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Facebook wieder auf Kurs ++ USA lockern Bankregulierung ++ DAX ist etwas müde

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Facebook wieder auf Kurs ++ USA lockern Bankregulierung ++ DAX ist etwas müde

Die Berichtssaison liegt in den letzten Zügen. 90 Prozent der größten europäischen Unternehmen, die im Stoxx 600 gelistet sind, haben ihre Zahlen vermeldet.  Mit einer durchschnittlichen Gewinnsteigerung von einem Prozent zum Vorjahresquartal lag das Ergebnis zwar über den Erwartungen, fiel aber insgesamt doch eher verhalten aus. Probleme die in vielen Bilanzen auftauchen sind die Eurostärke, die steigenden Rohstoffpreise und das zuletzt schwächere europäische Wachstum.

Zusätzlich sorgt derzeit die Unklarheit über den Kurs der neuen Regierung in Italien für leichte Verunsicherung an den Märkten. “Spiegel online“ hat ein paar Punkte aus dem Programm hervorgehoben, die in Brüssel einigen Politikern den Magen umdrehen dürften.

Laut Spiegel kosten die Wahlversprechen zwischen 125 und 170 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund das die Staatsverschuldung Italiens die höchsten der Welt ist, ambitionierte Pläne. Aber Lega-Chef Matteo Salvini und 5-Sterne-Chef Luigi Di Maio haben öffentlich erklärt, dass sie darin kein Problem sehen. Wenn man den Koalitionsvertrag genauer studiert, wird auch klar warum. Da steht nämlich auch drin, dass die Europäische Zentralbank 250 Milliarden Euro an italienischen Schulden erlassen und dass es Regeln für den Austritt aus dem Euro geben sollte.

So einfach geht regieren heute. Mal schauen, was Mario Draghi seinen Landsleuten zum Schuldenerlass sagen wird. Auch Brüssel wird gespannt auf die nächsten Schritte in Italien schauen, schließlich will man keine Diskussion um einen “Italexit“ führen.

Das Beispiel Griechenland hat aber auch gezeigt: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch Alexis Tsipars ist Anfang 2015 mit Forderungen nach einem Schuldenschnitt nach vorne geprescht und am Ende hat er sich mit der EU auf einen ganz anderen Plan geeinigt. Der hat übrigens funktioniert. Das Rettungsprogramm wird aller Voraussicht im August auslaufen.

Böse Zungen halten auch eine ganz andere Lösung in Italien für möglich. Die Regierung bricht innerhalb der nächsten Monate wieder auseinander und es zu Neuwahlen kommt. Dann können sich die deutschen Touristen vielleicht in den Sommerferien direkt vor Ort anschauen, wer so alles zur Wahl steht.

Der DAX nimmt die Pläne in Italien auch nur zur Kenntnis und wartet ab. Nach den schlechten Vorgaben aus den USA, kommt der deutsche Leitindex heute nicht so richtig in die Puschen und startet mit Verlusten in den Handelstag. Zusätzlich sorgen auch Äußerungen von Donald Trump zum Handelsstreit mit China für erneute Verunsicherung.

US-Banken atmen auf

Donald Trump ist dabei sein nächstes Versprechen wahr zu machen. Der US-Präsident hatte der Finanzlobby in Aussicht gestellt, die “Dodd-Frank“-Regeln wieder aufzuheben. Die wurden nach der Finanzkrise 2007 entwickelt, um eine Verbesserung der Verantwortlichkeit und der Transparenz im Finanzsystem zu gewährleisten. Am 21. Juli 2010 wurde sie durch EX-Präsident Barack Obama in Kraft gesetzt. Wie mittlerweile bekannt ist, macht Donald Trump ja mit Vorliebe Maßnahmen seines Vorgängers rückgängig.

Dies dürfte jetzt auch bei den “Dodd-Frank“-Regeln der Fall sein. Nach dem Senat stimmte am Dienstag in Washington auch das Repräsentantenhaus für eine Rücknahme wesentlicher Teile des „Dodd-Frank“-Gesetzes. Damit wird das Risiko für den Steuerzahler wieder höher, wenn eine Bank in Schieflage geraten sollte. Tja was macht Trump nicht alles, um Barack Obama eins auszuwischen.

Facebook-Gründer gelobt Besserung

Der Auftritt von Mark Zuckerberg vor dem EU-Parlament hat im Vergleich zur Anhörung vor dem US-Senat nichts Neues ans Tageslicht gebracht. Was soll der arme Kerl denn auch anderes machen, als sich zu entschuldigen und Besserung zu geloben. Vielen EU-Politikern war das wohl zu wenig, wie

einem Bericht auf “Tageschau.de“ zu entnehmen ist. Dort schimpfen einige Teilnehmer über den Auftritt von Marc Zuckerberg.

Bei “Spiegel online“ hingegen kommt das EU-Parlament nicht gut weg. Die Überschrift des Artikels lautet: “Die Blamage des EU Parlaments.“ Weiter heißt es: “Die Anhörung von Facebook-Chef Zuckerberg sollte eine Sternstunde des EU-Parlaments werden – und geriet zum Desaster: Die Abgeordneten nutzten die meiste Zeit zur Selbstdarstellung.“

Als Facebook-Anleger muss man sagen: Alles richtig gemacht Herr Zuckerberg! Schön demütig vor dem US-Senat und dem EU-Parlament aufgetreten und Besserung gelobt. Die Kursdelle, die der Daten-Skandal bei Facebook im Aktienkurs hinterlassen hat, ist ausgebügelt. Anlegerherz, was willst du mehr.

Kurz & knapp:

Vapiano: Es gibt doch noch Quartalszahlen. Die Restaurantkette hat im ersten Quartal ihren Umsatz um 14,5 Prozent gesteigert. Das bereinigte Ebitda stieg in den ersten drei Monaten um 32,2 Prozent auf 9,3 Millionen Euro. Großartige Wirkung entfalten die Zahlen allerdings heute nicht.

Foxcom: Der Apple-Zulieferer will seine Tochter Foxcom Industrial Internet an die Börse bringen. Mit dem IPO planen die Chinesen 27,1 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 4,26 Milliarden Dollar, einzunehmen. Dies wäre der größte Börsengang in China seit drei Jahren.

Walmart: Der US-Einzelhandelsriese kauft vom japanischen Investor Softbank den indischen Amazon-Rivalen Flipkart. Dafür legt Walmart rund 16 Milliarden Dollar auf den Tisch.

Von Markus Weingran

Foto: Pavel Ignatov / Shutterstock.com

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