Evergrande: Zinszahlung wohl gesichert, aber Großaktionär steigt komplett aus – Aktie reduziert das Kursplus deutlich

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Evergrande: Zinszahlung wohl gesichert, aber Großaktionär steigt komplett aus – Aktie reduziert das Kursplus deutlich

Mitten in die Erholung der Aktie des zweitgrößten Immobilienkonzerns China platzte die Nachricht, dass Chinese Estates Holdings, der zweitgrößte Aktionär des angeschlagenen Immobilienkonzerns China Evergrande, will seine gesamte Beteiligung an dem chinesischen Immobilienkonzern verkaufen. Das Plus von fast 30 Prozent reduzierte sich danach wieder auf 10 Prozent.

Aussicht auf Zahlung hatte die Aktien die Höhe schießen lassen 

Mittwoch nach hatte Evergrande verlauten lassen,  dass sich das Unternehmen mit Gläubigern über Zinszahlungen für eine im südchinesischen Shenzhen gehandelte Anleihe geeinigt habe, die am Donnerstag fällig wurden. Da die Börse Honkong aufgrund eines Feiertages gechlossen war, schoss die Aktie zu Handelsbeginn kräftig in die Höhe, Danach keimten aber neue Sorgen auf und der Kurs kam wieder deutlich zurück.

Offshore-Anleihe bereitet Kopfschmerzen

Für große Verunsicherung sorgte jedoch, dass das Unternehmen noch immer keine Angaben zu einer weiteren in US-Dollar gehandelten Offshore-Anleihe gemacht hat. Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg muss Evergrande hierfür am Donnerstag eine Zinszahlung von 83,5 Millionen Dollar (rund 71 Millionen Euro) leisten. Eine weitere Zinszahlung von 47,5 Millionen Dollar ist am 29. September fällig. Für beide Zahlungen gilt laut Bloomberg eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

Der chinesische Konzern hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der Konzern muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Zudem schuldet Evergrande Kleinanlegern, darunter vielen Mitarbeitern, mehrere Milliarden Dollar.

Großaktionär steigt komplett aus 

Chinese Estates Holdings, der zweitgrößte Aktionär des angeschlagenen Immobilienkonzerns China Evergrande, scheint das Risiko bei Evergrande weiterhin zu groß zu sein. Die Chinesen wollen ihre gesamte Beteiligung an dem Immobilienkonzern verkaufen. Die Holding hat sich bereits von Papieren im Wert von 32 Millionen Dollar getrennt. Auf einer Aktionärsversammlung am heutigen Tag sollen die Anteilseigner einem kompletten Verkauf der Evergrande-Aktien zustimmen. Das Unternehmen schätzt, dass es bei dem Verkauf seines gesamten Anteils einen Verlust von etwa 9.486,3 Millionen Hongkong Dollar ( rund 1,22 Milliarden Dollar) für das Jahr 2021 erleiden wird.

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Redaktion onvista: 

Trotz der wohl geleisteten Zahlung ist Evergrande noch nicht aus dem Gröbsten raus. Anleger, die auf den Zug einer möglichen Erholung aufspringen möchten haben bereits heute gespürt wie volatil der Kurs ist. Da die Chinese Estates Holding jetzt weitere Aktien auf den Markt schmeißen wird, ist das Aufwärtspotenzial weiterhin sehr streng eingegrenzt. Zudem ist noch nicht klar, ob Evergrande  die 83,5 Millionen Dollar für die Offshore-Anleihe aufbringen kann. Daher sollten Anleger weiterhin am Spielfeldrand blieben.

Foto: hxdbzxy/ Shutterstock.com

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