EZB-Ratsmitglied versucht Spekulation über Zinserhöhung 2023 einzufangen

Reuters

Madrid (Reuters) - Das spanische EZB-Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos ist Spekulationen entgegengetreten, die Europäische Zentralbank fasse eine Zinserhöhung für das Jahr 2023 ins Auge.

Das EZB-Führungsmitglied äußerte sich am Freitag, kurz nachdem ein Bericht der "Financial Times" über ein Treffen von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane mit Ökonomen für Aufsehen in der Finanzwelt gesorgt hatte.

Lane soll dem Bericht zufolge im Gespräch mit deutschen Volkswirten Interna über die mittelfristige Inflationserwartung der Notenbank offengelegt haben. Ein EZB-Sprecher hatte den Bericht als "nicht genau" bezeichnet. De Cos sagte nun, die Schlussfolgerung des "FT"-Journalisten zur Zinspolitik sei grundsätzlich nicht mit der von der Zentralbank ausgegebenen Orientierungslinie für die Märkte vereinbar. Dies gelte für die in dem Bericht nahegelegte Möglichkeit einer Zinserhöhung im Jahr 2023. Diese käme in dem von der Zeitung dargelegten Szenario somit zu einem weit früheren Zeitpunkt, als es die Finanzmärkte derzeit erwarteten.

Lane hatte den Volkswirten laut "FT" in einer privaten Zusammenkunft gesagt, das mittelfristige Referenz-Szenario der EZB zeige, dass die Inflation kurz nach dem Ende der derzeitigen Prognoseperiode zwei Prozent erreichten sollte - dem erklärten Ziel der Notenbank.

Die EZB hat eine solche Langzeit-Prognose bislang nicht veröffentlicht. Lane dürfte sich deshalb Fragen gefallen lassen müssen, ob er interne Informationen an Personen außerhalb der Zentralbank weitergegeben hat - und wenn ja, warum. Ein EZB-Sprecher sagte dazu, Lane habe bei keiner Gelegenheit bei Treffen mit Analysten darüber gesprochen, dass die EZB ihr Zwei-Prozent-Ziel kurz nach dem Ende der Prognoseperiode erreichen werde. Zu der in dem Bericht erwähnten Jahreszahl 2025 schwieg sich der Sprecher aber aus.

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