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EZB-Chefvolkswirt: „Nahe dran an wirtschaftlichen Teufelskreis“

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EZB-Chefvolkswirt: „Nahe dran an wirtschaftlichen Teufelskreis“

Nachdem Peter Praet, Chefökonom der EZB, bereits am Montag angedeutet hatte, dass die EZB in diesem Jahr nicht mehr die Zinsen erhöhen dürfte, legt er heute nach. Die Wirtschaft der Eurozone ist nach Einschätzung von Praet nicht weit von einem Teufelskreis entfernt. „Das Wirtschaftsklima in der Eurozone verändert sich fundamental und nicht nur vorübergehend“, sagte Chefvolkswirt der EZB am Mittwoch in Frankfurt. Dies habe mit den Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten, wie dem Brexit und der Lage in Italien, zu tun. „Wir sind jetzt noch nicht in einem Teufelskreis, aber wir sind nahe dran.“

Voraussetzungen nach wie vor gut

„Die wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone sind eigentlich gut“, sagte Praet. Es bestehe aber die Gefahr, dass die schlechtere Stimmung sich immer mehr auf die Realwirtschaft auswirkt. Er verwies auf die zuletzt deutlich verschlechterten Daten aus der Industrie. Es sei noch offen, ob die EZB ihr mittelfristiges Hauptszenario anpassen müsse. Er hoffe bald auf mehr Klarheit.

Pumpt die EZB wieder Geld in den Markt?

Gegebenenfalls müsse auch die EZB auf die veränderten Bedingungen reagieren, so Praet. Er brachte auch neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) ins Gespräch. „Die Diskussion wird bald im Rat der EZB stattfinden“, sagte der Ökonom. „Das bedeutet aber nicht, dass wir eine Entscheidung treffen.“ Die nächste Ratssitzung mit einer Zinsentscheidung steht am 7. März an. Dann liegen auch die neuen Projektionen der Notenbank vor.

Europäische Banken zu schwach

Handeln könnte laut Praet aber rasch nötig werden, falls sich die wichtige Konflikte nicht auflösten. Die Banken in der Eurozone seien wenig profitabel. Es bestehe die Gefahr, dass sie durch prozyklisches Verhalten den Abwärtstrend verstärken könnten. Er hoffe aber auch auf mehr Unterstützung durch die Politik bei der Bewältigung von Krisen. Die EZB habe in der Vergangenheit oft alleine handeln müsse. Die Notenbank sei jedoch nicht in erster Linie für die Entwicklung des Geschäftsklimas verantwortlich.

onvista/dpa-AFX

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