DFL will Bundesliga-Vereine vor der Corona-Pleite schützen

Reuters

München (Reuters) - Die Fußball-Bundesliga macht sich wegen der Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie auf Pleiten von Vereinen gefasst.

Der Abzug von neun Punkten, der bisher fällig wird, wenn Klubs der 1. und 2. Bundesliga in die Insolvenz rutschen, werde für die laufende Saison ausgesetzt, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Christian Seifert, am Dienstag nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Frankfurt. "Sämtliche Entscheidungen sollen auf sportlichem Weg zustande kommen." Auch für die kommende Spielzeit 2020/21 sollen die finanziellen Regularien in der Bundesliga gelockert bleiben.

Die laufende Saison 2019/20 ist seit Mitte März wegen des Verbotes von Großveranstaltungen zur Eindämmung des Coronavirus unterbrochen, offiziell bis Ende April. Die Meisterschaft soll im Mai - aller Voraussicht nach mit "Geisterspielen" ohne Zuschauer - wieder aufgenommen und bis Ende Juni abgeschlossen werden, womöglich auch erst im Juli. "Wir freuen uns, den Menschen ein kleines Stück Normalität zurückzubringen", sagte Seifert. "Mindestens bis zum Ende der Saison ist es unrealistisch, vor vollen Stadien zu spielen", räumte er aber ein - möglicherweise auch bis Ende des Jahres.

Bei Geisterspielen entgehen den Klubs zwar die Zuschauer-Einnahmen, doch fließen immerhin Gelder aus den Fernsehrechten und von Sponsoren. Müsste die Saison dagegen abgebrochen werden, kämen einige Klubs im Mai, andere im Juni in existenzbedrohende Situationen, warnte der DFL-Chef. Die DFL hat vorgerechnet, dass den 36 Vereinen mit den restlichen neun Spieltagen rund 750 Millionen Euro fehlten. Davon entfallen 300 Millionen auf die Fernsehrechte.

Offenbar rechnet die DFL aber damit, dass das Geld auch im Herbst noch knapp sein wird. Auch 2020/21 sollten Vereinen bei einer Pleite nur drei Punkte abgezogen werden. Zudem verzichtet die DFL bei der Vergabe der Lizenzen auf die Prüfung, ob die Vereine genügend flüssige Mittel haben, um die ganze Spielzeit zu überstehen. Diese Liquiditätsprüfung soll im September nachgeholt werden. Fallen Vereine dabei durch, will ihnen die DFL teure Transfers verbieten, statt Punkte abzuziehen. Die vier Teilnehmer an der lukrativen Champions League - Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig - hatten bereits 20 Millionen Euro für finanzschwache Konkurrenten bereitgestellt.

Damit in den nächsten Monaten keine Spiele wegen infizierter Spieler oder Mannschaften ausfallen müssen, will die DFL alle Teams und Offiziellen vor den Spielen "engmaschig" auf den Virus testen lassen. Mehrere Bundesliga-Teams waren in den vergangenen Wochen in Quarantäne geschickt worden, weil Mitspieler positiv getestet worden waren.

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