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Dax: Rekorde, die Risiken bergen

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Dax: Rekorde, die Risiken bergen

Der DAX beendete die vergangene Woche trotz zweier keineswegs unwesentlicher Schübe von Gewinnmitnahmen mit einem neuen Schlussrekord. Die Mehrzahl der Anleger, die grundsätzlich mit Short-Positionen nichts anzufangen weiß oder anfangen will, ist damit natürlich hochzufrieden. Aber je größer die Zahl derer ist, die dem DAX den Status der "Unfallbarkeit" verleihen, desto größer ist das Risiko, dass dieser Kursanstieg dem Ende zugeht.

Obwohl zum einen die Erfahrung und zum anderen die Logik lehrt, dass das Risiko einer Aufwärtsbewegung umso größer ist, je mehr Marktteilnehmer bullish und auf der Long-Seite investiert sind ... und obwohl die Erfahrung der letzten Jahrzehnte lehrt, dass das Eis außerordentlich dünn wird, wenn für markante Kursgewinne nur noch das Argument "diesmal ist alles anders" bleibt, ist es doch selten, dass wirklich viele Marktteilnehmer rechtzeitig auf Warnsignale reagieren. Zumal man neue Allzeithochs gemeinhin nicht als Warnsignale ansieht.

Offenbar scheint es zumindest diejenigen, die am Freitag eingestiegen sind oder zugekauft haben, in keiner Weise zu irritieren, dass der DAX seit Mitte Oktober mittlerweile 20 Prozent zugelegt hat, ohne eine wirklich nennenswerte Korrektur zu vollziehen. Immer wieder werden die niedrigen Zinsen als Argument für dauerhaft weiter steigende Kurse ins Feld geführt, ohne dabei die Frage zu stellen, wie ein kräftiger Kursrutsch Mitte September bis Mitte Oktober möglich war, obwohl die Zinsen da ebenso niedrig und die konjunkturelle Lage ebenso kritisch war. Auch die Frage, warum die US-Indizes in der Erwartung steigender Zinsen steigen und zugleich Europa in der Erwartung weiter niedriger Zinsen zulegt, stellt man sich so lange nicht, solange die Kurse weiter steigen und damit suggerieren: alles in Ordnung!

Diese Überlegungen sind keine Prognose dahingehend, dass der DAX nun zwingend kehrt machen müsste. Wir sind allerdings der Ansicht, dass es brandgefährlich wäre, nach einer solchen Aufwärtsbewegung bei zugleich deutlich überkauften markttechnischen Indikatoren zu glauben, der Einstieg sei jetzt völlig unproblematisch. Das Problem dabei: Nüchtern und aus der Distanz betrachtet - oder in einigen Monaten in einer Retrospektive - würde da wohl kaum ein Anleger widersprechen. Wenn allerdings der DAX nach den kräftigen Gewinnmitnahmen des Donnerstags ohne erkennbaren Grund auf dem Absatz kehrt macht und umso stärker zulegt, wird dadurch ein psychischer Druck auf nicht oder nur wenig investierte Marktteilnehmer ausgelöst, der dazu führt, dass man sehr leicht von diesem Sog steigender Kurse mitgerissen wird und nicht nach einer Korrektur, sondern in einen schon außergewöhnlich weit reichenden Aufwärtsimpuls hinein einsteigt.

Natürlich ist nicht auszuschließen, dass der DAX heute oder in den kommenden Tagen alleine durch Anschlusskäufe als Reaktion auf die neuen Rekordhochs die obere Begrenzung des steilen Oktober-Aufwärtstrendkanals ansteuert, die am Freitag bei 10.242 Punkten lag. Doch bestenfalls sich des Risikos voll bewusste und sehr kurzfristig agierende Trader könnten erwägen, dieses nach dem bisherigen Anstieg der letzten zwei Monate zweifellos nicht unlimitierte Restpotenzial nach oben noch zu nutzen. Gerade in solchen Situationen ist es schwer, eine im Vorfeld schon längere Zeit neutrale Position durchzuhalten, weil man sich durch diese Rallye auf der falschen Seite sieht, obwohl man durch Neutralität keinen Cent verliert. Trotzdem kann es zu dieser Neutralität solange keine Alternative geben, wie der DAX nicht durch einen kräftigen Rücksetzer zumindest an die untere Begrenzung seines Aufwärtstrendkanals, der dann von erneuten Käufen abgelöst wird, eine markttechnische Bereinigung und einen Beleg für die Nachhaltigkeit dieser Aufwärtsbewegung abliefert.

DAX (Tageschart in Punkten):

n

Widerstände: 10.242  Unterstützungen: 10.051 / 9.810 / 9.655 / 9.600 / 9.525 / 9.425 / 9.367 / 9.166 / 9.071 / 8.984 / 8.903

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Foto: Andrey Burmakin/shutterstock.com

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