Europas Börsen im Plus - Börsianer hoffen auf bessere Beziehungen zu USA

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Hoffnung auf bessere Handelsbeziehungen zwischen Europa und den USA hat den europäischen Börsen zum Wochenschluss Auftrieb gegeben.

Auch Anzeichen dafür, dass Chinas Konjunkturflaute ihren Tiefpunkt erreicht hat, sorgten für Kauflaune. Der Dax legte am Freitagvormittag 0,6 Prozent zu auf 13.515 Punkte. Der EuroStoxx50 gewann 0,7 Prozent auf 3800 Zähler. EU-Handelskommissar Phil Hogan sagte, er sei zuversichtlich, dass die Streitfragen im Handel mit den USA gelöst werden könnten. Diese Äußerungen lösten Erleichterung an der Börse aus, sagte Connor Campbell, Analyst beim britischen Finanzdienstleister Spreadex.

Allerdings hinke der Dax den US-Börsen weiterhin hinterher, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Der deutsche Leitzindex liegt ungefähr 50 Punkte unter seinem Rekordhoch vom Januar 2018. "Wenn schon immer neue Allzeithochs an der Wall Street nicht mehr reichen, um den deutschen Aktienmarkt richtig nach oben zu bewegen, dann muss man sich Sorgen machen", konstatierte Stanzl. Offenbar befürchteten Anleger, dass die USA nach ihrem Teilabkommen mit China nun im Handelsstreit mit der EU die Daumenschrauben anziehen.

Am Anleihemarkt waren die italienischen Papiere gefragt. Die Rendite ging im Gegenzug auf 1,386 Prozent zurück von 1,471 Prozent am Donnerstag. Der oberste Gerichtshof des Landes sprach sich gegen einen Vorschlag zur Änderung der Wahlgesetze aus, von der die rechtspopulistische Lega profitiert hätte. "Das sind aus Marktsicht gute Nachrichten, weil es das Risiko reduziert, dass wir eine Lega-Regierung mit absoluter Mehrheit bekommen", sagte Daniel Lenz, Zinsstratege bei der DZ Bank.

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RWE-AKTIEN AUF SIEBEN-JAHRES-HOCH

Positive Analystenkommentare katapultierten die Aktien von RWE auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Die Papiere kletterten um bis zu 6,1 Prozent auf 31,86 Euro und standen damit unangefochten an der Dax-Spitze. Die Aussicht auf eine Milliardenentschädigung wegen des Braunkohle-Ausstiegs hatte die Titel bereits am Donnerstag um zwei Prozent angetrieben. Bund und Länder einigten sich auf einen Abschaltplan für Braunkohle-Meiler, Finanzminister Olaf Scholz stellt 2,6 Milliarden Euro zur Entschädigung bereit.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Bayer-Aktien mit einem Plus von 1,2 Prozent. Der Mediator Ken Feinberg hält es einem Bericht zufolge für möglich, dass binnen vier Wochen die US-Klagen gegen das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat beigelegt werden.

Die Aktien der Mediamarkt/Saturn-Mutter Ceconomy sackten dagegen um bis zu 4,6 Prozent ab. Sie litten unter einem pessimistischen Ausblick des französischen Elektronikhändlers Fnac, bei dem Ceconomy Großaktionär ist. Fnac geht davon aus, dass allein im Dezember der Umsatz wegen der Streiks in Frankreich um 70 Millionen Euro geringer ausfiel. Analysten äußerten sich pessimistisch. Die Fnac-Papiere brachen um fast 18 Prozent ein und kosteten mit 41,60 Euro so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr.

In London schnellten die Aktien des Krankenhausbetreibers NMC Health um bis zu zehn Prozent nach oben. Sie profitierten von verstärkten Bemühungen zur Aufklärung des Vorwurfs von Bilanzunregelmäßigkeiten. NMC Health zufolge hat ein unabhängiges Prüfungskomitee den ehemaligen FBI-Direktor Louis Freeh damit beauftragt, einen Bericht über Anschuldigungen unter anderem des US-Hedgefonds Muddy Waters zu erstellen.

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