Dax: ZEW-Daten und schwache Wall Street ziehen die deutschen Aktienmärkte nach unten – Licht und Schatten bei globalen Konjunkturdaten

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Dax: ZEW-Daten und schwache Wall Street ziehen die deutschen Aktienmärkte nach unten – Licht und Schatten bei globalen Konjunkturdaten

Heute Morgen hat sich der deutsche Aktienmarkt zunächst noch mit einem minimalen Minus solide gehalten, doch ein überraschend stark gefallener ZEW-Indikator und schwächer erwartete US-Börsen haben den Dax dann zum frühen Nachmittag hin doch noch um über ein Prozent ins Minus gezogen. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 0,96 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,61 Prozent ein.

Dass die US-Börse schwächer eröffnen dürfte, begründeten Börsianer vor allem mit ihrem bereits seit einigen Handelstagen sehr guten Lauf, obwohl es nach wie vor keine politische Einigung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket gab.

Rückschlag bei Corona-Impfstoff-Forschung

Knock-Outs zum DAX

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Wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden musste zudem der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) die Tests für einen Corona-Impfstoff aussetzen. Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp, warnte aber vor überzogenem Pessimismus. Schließlich würden zahlreiche weitere Wirkstoffe entwickelt. J&J-Aktien verloren im vorbörslichen US-Geschäft 1,4 Prozent. Daran änderte auch ein Umsatz- und Gewinnplus im Quartal nichts.

Unter Verkaufsdruck gerieten zudem die Reise- und Touristikwerte, die von den allseits verschärften Corona-Beschränkungen besonders hart getroffen werden. Der europäische Branchenindex verlor 1,3 Prozent. Bankenwerte büßten im Schnitt 1,6 Prozent ein. Hier drückten die Planspiele der Bank von England (BoE) zur Einführung negativer Leitzinsen auf die Kurse, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Unterdessen stellen sich immer mehr Investoren auf einen klaren Sieg von Joe Biden und den Demokraten bei der anstehenden US-Präsidentschafts- und Kongresswahl ein. Das reduziere Unsicherheit, sagte Investmentmanager Jeremy Gatto vom Vermögensverwalter Unigestion. „Für Anleger geht es nicht darum ob, sondern wann wir ein Konjunkturprogramm bekommen.“

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Licht und Schatten bei Konjunkturdaten

Pessimistisch beurteilten deutsche Börsenprofis die hiesigen Konjunkturaussichten. Das entsprechende Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) brach um mehr als die Hälfte ein. „Wir dürfen uns nichts vormachen, die steigende Anzahl von Neuinfektionen wird wirtschaftliche Folgen haben“, warnte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Dafür bedarf es nicht mal eines Lockdowns.“

Parallel dazu kletterte die Arbeitslosigkeit in Großbritannien auf ein Drei-Jahres-Hoch. Da die staatlichen Kurzarbeitsregelungen ausliefen und neue Pandemie-Restriktionen verhängt würden, müsse in den kommenden Monaten mit einem weiteren deutlichen Anstieg gerechnet werden, prognostizierte Volkswirt Nye Cominetti von der Denkfabrik Resolution Foundation. Vor diesem Hintergrund verbilligte sich das Pfund Sterling auf 1,3024 Dollar und 1,1044 Euro.

Einen Lichtblick lieferten die kräftig gestiegenen chinesischen Außenhandelszahlen. Entscheidend für die heimische Konjunktur sei aber, wie sich die Verbraucher im wichtigen Weihnachtsgeschäft verhielten, gab Finanzmarkt-Experte Sebastian Galy vom Vermögensverwalter Nordea Investments zu Bedenken. Dem Ölpreis verhalfen die China-Daten zu Rückenwind. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 42,43 Dollar je Barrel (159 Liter).

onvista/dpa-AFX/reuters

Titelfoto: H-AB Photography / shutterstock.com

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