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Deutschland fällt in Pisa-Studie zurück - Großer Abstand zur Spitze

Reuters

Berlin (Reuters) - Deutschland fällt beim internationalen Schüler-Vergleichstest Pisa zurück.

Deutschland fällt in Pisa-Studie zurück - Großer Abstand zur Spitze

Die Leistungen der 15-Jährigen sanken in allen drei untersuchten Fächern Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, lagen allerdings weiter über dem Durchschnitt der OECD-Länder, wie die Industriestaatengruppe am Dienstag zur ihrer neuen Studie mitteilte. "Insgesamt bleibt der Abstand zu den Spitzenreitern in Asien und Europa groß." Mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Andere Staaten zögen an Deutschland vorbei. "Ein Land ohne Rohstoffe kann sich nicht im Mittelfeld bewegen." Bund und Länder müssten hier gemeinsam gegensteuern. "Wir wollen in die Spitze der Pisa-Studie aufsteigen."

Die Analyse zeigt aber, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor sehr groß ist. "Chancengerechtigkeit bleibt eine der Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem", betonte die OECD. So schneiden beim Test zur Lesekompetenz Schüler aus bildungsferneren Schichten oder weniger wohlhabenden Elternhäusern deutlich schlechter ab als Schüler mit einem günstigen sozioökonomischen Hintergrund. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz, sagte, man habe bereits gemeinsame Initiativen von Bund und Ländern für Schulen in sozial schwierigen Lagen angestoßen. "Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung für bessere Bildung", sagte Karliczek und verwies auf den Digitalpakt als wichtiges Signal.

Weltweit nahmen 2018 rund 600.000 15-Jährige aus etwa 80 Ländern am Test der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teil, der seit 2000 alle drei Jahre stattfindet. Aus Deutschland waren es 5451 Schüler in 226 Schulen. Im Fokus standen neben Naturwissenschaften und Mathematik diesmal vor allem Leistungen beim Lesen. Beim ersten Pisa-Test im Jahr 2000 schnitt Deutschland schlecht ab, was eine Debatte über Bildungsreformen ausgelöst und zunächst zu Verbesserungen geführt hat. Hier gebe es aber einen Stillstand, kritisierte OECD-Vizegeneralsekretär Ludger Schuknecht.

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ASIATISCHE LÄNDER WEIT VORN - ESTLAND NR. 1 IN EUROPA

Die Rangfolge bei der Pisa-Studie leitet sich diesmal vom Abschneiden beim Lese-Test ab. Hier liegen die chinesischen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang vorn mit dem Mittelwert von 555 Punkten vor Singapur, Macau und Hongkong gefolgt von Estland als bestem europäischen Land auf Platz fünf. Deutschland rangiert mit 498 Zählern auf Platz 20, direkt hinter Dänemark und Norwegen und vor Slowenien, Belgien und Frankreich. Österreich liegt vor der Schweiz auf Rang 27. Deutschland schneidet in allen drei Bereichen - Lesen, Mathe und Nawi - schlechter ab etwa als Estland, Finnland, Irland und Polen. "Die durchschnittlichen Leseleistungen sind in Deutschland nach den in der ersten Zeit – bis 2012 – erzielten Verbesserungen 2018 wieder in etwa auf das Niveau von 2009 zurückgegangen." In Naturwissenschaften war die mittlere Punktzahl 2018 niedriger als 2006. In Mathematik lagen die Ergebnisse 2018 deutlich unter denen von 2012.

Mädchen in Deutschland haben eine spürbar bessere Lesekompetenz, liegen aber bei Mathe hinter den Jungen und in Naturwissenschaften etwa gleichauf mit ihnen. Karliczek bezeichnete es als alarmierend, dass jeder fünfte Fünfzehnjährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen könne. Zudem sei es besorgniserregend, dass es mehr leistungsschwache Schüler gebe, während die Gruppe der Leistungsstarken stagniere. Ferner schneiden Schüler mit ausländischen Wurzeln beim Lesetest weit schlechter ab. Der Anteil Jugendlicher mit Migrationshintergrund stieg zwischen 2009 und 2018 von 18 auf 22 Prozent.

In puncto Schulklima gaben derweil 23 Prozent der Schüler in Deutschland an, mindestens ein paarmal im Monat von Mitschülern drangsaliert zu werden. Dies entspricht dem OECD-Durchschnitt.

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