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DAX unter 13.000 ++ US-Indizes geben weiter ab ++ Braut sich da was zusammen?

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DAX unter 13.000 ++ US-Indizes geben weiter ab ++ Braut sich da was zusammen?

An der Wall Street regieren erneut die roten Vorzeichen. Alle drei großen Indizes starten im Minus und pendeln sich nach Handelsstart bei einem Minus von etwas mehr als 0,3 Prozent ein. Da wirklich gute Nachrichten eher Mangelware sind, ist der heutige Start in den US-Handel auch nicht sehr überraschend. Wirft man einen Blick auf das gesamte Bild, dann stellt sich allerdings schon die Frage: Braut sich da was zusammen?

Donald Trump hat gestern erneut Richtung China gestänkert. Bis dahin schienen die Verhandlungen zwischen den USA und China eigentlich auf einem guten Weg zu sein. Im Reich der Mitte werden die Zölle für PKW gesenkt. Der nächste Schritt von China auf die USA zu. Für Donald Trump anscheinend immer noch zu wenig.

Der nächste Belastungsfaktor für die Märkte kommt ebenfalls aus der Richtung des US-Präsidenten. Das geplante Treffen mit Kim Jong Un steht wieder auf wackeligen Beinen. Der nordkoreanische Machthaber ist verärgert über ein laufendes Militärmanöver in Südkorea, an dem die USA teilnimmt. Trump selbst hat jetzt eingeräumt, dass das Treffen verschoben werden könnte.

Dann wären da noch die Zinssorgen in den USA. Erstmals seit 2013 liegt die Rendite 10-jähriger Treasuries wieder über 3 Prozent.  Am kurzen Ende zieht die Zinskurve ebenfalls wieder an. Mit 2,3 Prozent ist der Liborsatz so hoch wie schon seit 10 Jahren nicht mehr. Zudem wird der Dollar auch wieder stärker.

Zusammen ergibt das einen Mix, der in den Emerging Markets gar nicht gerne gesehen wird. Einige Währungen aus den Schwellenländern haben zuletzt gegenüber dem Dollar abgewertet. Es hält sich zwar alles noch in etwa im Rahmen, aber es zeigt, dass die Investoren langsam Sorgenfalten auf der Stirn bekommen. Viele Volkswirtschaften in den Schwellenländern haben sich im Dollar verschuldet. Steigt die Zinslast, dann könnte es für einige Länder in Lateinamerika und Asien ungemütlich werden.

Die Investoren scheinen auf die Situation schon zu reagieren. Laut dem Institute of International Finance (IIF), welches die Geldströme rund um den Globus genauestens verfolgt, wurden im April fast 6 Milliarden Dollar aus den Emerging Markets abgezogen. Das liegt zwar alles noch im normalen Rahmen, trotzdem sollte die Situation beobachtet werden.

Aber nicht nur für die Emerging Markets könnten steigenden Zinsen zu einer Belastung werden. Auch einzelnen Unternehmen dürften anziehende Zinsen zu schaffen machen. Es gibt nicht wenige, die hier das nächste Problem für die Finanzmärkte sehen. Schon im Dezember vergangenen Jahres hat zum Beispiel der IWF vor der hohen Verschuldung von chinesischen Unternehmen gewarnt. Bislang hat die chinesische Regierung das Problem wohl noch im Griff.

Auch in den USA sind laut Standard & Poor’s viele Firmen stark fremdfinanziert. Die dürften schon jetzt die Belastung der anziehenden Zinsen spüren. Zudem gibt es sowohl in den USA als auch in China sogenannte Dept Funds. Hier bekommen Unternehmen Kapital unabhängig von einer Bank. Wie “Börse ARD“ berichtet, liegt die Ausfallrate dieser Kreditfonds in den USA bei mittlerweile 8 Prozent.

Ein Mix aus neuen internationalen Krisenherden, anziehenden Zinsen, einem steigenden Dollar und Ölpreis, sind nicht gerade die Zutaten für höhere Kurse an den Börsen. Der DAX geht daher heute auch über 1,6 Prozent in die Knie und fällt unter die Marke von 13.000 Punkten.

Rein charttechnisch ist der Fall unter die psychologische Marke nicht als dramatisch einzustufen. Hier sollten Anleger eher auf die 200-Tage-Linie achten, die etwa bei 12.800 Punkten verläuft. Durchbricht der DAX sie von oben nach unten, dann sollten Anleger wachsam werden.

Die Finanzmärkte sind 2018 volatiler geworden als in den Jahren zuvor. Das bestätigt ein Blick auf den S&P 500. Nimmt man die vergangenen 30 Handelstage genauer unter die Lupe, dann ging der Leitindex 18 Mal mit einem Plus über die Ziellinie und 12 Mal nicht.

Der VIX (S&P 500 Volatility Index) zieht auch wieder langsam an und steigt über 14. Ebenfalls ein Zeichen dafür, dass die Anleger nervöser werden. Einige Experten raten daher zu erhöhter Vorsicht und Stock Picking. Sonderstorys laufen an der Börse immer, egal wie sich der Gesamtmarkt entwickelt.

Von MWe

Foto: McIek/shutterstock.com

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