Deutsche-Post-Chef verteidigt Briefporto

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche-Post-Chef Frank Appel verteidigt die Höhe des Briefportos angesichts aktueller Rechtsstreitigkeiten. Weil das Bundesverfassungsgericht eine ältere Preiserhöhung im Mai für rechtswidrig erklärt hatte, könnte diese Entscheidung laut Bundesnetzagentur auch Auswirkungen auf das aktuelle Porto haben.

Appel verweist auf Preise in anderen europäischen Ländern: In Deutschland liege das Briefporto mit 80 Cent rund 32 Cent niedriger als bei den Nachbarn. Angesichts des Urteils gab er sich am Mittwochabend bei einer Online-Konferenz des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten gelassen: Das Gericht habe sich nicht zur Höhe des Portos geäußert, sondern nur zum Verfahren.

Konkret geht es darum, mit welcher Begründung die Portoerhöhungen genehmigt wurden. "Da muss man eben jetzt sehen, wie der Gesetzgeber damit umgeht. Unser Eindruck ist, dass der Kläger nicht unbedingt Recht bekommen hat, sondern das Bundesverwaltungsgericht auch andere Aspekte gesehen hat." Erst kürzlich hat die Post ihre Preiserhöhung bei Paketen zurückgenommen, jetzt droht mit dem Urteil neuer Ärger beim Briefporto.

Das Hauptthema bleibt aber wie bei den meisten Unternehmen auch bei der Post vorerst die Corona-Krise. Dabei beobachtet Appel auch Entwicklungen, was den generellen Krankenstand seiner Mitarbeiter angeht. Das Social-Distancing bewirke, dass es jetzt generell weniger Krankheitsfälle als früher gebe, nicht nur in Bezug auf Corona. Zudem erkrankten weniger die Zusteller, die bei ihrer Arbeit vor allem im Freien unterwegs sind, als Mitarbeiter in geschlossenen Räumen. Deshalb gebe es auch in heißeren Ländern mehr Infektionen, weil die Menschen dort tagsüber oft im Haus blieben./knd/stw/mis

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