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Euro-Rettungsfonds besorgt über Ausgabenpläne in Griechenland

Reuters

Brüssel (Reuters) - Der Euro-Rettungsfonds ESM warnt vor den Folgen der neuen Steuersenkungs- und Ausgabenpläne der griechischen Regierung.

"Wir sind besorgt", sagte ESM-Chef Klaus Regling am Donnerstagabend in Brüssel nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. Es bestehe die Gefahr, dass das Land das Ziel eines Haushalts-Primärüberschuss von 3,5 Prozent "deutlich verfehlen" könnte. Nächstes Jahr könnten die Auswirkungen noch weitreichender seien. Die Einschätzung sei aber vorläufig und die Athener Regierung habe noch nicht alle Maßnahmen umgesetzt. "Es ist sehr wichtig, dass Griechenland weiter macht mit dem Aufschwung der letzten Jahren", sagte Eurogruppen-Chef Mario Centeno. Bei einem Primärüberschuss sind die Kosten für den Schuldendienst ausgeklammert.

Das krisengeschüttelte Griechenland hatte sich zuletzt finanziell berappelt. Doch vor den Europawahlen vom 23. bis 26. Mai stellt Ministerpräsident Alexis Tsipras neue Hilfsmaßnahmen vor, um unter anderem Rentner mit kleinen Pensionen zu entlasten.

Griechenland wurde vergangenen Sommer nach acht Jahren aus einem Rettungsprogramm entlassen. 2010 hatte das Land wegen eines sehr hohen Haushaltsdefizits und einer am Boden liegenden Wirtschaft den Zugang zu den Kapitalmärkten verloren. Seitdem wurde es mit Milliarden-Krediten gestützt. Die europäischen Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) forderten im Gegenzug dafür Reformen, vor allem in Verwaltung und Wirtschaft.

BERATUNGEN ÜBER EURO-HAUSHALT

Die Euro-Finanzminister berieten am Donnerstag auch die Umsetzung eines Budgets für die 19 Länder der Gemeinschaftswährung. Man habe über die Finanzierung und die Organisation eines solchen Euro-Haushaltes gesprochen, sagte EU-Kommissar Pierre Moscovici. Im Juni soll es eine Einigung geben.

EU-Vertretern zufolge haben sich Frankreich und Deutschland auf eine gemeinsame Position verständigt. Geplant ist demnach ein Mix aus Geldern aus dem größeren EU-Budget, eigenen Mitteln wie etwa Einnahmen aus einer Finanztransaktionssteuer und anderen Steuern. Rechtliche Grundlage soll ein Vertrag zwischen den Euro-Staaten seien, damit der Haushalt später schnell weiter entwickelt werden könne, ohne die EU-Verträge ändern zu müssen. Die EU-Kommission sträube sich aber gegen den Vorstoß, sagten die Vertreter.

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