Drei Fragen an Bernecker: Hat die EZB richtig gehandelt, geht die Rallye weiter und sollten Anleger wirklich Angst vor einer „zweiten Welle“ haben?

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Die Woche wollten wir vom erfahren Bösrsenexperten Hans A. Bernecker wissen, wie er die aktuelle Lage an den Märkten einschätzt. Fast alle schreien aktuell: Das ist ein Stück des Guten zuviel. Aber auch heute scheint der Dax alle bestehenden Probleme einfach auszublenden.

Drei Fragen an Bernecker: Hat die EZB richtig gehandelt, geht die Rallye weiter und sollten Anleger wirklich Angst vor einer „zweiten Welle“ haben?

Herr Bernecker, wie ordnen Sie die Entscheidung der EZB ein?

Das Konjunkturpaket in Höhe von 130 Millarden Euro  oder 3 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes ist zwar recht kompliziert, aber nachvollziehbar. Das geht in Ordnung. Kritik gibt es natürlich immer. Wichtiger als die Beträge sind die psychologischen Folgen sowohl für die Verbraucher als auch für die Wirtschaft, insbesondere Industrie. Für beide ist es ein Aufhänger, wie sie in ihren eigenen Dingen nun ihre Zukunft planen oder umsetzen. Darin liegt Sinn und Zweck jedes Konjunkturpaketes bei relativ überschaubarer Belastung der Staatsverschuldung.

Keiner versteht die Rallye an den Aktien-Märkten so richtig. Haben Sie eine Erklärung dafür?

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Wie die Märkte sich nach dem Absturz entwickeln würden, habe ich hinreichend deutlich erklärt. Zum einen mit dem Vergleich zu 2003 und 2009, zum anderen mit der Besonderheit, dass zusammengebrochene Märkte sich immer selbst erholen und gleichzeitig eine Vorlage für die reale Wirtschaft darstellen. Dies zu verstehen, ist eigentlich leicht, aber in der Öffentlichkeit umfangreich bestritten. Deshalb lagen so gut wie alle Ökonomen aus der Bankenszene falsch. Was bevorsteht, ist unschwer zu formulieren:

Der Erholung der Börse folgt die Erholung der Ökonomie. Was noch offen ist, ist das Tempo. 50 Prozent Dax-Gewinn in wenigen Wochen waren zu viel. Aber die Richtung stimmt. Die statistischen Ergebnisse der realen Wirtschaft werden erst in etwa 6 - 8 Monaten sichtbar sein. Die Gedankenbrücke zwischen beiden Fakten erfordert lediglich Fantasie. Ein Vergleich in Wort und Bild bilde ich in der Actien-Börse dieser Woche auf Seite 2 an.

Rechnen Sie noch einmal mit einem deutlichen Rücksetzer? Stichwort 2. Welle

Die genannten 50 Prozent Dax-Gewinn und die entsprechenden Verläufe in New York sind ein Schluck zu viel aus der berühmten Pulle. Es zeigt aber auch, wie hoch der Erwartungsdruck inzwischen gestiegen ist, hinter dem zunächst nur pure Hoffnung stand. Mit der Entscheidung der EZB ist damit zunächst der Rahmen abgestimmt. Dem folgt eine Konsolidierung der Märkte oder auch eine Beruhigung der Gemüter, egal wie man es nennen mag. Ich rufe allerdings in Erinnerung: 2009 absolvierte der DAX bis zum Anfang des Folgejahres (2010) über 60 % und nach 2 Jahren waren es 100 % im DAX. Also schafft jede bevorstehende Konsolidierung eine neue Plattform für Investments.

Viele Dank für die Antworten

www.bernecker.info

Foto: Homepage Bernecker

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