EZB-Notenbanker - Deflationsrisiko ist gering aber vorhanden

Reuters

Wien (Reuters) - Angesichts der Virus-Pandemie rückt bei der Europäischen Zentralbank (EZB) das Thema einer gefährlichen Abwärtsspirale bei den Preisen wieder in den Blick.

Die Möglichkeit einer Deflation sei nicht auszuschließen, sagte EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann am Dienstag auf einer Veranstaltung in Wien. "Die Höhe ist gering aber nicht Null." Die Corona-Krise und der Einbruch der Ölpreise haben die Inflation im Euro-Raum im März deutlich unter die Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent gedrückt. Die Verbraucherpreise legten lediglich um 0,7 Prozent zu.

Sorgen um eine gefährliche Deflationsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und Investitionen hatten die Euro-Notenbank in der Vergangenheit stark umgetrieben. Vor fünf Jahren waren sie ein wichtiger Grund für die Auflage billionenschwerer Anleihenkäufe und weiterer geldpolitischer Lockerungsschritte zur Stützung der Wirtschaft.

Holzmann sieht bei der Deflationsbekämpfung Grenzen für die Geldpolitik. Wenn eine Deflation auf einen realwirtschaftlichen Einbruch zurückzuführen sei, dann werde es schwierig, dies allein mit geldpolitischen Mittel zu lösen. Dann müsse es Lösungen geben, die in die Realwirtschaft hineinreichten, so Holzmann. Wie schwierig es für ein Land ist, aus einer solchen Abwärtsspirale bei den Preisen zu entkommen, zeigt das Beispiel Japan. Dort wurde die Wirtschaft jahrelang durch eine Deflation gebremst.

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