Deutsche Telekom und Cellnex vereinen Funktürme in Niederlanden

Reuters

Berlin (Reuters) - Im boomenden Geschäft mit Mobilfunkstandorten folgt ein Deal dem anderen.

Am Donnerstag kündigten die Deutsche Telekom und der spanische Funkmastenbetreiber Cellnex an, ihr Funkturmgeschäft in den Niederlanden zusammenzulegen und zudem über einen Fonds stärker europaweit in neue Infrastrukturprojekte zu investieren. Die Gesellschaft wird - inklusive neuer Masten - 4310 Standorte verwalten.

Deals mit Funkmasten haben in der Corona-Krise mit der beschleunigten Digitalisierung sowie dem teuren 5G-Netzaufbau Konjunktur. Noch im Frühjahr wird in Frankfurt mit dem Börsengang von Vodafones Funkmasten-Tochter Vantage Towers gerechnet. Zudem hat Cellnex bereits für zehn Milliarden Euro fast 25.000 Masten in ganz Europa von CK Hutchison gekauft, und die Telefonica-Tochter Telxius veräußert ihre Mobilfunkstandorte komplett an American Tower.

Nun bringt die Deutsche Telekom ihre niederländischen Funktürme, die einen Betriebsgewinn von 30 Millionen Euro im Jahr bringen, mit einer komplexen Transaktion aus der eigenen Bilanz. Zuerst bringt der Bonner Dax-Konzern mehr als 3000 Standorte in einen neu gegründeten Fonds namens Digital Infrastructure Vehicle (DIV) ein, von Cellnex kommen knapp tausend Masten hinzu. Dafür bekommt die Telekom vorab 250 Millionen Euro. Im zweiten Schritt bringt DIV die Telekom-Funktürme in die neue Cellnex NL ein, an der sich DIV im Gegenzug mit 38 Prozent beteiligt.

Bei DIV sollen wiederum externe Investoren einsteigen, so dass die Telekom ihren Anteil auf 25 Prozent abschmelzen kann. Das Investmentvehikel, das am Ende rund 1,6 Milliarden Euro umfassen dürfte, soll in ganz Europa in Infrastrukturprojekte in den Bereichen Glasfaser, Mobilfunk-Standorte und Datenzentren investieren. Wenn sie unabhängig von den Mobilfunkbetreibern sind, können Infrastrukturanbieter die Masten am Boden und auf Dächern an mehrere Telekomkonzerne gleichzeitig vermieten, was über Jahre hinweg höhere und regelmäßige Einnahmen verspricht. Zudem gelten die Wartungskosten als relativ niedrig.

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass sich die Deutsche Telekom von ihrem Funkmastengeschäft trennen oder T-Mobile Netherlands verkaufen könnte.

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