Devisen: Türkische Lira gegenüber Dollar auf Rekordtief – Erdogan schmeißt gleich drei Notenbänker raus

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Devisen: Türkische Lira gegenüber Dollar auf Rekordtief – Erdogan schmeißt gleich drei Notenbänker raus

Wer den lockeren Kurs in der Geldpolitik nicht mittragen möchte, der fliegt. Zu einfach ist es, wenn man bei der türkischen Notenbank in einer führenden Position ist. Beim Thema Unabhängigkeit der Notenbanken war selbst Donald Trump ein Weisenknabe gegenüber Recep Tayyip Erdogan. Beim türkischen Präsidenten gilt die Devise, wer nicht spurt, der fliegt. Der heimischen Währung bekommen die permanenten Eingriffe von Erdogan in die Belegschaft der Notenbank überhaupt nicht. Die Lira fällt gegenüber dem Dollar auf ein neues Rekordtief.

Gleich drei Notenbänker können die Koffer packen

Mit einem in der Nacht auf Donnerstag veröffentlichten Dekret wurden gleich drei Notenbanker entlassen. Die Landeswährung Lira reagierte mit deutlichen Kursverlusten und fiel gegenüber dem US-Dollar auf ein Rekordtief. Auch zum Euro gab die Lira spürbar nach.

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Nach Bekanntwerden des Dekrets stieg der US-Dollar bis auf 9,19 Lira. So viel Lira mussten noch nie für einen Dollar gezahlt werden. Ein Euro kostete bis zu 10,67 Lira. Das Rekordhoch von 10,75 Lira für einen Euro ist nicht weit entfernt. Im Verlauf am Donnerstag erholte sich die Lira dann nur leicht.

Wie aus dem Dokument hervorgeht, wurden drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses entlassen und durch zwei neue ersetzt. Nach Medienberichten soll zumindest einer der Entlassenen gegen die jüngste Zinssenkung der Notenbank votiert haben. Es sei davon auszugehen, dass die beiden anderen Mitglieder den Kurs der Zentralbank ebenfalls skeptisch sehen, erklärte Commerzbank-Expertin Antje Praefcke.

Vor Veröffentlichung des Dekrets soll sich Erdogan mit Notenbankchef Sahap Kavcioglu getroffen haben. Der seit März amtierende Kavcioglu ist bereits der vierte Zentralbankchef seit 2019. Seine Vorgänger waren alle in Ungnade gefallen, weil sie den von Erdogan präferierten Kurs einer lockeren Geldpolitik nicht mitgetragen haben. Obwohl Kavcioglu Ende September auf Erdogans Kurs einschwenkte, gab es zuletzt Spekulationen über ein getrübtes Verhältnis zwischen den beiden.

Die Türkei leidet seit längerem unter einer hohen Inflation, gegen die nach klassischer Volkswirtschaftslehre eine straffere Geldpolitik mit höheren Leitzinsen hilft. Erdogan teilt diese Sichtweise nicht und spricht sich stattdessen für Zinssenkungen als Gegenmittel aus. Er präsentiert sich stets als erklärten Gegner hoher Zinsen.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Drop of Light / Shutterstock.com

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