EU-Ratspräsident schlägt Brexit-Anpassungsfonds vor - Volumen 5 Milliarden

Reuters

Brüssel/Berlin (Reuters) - EU-Ratspräsident Charles Michel hat einen fünf Milliarden Euro schweren Fonds vorgeschlagen, um die Probleme der Wirtschaft nach dem Brexit besser auffangen zu können.

Eine solche "Anpassungsreserve" sei nötig, sagte Michel am Freitag. Die Verhandlungen der EU mit Großbritannien über die künftigen Beziehungen beschrieb er als schwierig. Es werde nächstes Jahr - unabhängig vom Ergebnis der Gespräche - Verwerfungen in der Wirtschaft geben. Die EU-Kommission sollte im Februar 2021 die Lage analysieren und die Gelder dann dort einsetzen, wo der Bedarf am größten sei.

Großbritannien ist nach dem EU-Austritt gerade in einer Übergangsphase. Bis zum Jahresende müssen die künftigen Beziehungen zur Europäischen Union geklärt werden, inklusive eines Handelsabkommens. Das halten viele Experten aber für unrealistisch, weil die Zeit dafür nicht ausreicht.

"Ohne klare Vorgaben für den Warenverkehr wird der Brexit für Unternehmen zu einem wirtschaftlichen Desaster", warnte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Industrieverbandes BDI, Joachim Lang. "Es ist eine vertane Chance, dass das Vereinigte Königreich die Option zur Verlängerung der Übergangsphase hat verstreichen lassen." Ziel müsse es nun sein, die Zollverfahren weitestgehend zu vereinfachen. "Nur so lassen sich die immensen Kosten des wirtschaftlichen Bruchs mit dem Vereinigten Königreich einigermaßen abmildern." Ein britischer EU-Austritt ohne Abkommen wäre für alle Seiten das schlechteste Ergebnis.

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