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Dialog Semiconductor hat immer noch einen weiten Weg vor sich

Deutsche Bank
 

Christian Hendrik Knappe

Die Dialog-Semiconductor-Aktie hat sich von den in den Jahren 2017 und 2018 erlebten Kursturbulenzen deutlich erholen können. Diese wurden vor allem durch die Unsicherheit in Bezug auf die weitere Beziehung zu Apple befeuert. Marktteilnehmer fragten sich lange Zeit, ob Apple weiterhin Chips im Bereich Strommanagement (PMICs, power management integrated circuits) bei Dialog Semiconductor bestellen oder diese für seine iPhones oder iPads doch in Eigenregie entwickeln würde.
 
Diese Frage hatte umso mehr Gewicht, da es sich mit Apple um den Konzern handelte, der als erstes privates Unternehmen beim Börsenwert die Marke von 1 Billion US-Dollar knacken konnte. Außerdem war der Konzern mit dem Apfel im Logo eine Zeit lang für rund 70 Prozent der Umsatzerlöse bei Dialog Semiconductor verantwortlich. Einen solchen Großkunden zu verlieren kann sich kein Unternehmen der Welt leisten. Eine am 11. Oktober 2018 geschlossene Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen sorgte für Beruhigung. Am 8. April 2019 gab Dialog Semiconductor den Abschluss des Deals bekannt.
 
Im Zuge der Transaktion mit Apple wechselten neben der Lizenzierung gewisser Powermanagement-Technologien und der Übertragung bestimmter Vermögenswerte an Apple über 300 Dialog-Mitarbeiter zum iPhone-Konzern. Dialog Semiconductor erhält im Zuge des Deals Dialog insgesamt 600 Mio. US-Dollar. 300 Mio. US-Dollar in bar und 300 Mio. US-Dollar in Form einer Vorauszahlung für Dialog Produkte, die in den nächsten drei Jahren geliefert werden. Darüber hinaus hat Dialog von Apple laut Unternehmensangaben ein breites Spektrum neuer Aufträge zur Entwicklung und Lieferung von weiteren Mixed-Signal-ICs erhalten.
 
Dank der allgemeinen Beruhigung an den Aktienmärkten zu Beginn dieses Jahres und dank dieser Vereinbarung mit Apple konnte Dialog Semiconductor offenbar wieder einiges an Anlegervertrauen zurückgewinnen. Die zwischenzeitliche Erholungsrallye der Dialog-Semiconductor-Aktie führte sogar dazu, dass das Papier am 18. März 2019 in den MDAX aufgenommen wurde. Für gute Stimmung unter Anlegern sorgte auch die Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal.
 
Nachdem Dialog Semiconductor am 9. Mai 2019 für das März-Quartal einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 11 Prozent auf 295 Mio. US-Dollar ausgewiesen hatte, wird für das laufende Juni-Quartal mit einem Zuwachs von bis 13 Prozent auf 293 bis 333 Mio. US-Dollar gerechnet. Wenn man die Lizenzzahlungen von Apple miteinbezieht sollen die Erlöse bei 438 bis 478 Mio. US-Dollar liegen. Bereits im ersten Quartal konnte Dialog Semiconductor mit Profitabilitätsverbesserungen überzeugen. Die bereinigte Bruttomarge stieg von 47,2 Prozent im Vorjahr auf 49,6 Prozent.
 
Um auch in Zukunft profitabel zu arbeiten, wird Dialog Semiconductor versuchen, sich von Apple noch unabhängiger zu machen und auf neue Wachstumsfelder zu setzen. Dazu gehört vor allem das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Die Diversifikation soll auch mithilfe von Übernahmen vonstattengehen. In dieses Bild passt die Übernahme des Geschäftsbereichs „Mobile Communications“ des in Hongkong ansässigen Technologiekonzerns Silicon Motion für 45 Mio. US-Dollar. Im Vorjahr hatte Dialog Semiconductor bereits Silego Technologies übernommen. Es dürften nicht die letzten Zukäufe gewesen sein. Schließlich hat Dialog Semiconductor noch einen weiten Weg vor sich.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Dialog Semiconductor-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DC348H) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 5,36, die Barriere bei 30,85 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC3MNU, aktueller Hebel 6,02, Barriere bei 35,90 Euro) auf fallende Kurse der Dialog Semiconductor-Aktie setzen.
 
Stand: 16.05.2019

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