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Devisen weekly: EUR setzt Rallye fort und notiert auf Vierjahreshoch. EZB und Bundespolitik im Fokus. Setzt Draghi der Euro-Aufwertung ein Ende?

HSH NORDBANK
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Der Euro hat in den vergangenen Tagen die Marke von 1,20 nachhaltig überschritten. und notiert gegenwärtig bei 1,2220 US-Dollar. Ausschlaggebend war das Sitzungsprotokoll der EZB (15.01.). Europas Währungshüter diskutierten offen über Anpassungen ihrer längerfristigen Ausrichtung der Notenbank-Kommunikation („Forward Guidance“). Angesichts des anhaltenden Konjunkturaufschwungs und des graduellen Preisauftriebs werteten Marktteilnehmer dies als Signal für eine schneller einsetzende geldpolitische Straffung durch die Notenbank. Dies ließ EUR/USD zwischenzeitlich über die Marke von 1,23 ansteigen.

Wichtig für die Eurostärke war außerdem die Einigung der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD auf ein Sondierungspapier zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen (11.01.). Als besonders positiv für den Euro wurde aufgenommen, dass das Sondierungspapier die Europa-Themen in den Vordergrund rückt. Allerdings muss das Sondierungsergebnis noch vom SPD-Sonderparteitag am 21.01. bestätigt werden. Einem Koalitionsvertrag müssten dann im Frühjahr noch die SPD-Mitglieder zustimmen. Eine Absage der Großen Koalition durch den SPD-Parteitag könnte sich als signifikantes Downside-Risk für den Euro erweisen. Nach dem Ende der Jamaika-Sondierungen warten die Marktteilnehmer sehnlichst auf ein stabiles Regierungsbündnis in Deutschland. Sollte das Mitgliedervotum die Koalitionsbildung ablehnen, ist eine Rückkehr von EUR/USD auf die Marke von unter 1,20 nicht ausgeschlossen.

Die Fundamentaldaten im Euroraum bestätigten in der zurückliegenden Woche den Konjunktur- und Preisauftrieb. Die Inflation in der Eurozone (17.01.) entsprach mit 1,4 % YoY den Erwartungen (Kerninflation: 0,9 %). Die europäische Konjunktur strotzt vor Stärke, wie das Wachstum der europäischen Industrieproduktion im November (3,2 % YoY) und das BIP-Wachstum in Deutschland für 2017 (2,2 % YoY) verdeutlichen. Auf den  -Wechselkurs hatte die Veröffentlichung der jüngsten Wirtschaftsdaten keine signifikanten Auswirkungen.

In der kommenden Woche stehen die EZB-Sitzung, das Davos-Treffen (Achtung: Trump reist an) und einige Konjunkturdaten (u.a. Ifo, PMI) auf der Agenda. Bei der EZB-Sitzung ist zu erwarten, dass die Journalisten mehr Details zu den im Protokoll angedeuteten Ausstiegsplänen haben möchten. Draghi wird aber möglicherweise bemüht sein, eher dovishe Signale auszusenden, um der Euro Aufwertung zu einer Atempause zu verhelfen.

Vor dem Hintergrund der positiven Nachrichten für den Euro könnte man meinen, die Dollar-Schwäche sei vor allem das Ergebnis der Euro-Stärke. Dies ist nur bedingt  der Fall. Vielmehr hat sich der Dollar auch bei Herausrechnen des Euro gegenüber einem breiten Währungskorb deutlich abgewertet (siehe dazu Chart der Woche). Hier sind offensichtlich andere Kräfte am Werk wie etwa die Erwartung höherer US-Staatsdefizite.

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