und Herstellung eines neuen Triebwerks für die nächste europäische Kampfflugzeuggeneration.

Im MDax verloren die Aktien des Flugzeugbauers Airbus 4,4 Prozent. Die USA erwägen im Konflikt um verbotene Staatshilfen noch höhere Vergeltungszölle auf EU-Produkte als ohnehin schon geplant.

RTL hinten an

Mit minus 5,3 Prozent waren die RTL-Papiere Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte. Ebenso wie die Aktien des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer werden sie am 23. Dezember aus dem marktbreiten europäischen Stoxx 600-Index entfernt. Dagegen können sich die Anleger des Kochboxenversenders Hellofresh auf dessen Aufnahme freuen. Während die Anteile von Hellofresh davon letztlich mit plus 1,0 Prozent profitierten, reagierten die Aktien von Gerresheimer kaum mit minus 0,2 Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite wie am Vortag auf minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 144,17 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,62 Prozent auf 171,08 Punkte vor. Der Eurokurs legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1071 (Montag: 1,1023) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9032 (0,9071) Euro.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: H-AB Photography / shutterstock.com

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