DIHK erwartet Einbruch im Italien-Handel - "Lombardei so wichtig wie Japan"

Reuters

Berlin (Reuters) - Die Absperrung norditalienischer Provinzen im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie droht auch die deutsche Wirtschaft erheblich zu belasten.

"Die rasche Ausbreitung des Virus im Norden Italiens und die Abriegelung ganzer Regionen trifft das Wirtschaftszentrum Italiens und sorgt für erhebliche zusätzliche Verunsicherung der deutschen Exportwirtschaft", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Noch berichte die Handelskammer in Mailand nicht von breitflächigen Produktionsausfällen in den industriestarken Regionen. "Aber durch die Abriegelung wird es zu Beeinträchtigungen kommen, was die deutsche Wirtschaft zuvorderst in einem Rückgang des Handels zu spüren bekommt." Der DIHK rechne deshalb mit schrumpfenden Exporten nach Italien.

Der Außenhandelskammer zufolge lag der Umfang im deutschen Warenaustausch allein mit der Lombardei im Jahr 2017 - neuere Daten auf Regionalbasis liegen noch nicht vor - bei gut 42,2 Milliarden Euro. Das entspricht fast genau dem Handelsvolumen mit ganz Japan. Die Exporte und Importe mit Venetien summierten sich auf 18 Milliarden Euro, was das Volumen mit Kanada (14 Milliarden Euro) deutlich übersteigt.

Italien hatte am Sonntag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Regionen und Städte im Norden des Landes abgeriegelt. Die bis zum 3. April geltenden Maßnahmen sehen vor, dass die am schwersten betroffene Region Lombardei mit der Finanzmetropole Mailand weder betreten noch verlassen werden darf. Dies gilt ebenfalls für 14 Provinzen in vier weiteren Regionen, darunter die Städte Venedig, Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia und Rimini.

Italien ist der fünftwichtigste deutsche Handelspartner nach China, den Niederlanden, den USA und Frankreich. Die deutschen Exporte dorthin summierten sich im vergangenen Jahr auf 68 Milliarden Euro, die Importe von dort auf gut 57 Milliarden Euro. Beide Länder handeln vor allem mit Fahrzeugen, chemischen Erzeugnissen, Maschinen und Nahrungsmitteln. Die deutschen Direktinvestitionen belaufen sich auf mehr als 41 Milliarden Euro. Etwa 2000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind in dem Land aktiv. Diese beschäftigen mehr als 190.000 Mitarbeiter und erreichen einen Jahresumsatz von 108 Milliarden Euro.

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