Dax taucht ab – Bitcoin legt Vollbremsung hin, Adler bricht um über 80 Prozent ein, Teamviewer trotz starkem Schlussquartal schwächer

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Aus Furcht vor Verzögerungen bei der Überwindung der Coronavirus-Krise gehen einige Anleger auf Nummer sicher und machen Kasse.

Dax taucht ab – Bitcoin legt Vollbremsung hin, Adler bricht um über 80 Prozent ein, Teamviewer trotz starkem Schlussquartal schwächer

Der Dax fiel am Montag um gut ein Prozent auf 13.884 Punkte, nachdem er am Freitag ein Rekordhoch von 14.131,52 Zählern erreicht hatte. Der EuroStoxx50 büßte zu Wochenbeginn ein Prozent auf 3608 Stellen ein.

Bislang seien noch nicht alle Voraussetzungen für eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft von den Pandemie-Folgen gegeben, sagte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank. „Wir müssen die neue Infektionswelle bewältigen. Außerdem dauert es in vielen Ländern, die Impfstoffe zu verteilen.“

Sorgen bereitete Investoren das Wiederaufflammen der Pandemie in China, sagte Malcom Freeman, Manager beim Brokerhaus Kingdom Futures. Dies brockte dem Industriemetall Kupfer ein Kursminus von 2,6 Prozent auf 7917 Dollar je Tonne ein.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 55,17 Dollar je Barrel (159 Liter). Hier schürten die verschärften Pandemie-Beschränkungen Nachfragesorgen, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Der anziehende Dollar belaste ebenfalls. Die Aufwertung der Weltleitwährung macht Erdöl für Investoren außerhalb der USA weniger attraktiv. Vor diesem Hintergrund gerieten auch Öl-Aktien unter Druck. Der europäische Branchenindex fiel um 1,6 Prozent.

Dollar auf Erholungskurs – Steigende US-Bondrenditen helfen

Am Devisenmarkt stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um bis zu 0,6 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 90,642 Punkten. Auftrieb erhalte die US-Währung von den steigenden Anleiherenditen jenseits des Atlantik, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Mit einer Rendite gut einem Prozent für zehnjährigen US-Staatsanleihen von 2,5 Prozent für Unternehmensbonds, die gerade noch das Gütesiegel „Investmentgrade“ tragen, würden Schuldtitel wieder zu einer Anlagealternative für Aktien.

Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets wandte dagegen ein, dass Bond-Renditen absolut betrachtet immer noch niedrig seien. Außerdem könne nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden mit einer Aufstockung der Konjunkturhilfen zur Abfederung der Coronavirus-Folgen gerechnet werden. Daher habe der Aktienmarkt ungeachtet der recht hohen Bewertungen noch Luft nach oben.

Bitcoin-Rally legt Vollbremsung ein

Unterdessen nutzten auch Bitcoin-Anleger die jüngste Rally für Gewinnmitnahmen. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verbilligte sich auf 33.152 Dollar und notierte damit rund 20 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 41.998,75 Dollar vom Freitag. Das sei eine Erinnerung daran, dass Kryptowährungen nichts für schwache Nerven seien, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Dieser Kursrutsch sei aber kein Grund zur Panik, sondern eine Gelegenheit zum Einstieg, betonte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Die Rally ist noch nicht zu Ende.“ Langfristig trauen Experten Bitcoin ein Vielfaches der aktuellen Kurse zu.

Dennoch warfen Anleger Firmen aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, aus ihren Depots. So fielen die Aktien der Bitcoin Group, die eine Kryptowährungsbörse betreibt, um fast zehn Prozent. An der Wall Street brachen die Papiere von Riot, Mara und Silvergate vorbörslich um bis zu 17,5 Prozent ein.

Rekord-Kurssturz bei Adler-Modemärkte

Daneben rückte Adler Modemärkte ins Rampenlicht, nachdem der Modehändler wegen Pandemie-bedingt wegbrechender Geschäfte Insolvenz anmelden musste. Die Titel brachen um bis zu 83 Prozent auf 0,39 Euro ein und waren größter Kursverlierer am deutschen Aktienmarkt.

Ansonsten standen unter den Einzelwerten an diesem Montag mit vorgelegten Geschäftsberichten Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe im Blick. Der Fernwartungssoftware-Hersteller Teamviewer wuchs zwar auch im vierten Quartal kräftig und übertraf seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr 2020 leicht, doch Händler sahen darin keinen Kurstreiber mehr. Die Papiere verloren 3,77 Prozent.

Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum rechnet nach dem Corona-Jahr 2020 für die nächsten drei bis fünf Jahre mit einem steigenden Marktanteil durch Wachstum aus eigener Kraft sowie durch Übernahmen. Umsatz und Profitabilität sollen sich deutlich verbessern. Die Aktien kletterten auf ein Rekordhoch und schlossen etwas darunter mit einem Plus von fast elf Prozent.

BASF und Fresenius-Werte unter den Schwächsten im Dax

Für Aufmerksamkeit sorgen ansonsten Analystenkommentare. Die Papiere von BASF sowie die des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) und der Mutter Fresenius zählten mit Verlusten zwischen eineinhalb und fast drei Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. JPMorgan senkte aus Bewertungsgründen den Daumen über die BASF-Aktien. Jefferies stufte FMC auf „Underperform“ ab und kappte zudem das Kursziel für die Papiere von Fresenius.

In London stiegen die Titel von Signature Aviation dagegen in der Spitze um knapp zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 445,1 Pence. Der Flugzeugabfertiger nahm eine Übernahme-Offerte des Finanzinvestors GIP von 405 Pence je Aktie oder insgesamt umgerechnet 3,8 Milliarden Euro an. GIP stach damit den Finanzinvestor Blackstone und Microsoft-Gründer Bill Gates aus.

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Titelfoto: anathomy / Shutterstock.com

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