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Devisen: Euro profitiert von deutschen Exporten - Pfund auf Talfahrt

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Robuste Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum haben den Kurs des Euro am Montag etwas gestützt. Deutliche Kursverluste gab es beim britischen Pfund, wo die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Londoner Regierung die Währung belastete.

Am Nachmittag wurde der Euro bei 1,1760 US-Dollar gehandelt. Er lag damit ein wenig höher als im frühen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1789 (Freitag: 1,1724) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8483 (0,8530) Euro.

Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Eurozone, hatte im Mai mehr exportiert als erwartet. Besonders robust zeigte sich der Handel mit anderen EU-Ländern, während die Exporte in die USA zurückgingen. Gleichzeitig stiegen auch die Importe, was ein Hinweis auf eine starke Binnennachfrage sein kann. Zudem hatte sich das vom Institut Sentix erhobene Investorenvertrauen in der Eurozone im Juli überraschend aufgehellt, nachdem es im Vormonat noch stark gesunken war. Bereits in der vergangenen Woche hatten starke Industriedaten aus Deutschland die Furcht vor einer wirtschaftlichen Abschwächung abgemildert.

Das britische Pfund fiel auf ein Tagestief von 1,1269 Euro, nachdem es am frühen Nachmittag noch bei 1,1340 Euro notiert hatte. "Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Regierung des Vereinigten Königreichs hat das britische Pfund belastet", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Vor allem der Rücktritt von Außenminister Boris Johnson habe das Pfund belastet. Bereits im frühen Handel hatte der Rücktritt von Brexit-Minister David Davis für Verunsicherung gesorgt. Am späten Freitagabend hatte sich die britische Regierung auf einen neuen Plan für die künftige Beziehung zur EU nach dem Brexit geeinigt. Sie nahm damit Abschied von ihrem harten Austritts-Kurs. Das Pfund hatte darauf zunächst mit Kursgewinne reagiert. Johnson und Davis sind Befürworter eines harten Bruchs mit der EU.

"Eigentlich hätte die beiden Rücktritte das Pfund auch stützen können", sagte Reichel. Schließlich werde so ein weicherer Austritt aus der EU wahrscheinlicher, der weniger harte wirtschaftliche Folgen haben würde. Allerdings gefährde insbesondere der Rücktritt von Johnson die Regierung von May, da er als sehr einflussreich und beliebt in der konservativen Partei gilt. Die Premierministerin hat nur eine knappe Mehrheit im Parlament. "Entscheidend für den Devisenmarkt wird jetzt sein, wie sich Johnson zu seinem weiteren Vorgehen äußert", sagte Reichelt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88345 (0,88595) britische Pfund, 130,21 (129,65) japanische Yen und 1,1646 (1,1634) Schweizer Franken fest. Der Preis für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1262,05 (1255,35) Dollar festgelegt./jsl/he

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