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Fischer fürchten Fang- und Angelverbote in der Ostsee

dpa-AFX

RABEN STEINFELD (dpa-AFX) - Mecklenburg-Vorpommerns Fischer befürchten umfangreiche Fang- und Angelverbote. Im Bundesumweltministerium gebe es Überlegungen, in Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) der Nordsee die Berufsfischerei stark einzuschränken und das Freizeitangeln komplett zu verbieten, sagte der Präsident des Landesfischereiverbandes, Norbert Kahlfuß, der Deutschen Presse-Agentur.

Betroffen soll demnach zunächst die sogenannte Ausschließliche Wirtschaftszone sein, die zwölf Seemeilen vor der Küste beginnt. Kahlfuß befürchtet jedoch eine spätere Ausweitung auf die Ostsee und die Küstengewässer. "Wir haben oft genug erlebt, dass man irgendwo einen Anfang macht und dass das dann ausgedehnt wird", sagte er.

Die befürchteten Fischereiverbote waren ein Hauptthema bei der Mitgliederversammlung des Landesfischereiverbandes am Samstag in Raben-Steinfeld bei Schwerin. Außerdem wurde Kahlfuß als Präsident für weitere vier Jahre gewählt. Er leitet den Verband bereits seit zwölf Jahren. Der Verband vertritt eigenen Angaben rund 50 000 Angler und Berufsfischer in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Berufsfischerei soll den Plänen zufolge dort eingeschränkt werden, wo Schweinswale oder Meeresvögel gefährdet werden könnten, etwa an Sandbänken, sagte Kahlfuß. "In 25 Prozent der Natura-2000-Flächen würde die Fischerei komplett verboten", hat er ausgerechnet. Im Moment gehe es noch um die Nordsee, aber die Ostsee werde folgen. Betroffen wären Kahlfuß zufolge in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Ostsee die Pommersche Bucht mit der Oderbank, die Kadetrinne und der Fehmarnsund. Als Natura-2000-Flächen bezeichnet man die Gesamtheit der FFH- und Vogelschutzgebiete.

Es sei nicht auszuschließen, dass in einem weiteren Schritt die Küstengewässer und später sogar die Binnengewässer einbezogen werden, sagte Kahlfuß. "Auch der Schweriner See und andere Gewässer sind Vogelschutzgebiete." Hintergrund ist laut Kahlfuß eine Klage von Umweltorganisationen gegen Deutschland Anfang 2015, weil die Bundesrepublik die Meeresschutzgebiete zwar ausgewiesen habe, aber keine Schutzmaßnahmen durchführe. Daraufhin sei hektische Betriebsamkeit im Ministerium ausgebrochen, sagte er.

Mecklenburg-Vorpommerns Fischereiminister Till Backhaus (SPD) forderte ein maßvolles Vorgehen der Behörden. "Forderungen nach einem pauschalen Angelverbot in den FFH-Gebieten können nicht die Lösung sein", sagte er. "Was wir brauchen, sind differenzierte Regelungen, die in einem ausgewogenen Verhältnis stehen zwischen Nutzerinteressen und Naturschutz."/ili/DP/he

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